Ist eine volle Kostendeckung möglich?

Vor der anstehenden Aussaat der Sommerungen ist neben der Fruchtfolge die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Kultur das entscheidene Kriterium bei der Beantwortung der Frage: Was säe ich dieses Jahr aus?

In diesen Tagen wurden die Ergebnisse der Landessortenversuche des letzten Jahres veröffentlicht. Damit erhalten die Ackerbauern Hinweise, welche Sorten der einzelnen Kulturen sich am besten für den Anbau im Frühjahr empfehlen. Nun ist es an der Zeit, sich über die Wirtschaftlichkeit der Mähdruschfrüchte Gedanken zu machen, damit die Aussaat rechtzeitig erfolgen kann. Es stellen sich folgende Fragen: Wie steht es um die Wirtschaftlichkeit der Früchte untereinander? Bei welcher Kultur wird der Einsatz von Fläche und Arbeit am besten verwertet? Können gar alle Kosten erwirtschaftet werden, auch die für Boden, Arbeit und Kapital? Als Nebenbedingung ist aber auch dem Gedanken der Nachhaltigkeit Rechnung zu tragen. Hierzu gehört eine "gesunde Fruchtfolge". Denn jede Einseitigkeit fördert das krankmachende Potenzial, so lautet ein alter Lehrsatz.

Ackerflächenentwicklung und -nutzung

Die Ackerfläche hat in den letzten Jahren ständig zugenommen. Im Jahre 2003 wurden 390.592 ha der Landesfläche als Ackerland genutzt. Heute, 10 Jahre später, sind es 402.065 ha, was einem Anstieg von 3 Prozent entspricht. Grünland wurde umgebrochen, um dieses Land einer wirtschaftlicheren Nutzung zuführen zu können. Natürliche Gegebenheiten begrenzen aber zunehmend diese Entwicklung. So sind Lagen ab einer bestimmten Hangneigung und Überschwemmungsgebiete in Flussauen für die Ackernutzung nicht geeignet.

Tabelle 1: Bedeutung der Ackerkulturen

200320092010201120122013*03:1211:12

Zahl%Zahl%
Acker-
land
390.592396.194401.864401.623401.854402.06511.2622,92310,1
Weizen8710611145011990011751010826312345421.15724,3-9.247-7,9
Triticale1469318036171001623417919204463.22622,01.68510,4
Roggen852611304112031096412900149124.37451,31.93617,7
Winter-
gerste
330833870035600351243119037865-1.893-5,7-3.934-11,2
Winter-
raps
31271448904577943925458874643814.61646,71.9624,5
Brau-
gerste
7895448922411054443650249-28.705-36,45.81313,1
Hafer111517177623454135560-5.591-50,11472,7
Körner-
mais
6577762388428904111804.60370,02.27625,6
Acker-
futter
2943923908231582502024820-4.619-15,7-200-0,8
Silo-
mais
163132621328943307153320716.894103,62.4928,1
Stillle-
gung
32.73898731132093158206-24.532-74,9-1.10913,5
* Prognose, Quelle: Statistisches Landesamt, Bad Ems; eigene Berechnungen

Beim 10-jährigen Vergleich ist auffallend, dass insbesondere der Anbau von Winterweizen um 25 Prozent und der von Winterroggen gar um 50 Prozent zugenommen hat. Dagegen wurde der Anbau von Sommergerste um über 1/3 eingeschränkt. Verdoppelt hat sich der Anbau von Silomais. Auffallend ist auch, dass die stillgelegte Fläche von 32.738 ha auf 8.206 ha zurück ging. Entsprechend der wirtschaftlichen Gegebenheiten wurde der Anbau von bestimmten Kulturen erheblich ausgeweitet. So wurde der Anbau von Silomais mit dem Bau von Biogasanlage wirtschaftlich immer interessanter. Seit Jahren ist die Flächenverwertung bei dieser Kultur am höchsten.    

Im Jahresvergleich spiegeln sich die Auswinterungsschäden bei Wintergetreide durch die Frostperiode im Februar letzten Jahres. Auf den nochmals zu bestellenden Flächen wurde Sommergerste (+13,1 Prozent), Körnermais (+25,6 Prozent) und Biogasmais (+8,1 Prozent) angebaut.Im Herbst wurde die Anbaufläche bei den wichtigsten Wintergetreidearten erheblich ausgeweitet. So hat sich die bestellte Fläche bei Winterweizen um 21,3 Prozent vergrößert. Bei der Wintergerste ist die Anbaufläche  um gut 1/5 (21,4 Prozent) ausgeweitet worden, bei Roggen sind es 15,6 Prozent und bei Triticale 14,1 Prozent. Sollte die Witterung im Winter normal verlaufen, d.h. keine Kahlfröste unter – 20 Grad über mehrere Wochen auftreten,  so steht für die Bestellung der Sommerfrüchte erheblich weniger Fläche zur Verfügung als im vergangenen Jahr.

