Landwirtschaftliche Flächenstruktur im Umbruch

Anbauflächen für Weizen, Wintergerste, Silomais und Zuckerrüben im Plus – Anbauflächen für Sommergerste dagegen deutlich im Minus. Landwirtschaftliche Flächenstruktur in Rheinland-Pfalz verändert sich erheblich.

12.07.2016 | Nach Jahren relativer Stabilität in der Aufteilung der Anbauflächen für die in Rheinland-Pfalz heimischen landwirtschaftlichen Kulturen zeichnen sich strukturelle Veränderungen ab. Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz betrachtet die deutliche Verschiebung zu mehr Weizen, Wintergerste, Mais oder Zuckerrüben und zu weniger Sommergerste (Braugerste) als Konsequenz, die die landwirtschaftlichen Betriebe aus der Marktentwicklung ziehen.

Weil Sommergerste in Rheinland-Pfalz lange Zeit eine lohnende Frucht war, erläutert Kammerpräsident Ökonomierat Norbert Schindler MdB, sei sie über Jahrzehnte eine der flächenstärksten Kulturen gewesen. Der Rohstoff der heimischen Malz- und Brauindustrie habe durch die Kombination guter Böden mit günstigem Klima immer beste Bedingungen gehabt, gute Erträge gebracht und konnte wegen relativ niedrigen Bedarfs an Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie kurzer Transportwege eine günstige Ökobilanz vorweisen. Schindler: „Folgerichtig war Sommergerste in den 1990er Jahren zeitweise mit über 100.000 Hektar nicht nur flächenstärkste Getreideart, sondern flächenstärkste landwirtschaftliche Kultur überhaupt im Land.“ Mit der Jahrtausendwende habe die rheinland-pfälzische Sommergerste ihre Wettbewerbsvorteile aber schrittweise verloren, weil durch die Internationalisierung des Agrarhandels zunehmend preisgünstigere Importware auf den Markt drängte und in der Folge durch ein Absinken der Erzeugerpreise der Anbau von Sommergerste in Rheinland-Pfalz an Rentabilität einbüßte. Bis 2010 ging die Anbaufläche um rund 60 Prozent auf rd. 42.000 ha zurück, hielt sich dann aber in etwa auf diesem Niveau bis 2015. Aus den Zahlen des Statistischen Landesamtes zu den voraussichtlichen Anbauflächen zur Ernte 2016 liest der Kammerpräsident jedoch eine Fortsetzung des Umbruchs in der Flächenstruktur. Demnach ging die Anbaufläche von Braugerste um rd.12 Prozent auf erstmals unter 37.000 ha zurück und ist damit ebenso erstmals geringer als die Anbaufläche für Wintergerste (41.100 ha; +10 Prozent) und nur noch knapp vor Silomais mit fast 36.000 ha (+7 Prozent). Zuckerrüben stehen auf 18.300 ha (+23 Prozent). Mit weitem Abstand an der Spitze liegt Winterweizen mit 122.000 ha (+8 Prozent).

Kammerpräsident

© DBT/Simone M. Neumann

Ökonomierat Norbert Schindler

Pressekontakt

Heiko Schmitt
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