Pizza aus dem Holzofen und immer ein offenes Ohr für die Gäste

Obwohl die Auszeichnung "Urlaubshof des Jahres 2020" erst in diesem Jahr übergeben werden konnte, freute sich Familie Hilgert trotzdem mit den zahlreichen Gästen auf dem Kirchberger Theresienhof über diese Ehrung.

Wer auf dem Theresienhof der Familie Hilgert Urlaub macht, kennt „Ruprechts Pizza“ aus dem Holzofen: Das ist die Spezialität und Leidenschaft des Gastgebers, der zusammen mit seiner Frau Beate den Theresienhof als erfolgreichen Urlaubshof etabliert hat. „Wir sind sehr stolz, dass wir nun die Auszeichnung zum Urlaubshof des Jahres erhalten haben“, sagt Beate Hilgert. Dazu muss man sagen: Es ist die Auszeichnung für 2020, die bisher noch nicht vorgenommen werden konnte.

Zur kleinen Feier hatten sich zahlreiche Ehrengäste eingefunden, die alle auch in den Genuss einer Pizza aus dem Ofen kamen. Landrat Marlon Bröhr, VG-Beigeordneter Wolfgang Wagner und Stadtbürgermeister Werner Wöllstein waren gekommen, um Familie Hilgert zu gratulieren. Sie zeigten sich stolz auf den Betrieb in ihrer Kommune, und Bröhr attestierte der Familie, dass „Sie naturgeborene Gastgeber sind“. Die Erste Vorsitzende der NatUrlaub auf Winzer- und Bauernhöfen in Rheinland-Pfalz/Saarland, Esther Dahm, nahm gemeinsam mit Ökonomierat Norbert Schindler, Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, die Ehrung vor.

Keine einfache Zeit

„Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen“, sagte Esther Dahm in ihrer Ansprache, da die Ehrung als Urlaubshof des Jahres 2020 erst jetzt möglich war. „Zurückblickend auf die Corona-Pandemie war es für die Gastgeber keine einfache Zeit. Die Urlauber durften nicht auf die Höfe kommen“, doch nun sei wieder Zeit für Gemeinsamkeit. Dieses Miteinander mit Familie und Gästen sei auch eines der Markenzeichen des Theresienhofes: „Das Gemeinschaftsgefühl, als Großfamilie auf einem Bauernhof zu leben, wird auch den Gästen vermittelt, die das in vollen Zügen genießen.“ Diese Gastfreundschaft sei auch für Menschen mit Beeinträchtigungen ein echtes Erlebnis. „Wenn der Rolli nicht zum Reitplatz kommen kann, dann wird eben eine andere Lösung gefunden“, weist die Vorsitzende Dahm auf die unkomplizierten Lösungen von Familie Hilgert hin.

LWK-Präsident Schindler gratulierte den Gastgebern zur Auszeichnung und dass sie ihren Gästen eine perfekte Umgebung für einen Urlaub in der Natur zur Verfügung stellten. „Landwirtinnen und Landwirte sind eigentlich die besten Gastgeber, die sich auf touristische Anforderungen sehr gut einstellen können. Denn darum geht’s bei der Idee vom Urlaub auf dem Bauernhof: das Land für die ganze Familie zum Erlebnis machen.“ Zudem seien die Urlaubshöfe Orte des Lernens und Verstehens, um Menschen die Landwirtschaft näherzubringen. „Darüber hinaus ist der Landtourismus ein wichtiges wirtschaftliches Standbein für die Betriebe geworden.“

Start vor 25 Jahren

Vor rund 25 Jahren empfingen die Hilgerts ihre ersten Gäste. Damals habe der Hunsrück noch als touristischer Geheimtipp gegolten, erinnert sich Beate Hilgert zurück. Doch das sei nun angesichts der zahlreichen Traumschleifen und anderen Attraktionen wie die Geierlay-Brücke anders. „Jeder bringt sich in unserem Betrieb mit seinen Stärken ein, und über die Jahre haben wir uns zu dem Urlaubshof entwickelt, der wir heute sind“, zeigt sich die Gastgeberin stolz auf die Auszeichnung. 32 Gäste können auf dem Theresienhof übernachten. Die Unterkünfte haben Namen wie „Weizenspeicher“, „Atelier“ oder „Pferdekoppel“ und sind eng mit dem Bauernhof verwoben. Die Gäste sind dabei immer mittendrin, beschreibt Hilgert das Erfolgsrezept: „Man leiht sich gegenseitig Eier oder tauscht die besten Kuchenrezepte aus. Wichtig ist das Miteinander, und wir holen jeden dort ab, wo er gerade steht.“ So will Familie Hilgert auf jeden Fall weitermachen – die Gäste freut’s.

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