Welche Ackerfrüchte bieten sich an?
Regional spielt die Sommergerste nach wie vor eine bedeutende Rolle. Allerdings ist der Anbau in den zurückliegenden Jahren stark zurückgegangen. Die Marktpreise waren zu niedrig, um die anfallenden Kosten zu decken und dem Anbaurisiko Rechnung zu tragen. Werden für die Sommergerste nicht mindestens 4,00 Euro/dt mehr bezahlt als für Sommerweizen, so ist im Schnitt der Jahre der Anbau der zuletzt genannten Kultur interessanter. Der  Sommerweizen hat entsprechend an Fläche zugenommen. Bessere Sorten und Frühsaaten führen zu Ertragssteigerungen, die die Wirtschaftlichkeit erheblich verbessert haben.

Hülsenfrüchte wie Futtererbsen und Ackerbohnen nehmen nach wie vor eine untergeordnete Bedeutung ein. Allerdings haben die Preise für diese Eiweißfuttermittel mit der steigenden Nachfrage zugelegt; so wie sich der Sojapreis verändert, verändern sich tendenziell auch diese Preise. In einigen Bundesländern, gibt es auf der politischen Ebene Bemühungen, die das Ziel haben, die Wirtschaftlichkeit des Sojabohnenanbaus zu verbessern, um die Eigenversorgung an Eiweißfuttermitteln zu erhöhen. Das laufende Aktionsprogramm in Bayern sorgte dafür, dass der Sojabohnenanbau von gut 300 ha (2008) bis 2011 auf über 3.000 ha anstieg. Die  züchterische Bearbeitung der Sorten und verbesserte Anbaumethoden haben das Ziel, in wenigen Jahren nachhaltig bessere Ernteerträge zu erzielen. Der Anstieg bei den Sojaschrotpreisen wird diese  Bestrebungen beflügeln.

Neben den Mähdruschfrüchten konkurriert der Maisanbau um die knappen Ackerflächen. Der Körnermaisanbau wurde in den letzten Jahren nur geringfügig erweitert; rd. 8.000 ha werden in Rheinland-Pfalz mit dieser Kultur bestellt. Wegen der weit verbreiteten Auswinterungsschäden wurden 2012 auf 11.000 ha Körnermais geerntet. Stark zugenommen hat aber der Silomais- bzw. Biogasmaisanbau. Von 2003 bis 2012 hat sich der Flächenanteil von rund 16 000 ha auf über 32.000 ha verdoppelt. Die Nachfrage der Biogasanlagen nach Biomasse, die das Biogas zu Strom- und Wärme veredelt, hat zu dieser Entwicklung geführt. Der überwiegende Teil dieser Flächenausweitung kommt von der Stilllegung. Die stillgelegten Flächen verminderten sich in den letzten 10 Jahren von knapp 32000 ha auf unter 10.000 ha.

Im Frühjahr werden natürlich auch die Zuckerrüben gedrillt und die Kartoffeln gesteckt. Die von diesen Ackerfrüchten beanspruchte Ackerfläche ist über die Jahre gesehen sehr konstant. Ursache hierfür sind mengenbezogene feste Abnahmeverträge durch die Marktpartner. Deshalb stellen diese Kulturen nur eine untergeordnete Konkurrenz um die Ackerfläche dar.

Welche Deckungsbeiträge lassen sich erzielen?

Für die Berechnungen wurden folgende Annahemen getroffen. Zum einen wurden bei den Naturalerträgen der fünfjährige Durchschnitt angesetzt; dies trägt den jährlichen Schwankungen  Rechnung. Zum andern leiten sich die Marktpreise von den von der Warenterminbörse vorausgesagten Preisen ab. Zu diesen Erlösen bietet auch der Handel Vorverträge zur Ernte 2013 an. Zum dritten stehen hinter den Kostenpositionen aktuelle Preise für die Betriebsmittel. Die Bedarfszahlen bei der Düngung leiten sich von den Erntemengen ab. Hinsichtlich der Aufwandsmengen wird von durchschnittlichen Gegebenheiten ausgegangen.

