Neben erfahrenen Sachverständigen aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland nahmen auch interessierte Fachleute teil, die eine öffentliche Bestellung und Vereidigung anstreben, sowie Personen, die sich bereits im laufenden Bestellungsverfahren befinden. Für sie bot die Tagung eine gute Gelegenheit, weitere Einblicke in die Sachverständigentätigkeit zu gewinnen und Kontakte innerhalb des Netzwerks zu knüpfen.
Nach der Begrüßung durch Ökonomierat Eberhard Hartelt, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, stand am Vormittag der Tagung insbesondere das Sachverständigenrecht im Mittelpunkt. Prof. Jürgen Ulrich, Vorsitzender Richter a. D., referierte über das Urheberrecht für Sachverständige und gab einen umfassenden Überblick über grundlegende Aspekte des Sachverständigenrechts.
Am Nachmittag vertiefte ein differenziertes Fachprogramm aktuelle Themen aus den verschiedenen grünen Fachgebieten. Im Bereich Landwirtschaft und Weinbau wurde unter anderem die Ermittlung von Erschließungskosten aus Kaufverträgen für die Bewertung landwirtschaftlicher Betriebe im Außenbereich behandelt. Darüber hinaus standen Anforderungen der guten fachlichen Praxis im Hinblick auf Erosionsschutz und Bodenbearbeitung im Weinbau auf der Agenda.
Im Gartenbau ging es um die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Bambus sowie um die sachverständige Beurteilung von Flächenbefestigungen bei Kundenbeanstandungen. Im Bereich Forsten wurden unter anderem die neue Grundsteuer aus Sicht der Sachverständigen sowie aktuelle politische Diskussionen rund um die EU-Wiederherstellungsverordnung („Nature Restoration Law“) aufgegriffen.
Die Jahrestagung bot damit nicht nur fachliche Impulse, sondern auch reichlich Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung der Teilnehmenden. Solche Veranstaltungen tragen wesentlich dazu bei, die Qualität der Sachverständigentätigkeit weiterzuentwickeln und aktuelle Entwicklungen frühzeitig aufzugreifen.
Hintergrundinformationen
In Rheinland-Pfalz sind derzeit insgesamt 68 Sachverständige in den sogenannten „Grünen Berufen“ öffentlich bestellt und vereidigt. Sie erstellen unabhängige Gutachten für Gerichte, Behörden, Unternehmen sowie private Auftraggeber und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur fachlich fundierten Entscheidungsfindung in zahlreichen Fragestellungen der Land- und Forstwirtschaft sowie des Garten- und Weinbaus.
Bei Interesse an der Sachverständigentätigkeit besteht immer die Möglichkeit zur unverbindlichen Teilnahme an den Veranstaltungen, aber auch für persönliche Informationsgespräche.
Weitere Informationen zur öffentlichen Bestellung und zum Sachverständigenwesen sowie eine Liste aller öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen finden Sie auf unserer Internetseite.
Gerne kann man sich auch direkt bei den Mitarbeitern des Referates Sachverständigenwesen und Agrarstatistik (Telefon 0671/793-105, -627, -120, -124) melden.
