Jakobskreuzkraut - Giftpflanze gefährlich für Weidetiere

Die Problematik des giftigen Jakobskreuzkrauts beschäftigt die Rinder- und Pferdehalter in Rheinland-Pfalz in diesem Jahr besonders. Der milde Winter und die feucht-warme Witterung der letzten Wochen dürfte Ausbreitung und Wuchskraft der Pflanzen erheblich befördert haben.

29.06.2016 | Das giftigen Senecio jacobaea, auch Jakobs-Greiskraut genannt, zeigt in diesen Tagen seine auffälligen mageritenartigen, gelben Blüten an Straßen- und Wegrändern oder Bachläufen, auf Grünflächen und Brachstreifen jeglicher Art, auch in Gärten. Besorgte Mitteilungen von Weidetierhaltern  veranlassen die Landwirtschaftskammer zu einem neuerlichen Aufruf, der sich vor allem an private und öffentliche Landeigentümer richtet, einer weiteren Ausbreitung Einhalt zu gebieten. Insbesondere Jungtiere fressen die Pflanze gelegentlich. Besonders gefährlich ist sie jedoch in Heu und Silage.

Das anspruchslose Jakobskreuzkraut wird zwi­schen 30 und 100 Zenti­meter groß und hat löwenzahnähnliche Blätter und im oberen Teil gelbe Blüten in einer weit verzweigten vielblü­tigen Schirmrispe. Die gesamte Pflanze bein­haltet Alkaloide, ist da­her giftig und verursacht Leberschäden. Die jüngsten Pflanzen und die gelben Blüten sind am giftigsten. Pferde und Rinder reagieren auf das Kraut empfindlicher als Schafe und Zie­gen. Besonders gefährlich für die Tiere draußen war die Zeit vor der Blüte, wenn die jungen, besonders giftstoffreichen Blätter auf der Weide nicht erkannt und gefressen werden. Die Folgen sind Vergiftungen, die sich bei wiederholter Aufnahme anreichern. Es kommt dann zu Schmerzen im Magen- und Darmbereich und zu Krämpfen. Die Leberschäden können bei Rindern und Pferden zum Tod führen. Sobald die Pflanzen ab Juni blühen und die Stiele sich rötlich färben, ist die Pflanze ausgewachsen Tiere rühren sie dann meist nicht mehr an.

Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz empfiehlt, durch regelmäßiges Nachmähen von Grünlandflächen das Blühen und insbesondere die Samenbildung der Pflanzen zu verhindern. Um das Jakobskreuzkraut wirksam zu bekämpfen, sollte es ausgerissen oder ausgestochen und die Pflanzenreste entsorgt werden. Dabei sind auch die Wurzeln so weit wie möglich zu entfernen, da Jakobskreuzkraut auch aus im Boden verbliebenen Wurzelresten erneut austreiben kann.

Umfassende Informationen sowie eine Broschüre zum Download unter https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/gruenland/jakobskreuzkraut.htm  und www.jacobskreuzkraut.de

Kammerpräsident

© DBT/Simone M. Neumann

Ökonomierat Norbert Schindler

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