Tabelle 2: Wirtschaftlichkeit der Sommerungen 2013

EinheitSommer-
weizen
HaferSommer-
gerste

Futter-
erbsen

Soja-
bohnen

Körner-
mais
Biogas-
mais
Ertragdt/ha52,144,251,633,227,496,7475
Preis
(brutto)
€/dt26,92123,825,749,823,74,00
Marktleis-
tung
14019281228853136522921900
Saatgut1137096133267209225
Düngung2812022189399380656
Pflanzen-
schutz
13159121130118137137
direkte
Kosten
5253314353564847261018
dkfL*8768974184978811566882
Technik170170180157161170155
Ernte1301301301501501750
Hagelver
sicherung
25202636384835
Trocknung45384545684580
sonstige11944341517
variable
Kosten
90669881678893515921225
Deckungs-
beitrag
49523041265430700675
RangIIIVVIIVIII
Quelle: LfL Bayern; eigene Berechnungen

Der Sommerweizen bringt bei 52,1 dt/ha Ertrag und einem Preis von 26,90 Euro/dt einen Markterlös von 1.401,00 Euro/ha. Werden von diesem Betrag die direkten Kosten für Saatgut 113,00 Euro, für  Düngung 281,00 Euro und für Pflanzenschutz 131,00 Euro abgezogen, so verbleiben als direktkostenfreie Leistung 876,00 Euro. Die variablen Kosten für Schlepper, Pflug, Saatbeet-kombination, Düngerstreuer, Pflanzenschutzspritze, Kipper und Grubber betragen 170,00 Euro. Der Drusch des Weizens durch den Lohnunternehmer kostet 130,00 Euro. Um gegen Hagel versichert zu sein, ist ein Prämie von 25,00 Euro fallig. Im Schnitt der Jahre sind 45,00 Euro für die Trocknung feuchter Ware zu kalkulieren. Mit den sonstigen Kosten in Höhe von 11,00 Euro kommen 906,00 Euro variable Kosten zusammen. Diese von der Marktleistung abgezogen führen zu einem Deckungsbeitrag mit 495,00 Euro.

Der Hafer, als Gesundungsfrucht in der Fruchtfolge, lässt einen Ertrag von 44,2 dt/ha erwarten. Bei einem Erlös von 21,00 Euro/dt werden 928,00 Euro/ha Markterlös erzielt. Durch die geringen Ansprüche bei Düngung und Pflanzenschutz betragen die direkten Kosten pro ha nur 331,00 Euro. Die variablen Kosten summieren sich auf knapp 700,00 Euro/ha. Es verbleibt ein Deckungsbeitrag von 230 Euro/ha.

Die Ertragserwartungen bei Sommergerste liegen bei knapp 52 dt/ha. Beim Preis von 23,80 Euro/dt ist berücksichtigt, dass ein Teil der Gerste (40 Prozent)  nicht den Qualitätsanforderungen des Handels an Braugerste entspricht. Dieser Teil kann nur zum Futtergerstenpreis abgerechnet werden. Unter diesen Bedingungen errechnet sich eine Marktleistung von 1.228,00 Euro. Die direkten Kosten belaufen sich auf 435,00 Euro/ha. Dieser Kostenblock und die anderen variablen Kosten führen zu 816,00 Euro an variablen Kosten. Dieser Betrag von der Marktleistung abgezogen ermöglicht einen Deckungsbeitrag von  412,00 Euro/ha.

Von den Hülsenfrüchten bieten sich die Futtererbsen und die Sojabohnen zum Anbau an.  Futtererbsen werden seit Jahren auf etwa 1.000 ha Ackerfläche angebaut. Die Sojabohnen kamen bisher nur auf wenigen 100 ha zum Anbau. Die Futtererbsen erreichen bei gut 33 dt/ha Ertrag und gut 25,00 Euro /dt Erlös eine Marktleistung von 853,00 Euro/ha. Der geringe Aufwand bei den Direktkosten lassen eine direktkostenfreie Leistung von knapp 500,00 Euro/ha zu. Allerdings lassen die restlichen variablen Kosten nur einen Deckungsbeitrag von 65,00 Euro/ha zu. Bei der Bestellung der Äcker mit Sojabohnen kann von einem Bohnenertrag von gut 27 dt/ha ausgegangen werden. Der Spitzenertrag lag im vergangenen Jahr bei 40 dt/ha. Mit dem mehrjährigen  Durchschnittsertrag und den erzielbaren Preisen kommen 1.365,00 Euro/ha an Marktleistung zusammen. Da das Saatgut "geimpft" werden muss, damit die Pflanze ausreichend Luftstickstoff binden kann, ist es mit 267,00 Euro/ha relativ teuer. Diese Kosten und die für Dünger und Pflanzenschutz führen zu 484,00 Euro/ha direkten Kosten. Die Summe der variablen Kosten schlägt mit 935,00 Euro/ha zu Buche. Mit 430,00 Euro/ha wird ein guter Deckungsbeitrag erzielt. Mit Spitzenerträgen liegt der Deckungsbeitrag bei 1.278,00 Euro/ha.

