Positive Entwicklung im Qualitätsweinbereich

Landwirtschaftskammer legt Jahresbilanz zur Qualitätsweinprüfung vor.

Als positives, die Qualitätsweinpolitik in Rheinland-Pfalz unterstützendes Ergebnis hat Kammerpräsident Ökonomierat Norbert Schindler MdB die aktuelle Statistik der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz für das abgelaufene Prüfjahr 2016 bezeichnet.

„Dass alle Betriebsarten, ob Weingüter, Genossenschaften oder Weinkellereien, ein Plus in der Qualitätsweinmenge verzeichnen können, ist ein erfreuliches Signal am Weinmarkt. Die positiven Zahlen vermitteln Zuversicht und lassen hoffen, dass wir nach mehreren mengenschwachen Jahren mittelfristig wieder den Qualitätsweinabsatz erreichen werden, der vor der folgenreichen Missernte des Jahres 2010 für Stabilität auf dem Weinmarkt sorgte.“ Schindler sieht in der gestiegenen Gesamtprüfmenge des Jahres 2016 in Höhe von 4.968.666 hl (+2,3 Prozent gegenüber 2015) auch eine Bestätigung des positiven Images für rheinland-pfälzische Qualitätsweine  bei den Verbrauchern.

Für die Weinwirtschaft in Rheinland-Pfalz dokumentiert die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz zum Beginn eines jeden Jahres die Ergebnisse der Qualitätsweinprüfung des abgelaufenen Kalenderjahres. Die Daten zu Anstellungsanzahlen und -mengen, differenziert nach Anbaugebieten, Betriebsarten, Rebsorten etc. sind wichtige Informationen über den Absatz der Qualitätsweine aus den sechs Anbaugebieten des Landes. Eine erste Auswertung der amtlichen Qualitätsweinprüfung im Jahr 2016 ergibt folgendes Bild: 

Die Anzahl der zur Qualitätsweinprüfung angestellten Weine stieg von 2015 zu 2016 in fünf von sechs Anbaugebieten und liegt landesweit mit einer Zunahme von 4.020 Anstellungen bei 95.602 Weinen. Mäßig zugelegt bei der Anzahl der Partien hat die Pfalz (+1,5 Prozent) und vergleichsweise stark das Anbaugebiet Mittelrhein (+9,4 Prozent), während die Ahr einen Rückgang der Anstellungen um 7,2 Prozent verzeichnete. Mosel und Nahe hatten Anstellungszuwächse von jeweils 5,4 Prozent  und Rheinhessen von 6,5 Prozent.  

Die Qualitätsweinprüfungsmenge liegt mit 4.968.666 hl um 2,3 Prozent über der Menge in 2015, allerdings noch 2,5 Prozent unter dem zehnjährigen Mittel von 5.097.548 hl. Der Mengenanteil der Kellereiweine liegt bei 59 Prozent (+2,1 Prozent), die Weingutsanstellungen verzeichnen 28,4 Prozent (+2,9 Prozent) und die Weine der Genossenschaftsanstellungen 12,5 Prozent (+1,8 Prozent). 

Die Pfalz konnte bei den Anstellungspartien zwar leicht zulegen gegenüber 2015, verlor aber in der Menge 0,8 Prozent auf 1.844.766 hl. Umgekehrt gingen an der Ahr die Partien deutlich zurück (-7,2 Prozent), während die Menge um 2,9 Prozent auf 35.841 hl zunahm. Mit Abstand am deutlichsten im Plus liegt bei der Qualitätsweinmenge das Anbaugebiet Nahe, hier wurde um 6 Prozent auf 268.338 hl gesteigert und somit der Rückgang des Vorjahres wieder ausgeglichen. Absolut nahm die Menge mit 108.842 hl am stärksten in Rheinhessen zu (+5,5 Prozent). 

65,3 Prozent der Qualitätsweine im Jahr 2016 waren Weißweine, der Anteil von Rotwein liegt bei 24,7 Prozent. Rosé, Weißherbst und Rotling aus Rheinland-Pfalz liegen aktuell bei 10 Prozent. 

Der Negativtrend der letzten Jahre bei Weinen ohne Rebsortenangabe, den im Vorjahr noch ein Minus von 12,3 Prozent belegte, scheint gestoppt. Diese Weine nahmen in 2016 sogar leicht zu, wobei die deutlichsten Zuwächse interessanterweise gerade bei den Weingutsanstellungen stattfanden. Hier werden offensichtlich zunehmend Cuvee-Weine ohne Rebsortenangabe vermarktet (+9 Prozent). Der Platzhirsch unter den Rebsortenweinen heißt nach wie vor Riesling. Rieslingweine haben mit 1.243.317 hl (25 Prozent) ihren Spitzenplatz verteidigt und liegen seit 2010 vor dem Dornfelder, der 2016 bei 947.591 hl (19,1 Prozent) den zweiten Platz belegt. Müller-Thurgau/Rivaner als Rebsortenwein zeigt mit 450.203 hl (-2 Prozent) relative Konstanz im Absatz, obwohl die Rebe im Anbau deutlich rückläufig ist. Die prozentual stärkste Zunahme unter den Rebsortenweinen verzeichnete Ruländer/Grauburgunder mit +13,9 Prozent. 

Im Geschmack heißt der Trend anhaltend trocken (+4,6 Prozent). Im Jahr 2016 waren 44,7 Prozent der rheinland-pfälzischen Qualitätsweine trocken. Halbtrockene Weine nahmen mengenmäßig leicht ab, ihr Anteil lag bei 19,1 Prozent. Liebliche Weine lagen nahezu konstant bei 30,2 Prozent und die Menge an süßen Weinen stieg auf 5,9 Prozent.

Kammerpräsident

© DBT/Simone M. Neumann

Ökonomierat Norbert Schindler

Pressekontakt

Heiko Schmitt
Tel.: 0671 793-1177
Email: heiko.schmitt(at)lwk-rlp.de 

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