Rohmilch

Anfang März erfassten die deutschen Molkereien in etwa so viel Milch wie in der letzten Februarwoche. Der Rückstand zur Vorjahreslinie ist dabei auf ein Minimum geschrumpft. Die Rohstoffmärkte waren Mitte März von einer ausreichenden Verfügbarkeit und einer abnehmenden Nachfrage gekennzeichnet.

Zu Monatsbeginn bewegten sich die Milchmengen in Deutschland stabil auf einem hohen Niveau. Nach Berechnungen der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) in Berlin lag die in der 10. Kalenderwoche angelieferte Rohstoffmenge auf dem Niveau der Vorwoche. Der Rückstand zur Vorjahreslinie hat sich dabei, auch in Folge des Basiseffekts, zuletzt verkleinert und belief sich in der ersten Märzwoche auf 0,3 %. Da das Niveau von 2023 zu Jahresbeginn noch deutlicher verfehlt wurde, stand den Molkereien in den ersten zehn Wochen dieses Jahres rund 1,0 % weniger Milch für die Verarbeitung zur Verfügung als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.

Schwächere Preise für Rohstoffe

Die Entwicklungen an den Rohstoffmärkten wurden zu Beginn der zweiten Märzhälfte von einem ausreichenden Angebot und einer leicht rückläufigen Nachfrage bestimmt. Infolge der nahenden Osterfeiertage hatten die Marktteilnehmer eigentlich mit einer saisonal üblichen deutlichen Belebung des Geschäfts gerechnet, diese blieb jedoch vorerst aus. Im Zuge dessen gaben die Rohstoffpreise in der Berichtswoche bei guter Verfügbarkeit nach. Diese Entwicklung war zur Monatsmitte bei Industrierahm teilweise stärker ausgeprägt als bei der Eiweißkomponente. Laut AMI-Rohstoffmonitor lag der Durchschnittspreis für konventionelle Sahne in der 12. Kalenderwoche bei knapp 6,6 EUR/kg Fetteinheit. Damit ist er im Vergleich zur Vorwoche um 0,1 EUR zurückgegangen. Auch Rahm in VLOG-Qualität wurde in der zweiten Märzhälfte schwächer bewertet. Für die 12. Kalenderwoche belief sich der Durchschnittspreis auf 6,7 EUR/kg.

Den Markt für Magermilchkonzentrat dämpften Mitte März nach wie vor die schwachen Tendenzen an den Pulvermärkten. Auch hier gaben die Preise nochmals nach. Der AMI-Rohstoffmonitor wies für die Berichtswoche im Mittel einen Preis von 1,7 EUR/kg Trockenmasse aus und damit einen Rückgang zur Vorwoche von 0,1 EUR. Der Markt für flüssige Magermilch präsentierte sich hingegen weitestgehend stabil und scheint sich auf dem bisherigen Niveau befestigt zu haben. Im Bundesschnitt wurde VLOG-Ware laut AMI-Rohstoffmonitor zu Beginn der zweiten Märzhälfte bei 14 Ct/kg gehandelt.

Bei Spotmilch hat sich der Preisrückgang in Deutschland verstärkt. Nach Berechnungen des ife Institutes in Kiel lag das Bundesmittel in der 11. Kalenderwoche bei 35,6 Ct/kg und damit um 0,9 Ct niedriger als in der Vorwoche. Auch in den Niederlanden wurde Spotmilch gegenüber Anfang März zu geringeren Preisen gehandelt. In Italien tendierten die Preise an den Spotmärkten für Rohmilch dagegen stabil bis leicht fester.

AMI Preistrend Rohmilch - Deutschland

Im neuen AMI Preistrend Rohmilch wird die bundesweite durchschnittliche Veränderungsrate der Monatspreise für konventionell erzeugte Milch ausgewiesen. Grundlage für die regelmäßige Berechnung sind die zum jeweiligen Zeitpunkt vorliegenden Milchgeldabrechnungen. Ergänzt wird die Darstellung durch die amtlichen Ergebnisse der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) für die zurückliegenden Monate.

Im Februar 2024 sind die Milcherzeugerpreise in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen der AMI durchschnittlich um 0,29 Ct/kg gegenüber dem Vormonat gestiegen.