Seit dem Biogasboom und den Preisen für Körnermais über 20,00 Euro/dt ist der Maisanbau sehr interessant geworden. Dem entsprechend wurde der Anbau auch ausgeweitet.

Mit knapp 100 dt/ha Ertrag trockener Ware und einem Preis von fast 24,00 Euro/dt beträgt die Marktleistung 2.292,00 Euro/ha. Die variablen Kosten mit 1.592,00 Euro/ha nehmen eine Spitzenstellung im Vergleich mit den Alternativkulturen ein. Herausragende Kostenposition sind die Trocknungskosten mit 458,00 Euro/ha. Dennoch wird aber ein Deckungsbeitrag von 700,00 Euro/ha erwirtschaftet.

Der Silomaisanbau, wobei ein großer Teil der Biomasse für Biogasanlagen erzeugt wird, schneidet fast so gut ab wir Körnermais. Bei diesem Verfahren bringt ein Ertrag von 475 dt/ha und ein Preis von 4,00 Euro/dt an Erlös 1.900,00 Euro/ha. Der größte Kostenbrocken sind die Düngekosten mit 656,00 Euro/ha. Da der Biogasmais meist stehend auf dem Feld verkauft wird fallen keine Erntekosten an. Deshalb liegen die variablen Kosten mit 1.225,00 Euro/ha weit unter denen des Körnermaises. Der Deckungsbeitrag liegt deshalb mit 675,00 Euro/ha nur geringfügig unter dem Wert des Körnermaises.

Wie der Übersicht weiter zu entnehmen ist, liegen die Maisvarianten bei der Flächenverwertung mit 700,00 bzw. 675,00 Euro/ha an der Spitze. Den 3. Platz nimmt der Sommerweizen mit 495,00 Euro/ha ein. Es folgen die Sojabohne (430,00 Euro/ha) und die Sommergerste (412,00 Euro/ha). Der Hafer mit 230,00 Euro/ha und die Futtererbsen, die die Fläche nur mit 65,00 Euro/ha verwerten, stehen in der Rangfolge ganz hinten.

Vollkosten in diesem Jahr gedeckt?     

Seit Jahren erreichen die meisten Ackerbauern keine kostendeckenden Preise am Markt. Die erzielten Gewinne stammen überwiegend aus der Flächenprämie, die vor Jahren als Ausgleich für die Preissenkung bei Mähdruschfrüchten auf Weltmarkniveau eingeführt wurden; zuletzt wurden ca. 300,00 Euro/ha ausbezahlt. Hinzu kommt, dass sich viel Familien mit einem Stundenlohn von weniger als 10,00 Euro zufrieden geben müssen, weil der Betrieb nicht mehr hergibt. In den letzten beiden Jahren konnten sich die Preise für Getreide und Raps sehr günstig entwickeln. Zum einen stieg die Nachfrage wegen zunehmender Bevölkerung und mehr Bedarf an Futtergetreide für die Fleischerzeugung an. Zum andern stieg die Nachfrage nach Ackerfläche für den Anbau von Biomasse zur Energiegewinnung rasant an.

Der Deckungsbeitrag als Kenngröße für die Flächenverwertung beinhaltet den Geldbetrag, der zur Deckung der anderen Kosten bereit steht. Das sind zunächst die festen Kosten wie beispielsweise der Substanzverzehr bei Maschinen und Gebäuden; hierfür steht die Absetzung für Abnutzung (Abschreibung). Bei der Technik sind Kosten nach Maschinenringverrechnungssätzen angesetzt. Bei den Lagerkosten sind es Jahreskosten, die entstehen bei durchschnittlichen Baukosten. Ebenso sind die allgemeinen Kosten, wie die Zahlungen für Betriebsversicherungen, Steuern, Verbandsbeiträge und kommunale Abgaben, Durchschnittswerte, die aus der Agrarstatistik entnommen sind. Die kalkulatorischen Kosten, wie Zins fürs Eigenkapital, sind mit 2 Prozent angesetzt, als Lohnansatz wurden 15,00 Euro die Stunde gewählt und als Pachtansatz gelten 220,00 Euro/ha. Es stellt sich also die zentrale Frage: Kann der landwirtschaftliche Unternehmer einen Unternehmergewinn erwirtschaften?

