Grußwort zum Jahreswechsel

Liebe Landwirte, Winzer, Gärtner, Forstleute, Landfrauen und Landjugendliche,

 

meine Enkelkinder konnten es auch in diesem Jahr wieder kaum erwarten, bis sie das erste Türchen am Adventskalender öffnen durften. Damit war der Countdown für Weihnachten und für das Ende des Jahres eingeläutet. Wir befinden uns auf der Zielgeraden von 2018 und können und sollten noch einmal schauen, was uns in den vergangenen zwölf Monaten beschäftigt und bewegt hat. Ich tue das gerne im Namen der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz.

Das Jahr 2018 wird uns als ein Jahr mit einem extrem langen, warmen und vor allem trockenen Sommer in Erinnerung bleiben. Die Ernte bei Getreide und Raps begann so früh wie noch nie, und im Vergleich zum Bundestrend gab es in Rheinland-Pfalz noch gute Ergebnisse. Besorgniserregend ist die Situation in der Tierhaltung. Die Grundfutterversorgung ist durch den oft fehlenden zweiten und dritten Schnitt in der Regel unzureichend. Schwierigkeiten ergaben sich durch die Trockenheit und Hitze und die daraus resultierende Borkenkäferproblematik auch in der Forstwirtschaft.
Für die Winzer hingegen waren es ideale Bedingungen. So früh wie nie zuvor ging es in die Weinlese. 2018 wird ein exzellenter Jahrgang werden, auf den sich Weinliebhaber freuen können. Das zeigt sich schon jetzt bei den Weinen, die in der Kammer zur Qualitätsweinprüfung eingereicht werden. Nun wünschen wir uns, dass es schnell knackig kalt wird, sodass die Betriebe mit dem Herstellen von Eiswein das i-Tüpfelchen setzen können.

 Für die Milcherzeuger war es ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Auch hier prägte der sehr trockene und heiße Sommer die Geschehnisse. In manchen Betrieben gestaltete sich die Grundfuttersituation zum Teil sehr kritisch. Dennoch liegt die Milchanlieferung auch in RLP in 2018 noch immer insgesamt über der Menge des Vorjahres, und dies trotz der zeitgleich geringer werdenden Kuh-Bestandszahlen. 

Die Kammer selbst beschäftigt weiterhin stark das Thema Umsatzsteuer. Im Gegensatz zum Finanzamt Bad Kreuznach kommen sowohl das von der Kammer beauftragte Wirtschaftsprüfer-, Steuerberater- und Rechtsanwaltsbüro als auch ein renommierter Professor zum Ergebnis, dass die Prämierung für Wein und Sekt umsatzsteuerfrei ist, während die Beratungsleistungen und die Verbandsbetreuung im Wesentlichen umsatzsteuerpflichtig sein sollen. Da das Finanzamt an seiner Rechtsauffassung zur Prämierung festhält, mussten wir jedoch für das Jahr 2015 auch von den Prämierungsbetrieben die Umsatzsteuer nachfordern. Dies gebietet die Vermögensfürsorge, die dem Vorstand obliegt.

Das vergangene Jahr war auch geprägt von zahlreichen intensiven Gesprächen mit Vertretern aus der Politik, sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene. Düngeverordnung und Beratung in der Landwirtschaft, Verbot von Neonicotinoiden für Rübenbauern und Finanzierung der Verbände sind nur einige Themen, die den Berufsstand aktuell beschäftigen. Wir gehen in die Gespräche immer mit dem Ziel, das Beste für Sie in diesen Bereichen Tätigen erreichen. Das ist nicht immer einfach und gelingt nicht immer auf Anhieb. Hier gilt es oft, einen langen Atem zu haben. Mit großer Besorgnis stellen wir fest, dass die Medien, aber auch Teile der Politik die Angst vor Rückständen in Lebensmitteln schüren. Zum Großteil wird hier nicht sachlich, sondern auf ideologischer Basis informiert und gehandelt.
Ein positives Ergebnis aus der Zusammenarbeit mit den Vertretern der Ministerien ist etwa die Förderung der beruflichen Fortbildung durch das Land im Rahmen des Aufstiegsbonus‘. Für erfolgreich absolvierte Meisterprüfungen und erstmalige Niederlassung/ Existenzgründung. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wir arbeiten jedoch weiter daran, mehr Gleichrangigkeit akademischer und nichtakademischer Berufe zu erreichen. Denn der Meister muss so viel wert sein wie der Master.

Diese Gleichstellung ist auch für den Bereich der Nachwuchsgewinnung und -sicherung wesentlich. Die stabilen Ausbildungszahlen in den Grünen Berufen zeigen, dass sich zahlreiche junge Menschen für unseren Sektor entscheiden. Es ist jedoch wichtig, ihnen weitere Anreize zu bieten. Denn der Wettbewerb um die Fachkräfte ist da. Hier möchte ich es nicht versäumen, die gute Zusammenarbeit mit den Landjugendverbänden zu erwähnen. Von der jungen Generation kommen viele neue und gute Ideen, die wir gemeinsam angehen und umsetzen können.

Sie, liebe Landwirte, Winzer, Gärtner, Forstleute und Landfrauen, leisten in Ihrem Bereich der Grünen Berufe eine hervorragende Arbeit. In diesem Sektor ist die Tätigkeit oft nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung – das spürt man!
Ich möchte die Gelegenheit auch nutzen, allen Mitarbeitenden der Landwirtschaftskammer sowie den Kolleginnen und Kollegen im Ehrenamt meinen Dank für die gute Arbeit im Jahr 2018 auszusprechen.

Nun wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes, erfolgreiches Jahr 2019 und schließe mit einem Zitat des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker: „Zu Weihnachten empfinden wir besonders stark, wie eng wir in der Familie zusammengehören und was wir ihr verdanken.“
Genießen Sie die besinnliche Zeit im Kreise Ihrer Liebsten.

Ihr
Ökonomierat Norbert Schindler
Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz

 

 

Nach oben