Die amtliche Statistik weist für den Dezember 2023 einen Preis von 43,20 Ct/kg und für den Januar 2024 einen Preis von 43,92 Ct/kg aus. (AMI)

Milchauszahlungspreise - Regional

Die Stimmung bei den regional erfassenden Molkereien bleibt weiter positiv. Der Absatz in der weissen Linie ist stabil und die Verbraucher kehren auch in Teilen wieder in das höherpreisige Angebotssegment zurück. Dem entgegen nehmen die Milchmengen jedoch wieder zu und die Preisverhandlungen im LEH gestalten sich weiter schwierig. 
So bleiben die Auszahlungspreise im Februar meist unverändert, lediglich Hochwald, FC und DMK gewähren Aufschläge bis über einen Cent.

Ab dem Dezembervergleich wird die Preistabelle auf Empfehlung aus der Molkereiwirtschaft um den "Bestpreis" ergänzt. Damit wird dem Trend Rechnung getragen, Zuschläge und Boni zunehmend an Nachhaltigkeits- und Tierwohlaspekte zu knüpfen, die Erzeuger über entsprechende Maßnahmen in ihren Betrieben erzielen können. Da in der Regel nicht alle Lieferanten in gleichem Maße von den Boni profitieren können, bleibt die direkte Vergleichbarkeit zwischen den Molkereien hier eingeschränkt! 


Nachfolgend die Übersicht mit den Werten aus den Milchgeldabrechnungen der in Rheinland-Pfalz und Hessen erfassenden Molkereien.

Auszahlungspreise für Rohmilch aus RLP und Hessen im Februar 2024
Güteklasse 1, ab Hof, ohne MwSt., mit S-Klasse und anderen Sonderzuschlägen, aber ohne Nachzahlungen und
Warenrückvergütungen des Vorjahres, mit mögl. VLOG-Zuschlägen; geordnet nach erfassenden Molkereiunternehmen
Februar 2024
Preise in ct/kg Milch)
HochwaldArla-FoodsFriesland-CampinaSchwälb-chenDMKMW-Ober-frankenHohenloher Molkerei
Grundpreis (4,0% F/3,4% E)39,0037,3242,6339,0040,5047,4641,46
Vormonat
(+/-) zu aktuellem Monat
38,00
(1,00)
37,32
(0,00)
41,47
(1,16)
39,00
(0,00)
40,00
(0,50)
47,46
(0,00)
41,46
(0,00)
Vorjahresmonat
(+/-) zu aktuellem Monat
54,00
(-15,00)
49,10
(-11,78)
51,89
(-9,26)
55,00
(-16,00)
50,10
(-9,60)
57,01
(-9,55)
50,46
(-9,00)
gleitendes Mittel 12 Mon.
(+/-) zu aktuellem Monat
40,75
(-1,75)
36,07
(1,25)
40,91
(1,72)
42,83
(-3,83)
37,04
(3,46)
47,60
(-0,14)
43,38
(-1,92)
Fett Korrektur FE2,505,554,6842,405,472,702,70
Eiweiß Korrektur EE5,004,997,0274,805,474,104,10
Rohwarenpreis (4,2% F/3,4% E)39,5038,4343,5739,4841,5948,0042,00
S-Klasse-Zuschlag1,001,54 *0,001,000,000,501,00
VLOG/GVO-frei-Zuschlag1,001,001,000,751,000,001,00
Leistungspreis41,5040,9744,5741,2342,5948,5044,00
Summe Zuschläge gelb0,802,650,000,000,500,000,50
Qualitätsspreis (4,2% F/3,4% E)42,3043,6244,5741,2343,0948,5044,50
Summe Zuschläge rot3,001,022,900,000,600,004,00
Bestpreis (4,2% F/3,4% E)45,3044,6447,4741,2343,6948,5048,50
Mengenstaffel bei  500.000 kg0,000,000,000,000,060,000,41
Mengenstaffel bei 1 Mio. kg0,000,000,000,000,190,000,83
Grundkosten €/Monat31,25146,00145,000,0090,000,0045,00
bei 500.000 kg-0,075-0,35-0,350,00-0,220,00-0,11
bei 1 Mio. kg-0,038-0,18-0,170,00-0,110,00-0,05
möglicher Auszahlungspreis (Qualität) bei 500.000 kg42,2343,2744,2241,2342,9448,5044,80
möglicher Auszahlungspreis (Qualität) bei 1 Mio. kg42,2643,4444,3941,2343,1848,5045,28
 
