
Fördergemeinschaft Braugerste RLP e.V.
Über uns
© LWK RLP

Entstehungsgeschichte:
Die Brauindustrie durchfuhr eine enorme Expansion bis 1914. Durch den Ersten Weltkrieg, die anschließende Weltwirtschaftskrise und den Zweiten Weltkrieg geriet diese Expansion ins Wanken, Anbaugebiete waren komplett zerstört.
Am 1. März 1948 gründeten Mälzer und Brauer rund um Worms die „Arbeitsgemeinschaft Braugerstenbau“ mit der Geschäftsstelle in Worms. Seit 1989 nennt sich der Verein „Fördergemeinschaft Braugerste Rheinland-Pfalz e.V.“
Zunächst konzentrierte sich die Entwicklung der Arbeitsgemeinschaft auf die Regionen Rheinhessen und die Pfalz. Erst im späteren Verlauf wurden die Arbeiten der Arbeitsgemeinschaft auf ganz Rheinland-Pfalz und damit Standorte wie Bitburg, Daun oder Wittlich ausgeweitet.
Als Netzwerk aus Landwirten, Mälzereien, Brauereien, Verbänden und Forschungseinrichtungen wird der Dialog entlang der Wertschöpfungskette - vom Feld bis ins Glas - gefördert. Eine solch enge Zusammenarbeit aller Institutionen einer Wertschöpfungskette ist nicht selbstverständlich und stellt in Rheinland-Pfalz ein Alleinstellungsmerkmal dar.
Unsere Aufgabenbereiche:
Aufgabe dieses vertikalen Verbundes ist laut Satzung die Förderung des Qualitätsbraugerstenanbaues in organisatorischer, pflanzenbaulicher, technologischer und wissenschaftlicher Hinsicht. Dabei sind die Belange von Erzeugern, Pflanzenzüchtern, Erfassern, Mälzern und Brauern aufeinander abzustimmen. Erfüllt werden diese Aufgaben über die jährliche Ausrichtung und Durchführung von Braugerstenfahrt, Braugerstenbonitur, Braugerstentag, Ausstellung und Prämierung, Gespräche mit Marktpartnern, die Unterstützung der Arbeit der regionalen Braugerste-Anbaugemeinschaften und der bundesdeutschen Braugerstengemeinschaft. Die Mitwirkung bei der Planung von Braugerstenversuchen und der Entscheidung über die empfohlene Sorte, ergänzen die Aktivitäten.
Unsere Arbeit basiert auf folgenden Grundpfeilern:
- Qualität sichern - durch Beratung, Sortenwahl, Wissensvermittlung und stetige Weiterentwicklung.
- Zusammenarbeit stärken - durch Vernetzung der Partner und gemeinsame Projekte.
- Zukunft gestalten - durch innovative Ansätze, nachhaltige Anbaustrategien und den Blick auf kommende Herausforderungen.
Unsere Ziele:
- Förderung des Braugerstenanbaus in RLP
- Sicherstellung hoher Qualitätsstandards für Mälzereien und Brauereien
- Unterstützung der Landwirte durch Beratung, Versuchsflächen und Sortenempfehlungen
- Kooperation zwischen Landwirtschaft, Forschung und Wirtschaft ausbauen
- Nachhaltige und klimafreundliche Produktionsmethoden voranbringen
- Öffentlichkeitsarbeit zur Bedeutung regionaler Braugerste
⇒ Wir stehen für Transparenz, praxisnahe Beratung und die Förderung regionaler Strukturen im Braugerstenanbau.
Wichtige Links:
Aktivitäten im Jahresverlauf
Braugerstenrundfahrt
© LWK RLP/Isabelle Sando

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Die jährliche Braugerstenrundfahrt in Rheinland-Pfalz ist eine Veranstaltung der Fördergemeinschaft Braugerste Rheinland-Pfalz e.V., die Landwirte und Fachleute zusammenbringt, um Braugerste auf den Feldern zu besichtigen und aktuelle Entwicklungen in Anbau, Sorten und Marktlage zu diskutieren. Die Rundfahrt 2025 fand in der Region Vulkaneifel statt, während die Veranstaltung 2024 in Rheinhessen stattfand.
Technischer Ausschuss
© LWK RLP/Isabelle Sando

