Das Gewerbegebiet, das eigentlich niemand will

TOP 5 des "Flächenfraß" der Regionalplanung Rhein-Neckar: Die Nummer zwei liegt in der Ludwigshafener Gemarkung.

Der Regionalplan für die Metropolregion Rhein-Neckar leistet dem „Flächenfraß“ Vorschub. Er sieht eine weitere Ausweisung von Wohn-, Industrie- und Gewerbeflächen vor. Das Potenzial für Wohnbauflächen beträgt rund 2.500 Hektar. Nun sollen noch mindestens weitere 200 Hektar hinzukommen. Bei den Gewerbeflächen sind es 2.000 Hektar, die planungsrechtlich bereits gesichert sind. Dennoch sollen dort auch noch 500 Hektar hinzukommen. Die Stellungnahme der Landwirtschaftskammer dazu fiel kritisch aus, doch es wird weiter geplant, ohne Rücksicht auf Verluste. Ein Team der Abteilung Raumordnung der Landwirtschaftskammer befasst sich seit geraumer Zeit intensiv mit diesem Regionalplan und stellt nun die „Top 5“ vor – die fünf gravierendsten Fälle von Flächenverbrauch. Den Anfang machte Wörth. Diesmal geht es um die Nummer 2: Ludwigshafen.

Um welche Fläche geht’s?

Um 21 Hektar landwirtschaftliche Fläche mit durchschnittlich 80 Bodenpunkten in der Gemarkung Ludwigshafen. Dort wird intensiver Gemüseanbau betrieben, außerdem befinden sich dort landwirtschaftliche Aussiedlungen mit Tierhaltung. Die hochproduktive Fläche ist voll zur Beregnung erschlossen und hat einen Anschluss an das Zentralberegnungsnetz. Vor der Änderung in der regionalen Raumordnungsplanung galt sie als Vorrangsfläche Landwirtschaft.

Was ist die Besonderheit?

Abgesehen von dem besonderen Wert, den diese Fläche für die Landwirtschaft hat: Die Stadt Ludwigshafen hat bereits 2019 beschlossen, dass das bereits im Regionalplan bestehende Gewerbegebiet auf Ludwigshafener Gemarkung NICHT realisiert werden soll. Die Planungsgemeinschaft weiß das. Aber statt das Gebiet aus dem Regionalplan herauszunehmen und wieder der Landwirtschaft zuzuschreiben, soll es um 21 Hektar vergrößert werden. Die Stadt Ludwigshafen hat zudem bereits das Unternehmen „CIMA Beratung und Management GmbH“ beauftragt, eine Ersatzflächenbewertung durchzuführen, um die seitens der Stadt Ludwigshafen abgelehnte Gewerbefläche nördlich von Ruchheim an anderer Stelle zu ersetzen.

Warum die Regionalplanung die Pläne dennoch weiter verfolgt, ist unklar.

Hier geht's zur Nummer eins der "TOP 5": Wörth.

Kammerpräsident

© DBT/Simone M. Neumann

Ökonomierat Norbert Schindler

Pressekontakt

Heiko Schmitt
Tel.: 0671 793-177
Email: heiko.schmitt(at)lwk-rlp.de 

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