Weitere Zuschläge für Nachhaltigkeit, Tierwohl, Logistik und Jahresrückvergütungen
gelb markierte Positionen werden von einem Großteil der Lieferanten (> 90 %) erzielt und fließen im Vergleich in den Qualitätspreis ein. 
rot markierte Positionen sind zwar generell erzielbar, werden aber nur von einem kleineren Teil der Lieferanten (< 90%) erreicht und sind nur bedingt auf der Ebene "Bestpreis" miteinander vergleichbar.
Nachzahlungen lassen sich im Monatsvergleich nicht abbilden und werden nur nachrichtlich aufgelistet. 
HochwaldCool Farm Tool - Zuschlag0,40 ct
CO² Reduktionsmaßnahme0,40 ct
Neu ab Nov 23: Haltungsform 3 Zuschlag3,00 ct
Nachzahlung für 20221,60 ct
Jahressonderzahlung für 20231,00 ct
Arla-Foods
*Beste Qualität
(4% vom Rohwarenpreis)
Zuschlag für Klima-Check1,00 ct
Nachaltigkeit - laut Arla Ø aller Lieferanten bei1,65 ct
Nachaltigkeit - laut Arla maximal möglich (2,40 ct/kg)0,75 ct
Wartungs- und Kostenkompensation und Logistikzuschlag0,27 ct
Vorauszahlung für Nachzahlung 20231,00 ct
garantierte Mindest-Nachzahlung 20231,50 ct
Friesland-CampinaFoqus-Planet "Nachhaltige Entwicklung" bis zu2,90 ct
Nachzahlung für 20220,90 ct
DMKØ - Milkmasterbonus0,50 ct
Bonus für Logistik und Kühlkosten bis zu 0,60 ct
Nachzahlung für 20220,83 ct
Hohenloher MolkereiGrundkostenzuschlag0,50 ct
Neu ab Jan 24: Haltungsform 3 Zuschlag + Bonus4,00 ct
Nachzahlung Jan - Nov 20232,00 ct

 

Ausblick:
Das erste Quartal neigt sich dem Ende zu und wird von den Akteuren am Milchmarkt als umsatzstark und preisstabil bewertet. Die regional erfassenden Molkereien kündigen überwiegend unveränderte,  teils aber auch festere Auszahlungspreise für die nächste Milchgeldabrechnung an.

Hochwald Foods
Hochwald verwendet in der aktuellen Milch-Info für die Marktbeschreibung sehr häufig den vorsichtigen Begriff "uneinheitlich". In der weissen Linie und vor allem im Bereich Schnittkäse laufen die Geschäfte jedoch flott und mit dem Osterfest werden weitere Nachfrageimpulse erwartet. Der Vorstand in Thalfang hat eine weitere Anhebung des Milchpreises um 1,5 ct/kg für März angekündigt. 

Arla Foods
Arla berichtet ebenfalls von anziehenden Einzelhandelsumsätzen. Trotz gleichzeitig saisonal steigenden Milchmengen mit entsprechender Wirkung auf die Rohstoffmärkte bleiben die Dänen bei ihrer stabilen Markteinschätzung. Für März erhöht sich der Abkontopreis nochmals um 1 ct/kg Milch.  

Friesland-Campina
FC kündigt eine Korrektur zu niedrig eingeschätzter Referenzpreise und einen geringfügigen Anstieg des FC-Garantiepreises um 0,25 ct/kg an. 

Schwälbchen
Im aktuellen Mitgliederrundschreiben aus Bad Schwalbach wird auf die bis zur Jahresmitte gültigen Abgabepreise für Konsummilch und Frischprodukte hingewiesen. Trotz des gedrückten Preisniveaus bis dahin, wird die Geschäftslage insgesamt positiv bewertet und eine Erhöhung des Milchauszahlungspreises um 2 ct/kg angekündigt.  

DMK
DMK berichtet in der aktuellen Milchwelt-Kompakt von einem weitgehend stabil verlaufenen 1. Quartal. Vergleichsweise niedrige Bestände bei den Herstellern führen zu ausgeglichenen Rohstoff- und Produktenmärkten. Für die März-Abrechnung wird ein weiterer Aufschlag von 1 ct/kg angekündigt.


Fazit
Neben der, für die Jahreszeit ungewöhnlich stabilen Entwicklung, stehen die vom LEH und Discount geforderten Tierwohlstandards immer stärker im Fokus der Molkereien und Milcherzeuger. Erzeuger sollten genau prüfen, welche Investitionen hier für die Betriebsentwicklung nachhaltig sein können. Unsere Berater können hier entscheidende Unterstützung bieten >>>