Übersicht 3: Kostendeckung ohne Prämie möglich? 

EinheitSommer-
weizen
HaferSommer-
gerste
Futter-
erbsen
Soja-
bohnen
Körner-
mais
Biogas-
mais
Deckungs-
beitrag
49523041265430700675
Technik203183202175180208158
Lager507160302895-
Fläche220220220220220220220
sonstige*115115115115115115115
kalkulatorische
Kosten**
203204204200200115195
allgemeine und
feste Kosten
791793801740743753688
Unternehmer-
gewinn
- 296- 563- 389- 675- 313- 53- 13
Vollkostenha1.6971.4911.6171.5281.6782.3451.913
Zielpreis€/dt32,633,5131,3442,0261,0224,254,03
* Berufsgenossenschaft, Verbandsbeiträge, Versicherungen
** Zins: 2 %, Pachtansatz: 220 €/ha, Lohn: 15 €/Akh

 

Die Futtererbsen schneiden auch bei dieser Betrachtung mit minus 672,00 Euro am schlechtesten ab. Die 65,00 Euro/ha an Deckungsbeitrag reichen bei weitem nicht aus, um allgemeine und feste Kosten, die 740,00 Euro/ha betragen, zu decken. Auch der Hafer (minus 563,00 Euro/ha) und die Sommergerste (minus 389,00 Euro/ha) lassen eine kostendeckende Produktion nicht zu. Mit den 300,00 Euro/ha an Flächenzahlung kann  das Minus lediglich teilweise ausgeglichen werden. Mit der Ausgleichszahlung kommen beim Anbau von Sojabohnen (minus 313,00 Euro/ha)  fast alle Kosten wieder herein. Die Nutzung der Ackerfläche mit Sommerweizen lässt einen Überschuss zu. Volle Kostendeckung und einen Unternehmergewinn kommt aus dem Anbau von Körner- und Biogasmais. Beim Körnermais sind es 247,00 Euro/ha und beim Mais für Biogasanlagen 287,00 Euro/ha.

Lautet das Ziel volle Kostendeckung ohne Ausgleichszahlungen, so sind die Markterlöse nach  wie vor zu niedrig. Um alle Kosten zu decken, wäre bei der Sommergerste ein Preis von 32,60 Euro/dt erforderlich. Der Hafer müsste 33,50 Euro/dt bringen, die Sommergerste 31,30 Euro/dt, bei den Futtererbsen liegt der Zielpreis bei 42,00 Euro/dt und bei den Sojabohnen gar bei 61,00 Euro/dt. Der Maisanbau rechnet sich beim Körnermais bei einem Erlös von 25,25 Euro/dt und der Biogasmais muss 4,03 Euro/dt erzielen, wenn alle Kosten gedeckt sein sollen.

Was lässt sich festhalten?

Wenn nicht noch starke Fröste den Winterungen zusetzen und eine Nachsaat erfordern, steht weniger Fläche für die Bestellung der Sommerungen zur Verfügung als 2012. Die beste Flächenverwertung verspricht der Anbau von Körner- oder Biogasmais. Der Sommerweizen schlägt die Sommergerste. Hinzu kommt bei der Sommergerste noch das höhere Anbaurisiko. Aufgrund des stark gestiegenen Preises für Sojaschrot hat sich die Wirtschaftlichkeit des Anbaus dieser Kultur erheblich verbesset. Wenn die Standortverhältnisse für den Anbau von Sojabohnen geeignet sind, ist eine sehr gute Flächenverwertung gegeben. Auch wenn die Erzeugerpreise bei den Mähdruschfrüchten in letzter Zeit Höchststände erreicht haben, sind die Preise vielfach noch nicht kostendeckend. Um dieses Ziel zu erreichen sind zumindest solche Preise erforderlich, die 5,00 bis 8,00 Euro/dt über den aktuellen liegen.

Karl Riedesser, Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz

Kammerpräsident

© DBT/Simone M. Neumann

Ökonomierat Norbert Schindler

Pressekontakt

Heiko Schmitt
Tel.: 0671 793-1177
Email: heiko.schmitt(at)lwk-rlp.de 

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