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Der Technische Ausschuss der Fördergemeinschaft Braugerste Rheinland-Pfalz e.V. ist ein Expertengremium, das Sortenempfehlungen für den Braugerste-Anbau in Rheinland-Pfalz ausspricht, um den wirtschaftlichen Erfolg zu sichern. Die Mitglieder stammen aus den Reihen der Erzeuger, des Handels, der Malzindustrie, der Brauwirtschaft und des staatlichen Versuchswesens. Der Ausschuss bewertet regelmäßig Sorten anhand von Versuchen und gibt Empfehlungen für den Anbau für das jeweilige Jahr heraus.
Sortenempfehlung 2025
Für das Anbaujahr 2025 wird vom Technischen Ausschuss der Fördergemeinschaft Braugerste Rheinland-Pfalz e.V. für Mittel- und Höhenlagen die Sorte Lexy (Züchterhaus Breun) empfohlen.
Für die frühen Lagen wird vom Technischen Ausschuss der Fördergemeinschaft Braugerste e.V. die Sorte Amidala (Züchterhaus Nordsaat) empfohlen.
Die Sorte LG Caruso (Limagrain) wird für den Vertragsanbau empfohlen.
Für den großtechnischen Versuchsanbau in Rheinland-Pfalz 2025 hat sich der Ausschuss für die vom Bundessortenamt neu zugelassenen Sorten LG Baryton (Limagrain) und Excalibur (Saatzucht Ackermann) ausgesprochen, da sich diese als interessante Sorten mit Potenzial präsentieren. LG Baryton und Excalibur werden in beiden Klimaräumen von Rheinland-Pfalz, sowohl im Hunsrück, als auch in Rheinhessen, auf jeweils 10 ha, gegen die Sorte Lexy in der Praxis geprüft.
Braugerstentag
© LWK RLP/Isabelle Sando

© LWK RLP/Heiko Schmitt

Braugersten-Tag 2025: Ein starkes Signal für die gesamte Wertschöpfungskette in Rheinland-Pfalz
Am 25.11. fand erneut der Höhepunkt der Fördergemeinschaft Braugerste RLP e.V. statt: der jährliche Braugersten-Tag. Auch in diesem Jahr überzeugte die Veranstaltung mit spannenden Vorträgen, wertvollen Fachimpulsen und der Ehrung der Gewinnerinnen und Gewinner des Braugersten-Wettbewerbs. Trotz der aktuell anspruchsvollen Anbau- und Marktsituation war die Stimmung positiv - und der gemeinsame Wille zur Weiterentwicklung war spürbar.
- Austausch aller Akteure in der Branche
- Diskussion der neusten Entwicklungen
- Ehrung Gewinner Braugerstenwettbewerb und Ausstellung der Muster
Das Berliner Programm
© LWK RLP/Isabelle Sando

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In enger Zusammenarbeit mit dem Bundessortenamt werden im Berliner Programm neu zugelassene Braugerstensorten auf ihre Verarbeitungseignung in Mälzerei und Brauerei geprüft und bewertet.
Deutsche Braugerste
Braugerste wird auch als die Seele des Bieres bezeichnet, denn sie gibt, verarbeitet zu Braumalz, dem Bier Geschmacksfülle und Farbe. Untergärige Biere wie helles und dunkles Lagerbier, Export oder Pils dürfen in Deutschland nur aus Gerstenmalz gebraut werden. Die zweizeilige Sommergerste ist eine Sonderkultur, die allein für die Malzbereitung angebaut wird. Grundlage für eine ausgezeichnete Braugerstenqualität ist eine intensive Zusammenarbeit von Braugerstenzüchtern, spezialisierten Ackerbaubetrieben, Braugerstenfördergemeinschaften, Erfassungshandel, Mälzereien und Brauereien, sowie die konsequente Sortenprüfung und Zulassung durch das Bundessortenamt. Damit besitzt das Bierland Deutschland die besten Voraussetzungen für die Erzeugung von hochwertiger Qualitätsbraugerste.
Braugerstenzüchtung
Die Erfolge der Braugerstenzüchtung, die in Deutschland seit über 100 Jahren betrieben wird, sind beachtlich. So konnte eine erhebliche Steigerung der Ertragsleistung bei Braugerste erzielt werden. Hatte in der Vergangenheit die Ertragsleistung Vorrang, so stehen heute neben der Ertragsleistung auch Ertragssicherheit und die verwendungsgerechte Qualität als oberste Zuchtziele bei den Züchterhäusern fest. Bis eine neue Braugerstensorte jedoch die Akzeptanz der Verarbeitungsindustrie erfährt, vergehen einige mühevolle Jahre der Zuchtarbeit und der Prüfung der Sorte durch verschiedene Institutionen.
Weiterführende Infos:
https://www.braugerstengemeinschaft.de/berliner-programm/braugerstenzuechtung/
Verarbeitungsempfehlung
Seit der Überarbeitung des Berliner Programms im Jahre 2005 vergibt die Braugersten-Gemeinschaft e.V. für Sorten, die das Berliner Programm erfolgreich durchlaufen haben die "Verarbeitungsempfehlung des Berliner Programms". Die Markteinführung, sowie die Marktakzeptanz neu zugelassener Braugerstensorten werden durch die Verarbeitungsempfehlung schneller in die Praxis umgesetzt, so daß der Zuchtfortschritt der gesamten Wertschöpfungskette zeitnah zur Verfügung steht.
Weiterführende Infos:
https://www.pflanzenbau.rlp.de/Pflanzenbau/Aktuelles/SortenempfehlungSommerungenzurAussaat2026


