Vergangene Projekte
EIP-Projekt: Regenerativer Pflanzenbau
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Klimatische Veränderungen fordern ein Umdenken bisheriger Pflanzenbausysteme. Vermeidung von Bodenbearbeitung und eine ganzjährige Bodenbedeckung, welche durch einen Zwischenfruchtanbau sichergestellt wird, sollen durch Erhöhen der Bodenfruchtbarkeit die Resilienz des Pflanzenbausystems steigern. Dieses Projekt beinhaltete einen Paarvergleich auf neun Projektflächen, welche in einer trockenwarmen Ackerbauregion gelegen, zwischen zwei Anbauverfahren, der betriebsüblichen Anbaumethode (konservierende Bodenbearbeitung, Stoppelbearbeitung) und eine auf Direktsaat und Zwischenfruchtanbau basierende Methode. Die Kultur auf der jeweiligen Projektfläche wurde vom bewirtschaftenden Landwirt festgelegt. Agronomische Größen wie Pflanzendichte und weitere artspezifische Ertrags- sowie Qualitätsparameter auf den beiden Hälften der jeweiligen Projektfläche erhoben.
Die Zwischenfruchtmischung, bestehend aus 11 Arten, wurde unmittelbar nach der Ernte durch Direktsaattechnik etabliert. Potentielle Komponenten in solchen Mischungen, die besonders unter trockenen Bedingungen einen sicheren Auflauf gewährleisten, wurden in Exaktversuchen in zwei Jahren evaluiert. Die Auswirkungen der beiden Anbaumethoden hinsichtlich Nmin Gehalten und Regenwurm-Population wurden auf den neun Versuchsflächen untersucht. Eine ökonomische Bewertung der Anbaumethoden wurden kulturspezifisch vorgenommen. In der Anbaumethode Regenerativer Pflanzenbau lag eine geringere Pflanzendichte vor, die bei Sommerkulturen zu geringeren Erträgen führten. Die Qualität der Ernteprodukte war meist vergleichbar, Unterschiede lagen meist im Proteingehalt bei Getreidearten. Daraus resultierten geringere Deckungsbeiträge. Die Zwischenfruchtmischung konnte trotz wasserschonender Bewirtschaftung nicht immer sicher etabliert werden. Eine Direktsaat-basierte Bestellung kombiniert mit permanenter Bodenbedeckung reduzierte die Nmin Gehalte im Herbst und Frühjahr und wies höhere Abundanzen an Regenwürmer auf.
Ökologische und ökonomische Bewertung des Regenerativen Pflanzenbaus
Ökologische Bewertung
© Bild von Natfot Pixabay

Die Nmin Gehalte waren sowohl im Frühjahr als auch im Herbst niedriger in der Variante „Regenerativer Pflanzenbau“, unabhängig vom Versuchsjahr. Insbesondere in der Schicht 60-90 cm wurden niedrigere Mengen mineralisierter Stickstoff gefunden. Die Bodenfeuchte in den obersten 10 cm unterschied sich meist nur um wenige Prozentpunkt (volumetrisch) zwischen den beiden untersuchten Flächen mit verschieden Anbauverfahren. Tendenziell konnte in Zeiträumen mit erhöhten Niederschlagsmengen (Frühjahr und Herbst) höhere Feuchtegrade in der Fläche „Regenerativer Pflanzenbau“ gemessen werden. Die Bodentemperatur unterschied sich nur sehr geringfügig zwischen den Flächen an allen Standorten.Bei 2 cm Bodentiefe lagen die Tages-Höchsttemperaturen in der Variante Regenerativer Pflanzenbau insbesondere in den Monaten Mai und Juni auf einem höheren Niveau, insbesondere am Standort „Am Schild“. Im Vergleich zwischen den beiden Standorten wurden geringere Bodentemperaturen am Standort „Langgewann“, auf der ein dichter Winterweizenbestand wuchs, gemessen.
Die Abundanz der Individuen unterschied sich zwischen den beiden Anbauverfahren in alle Ordnungen. Die Anzahl an Individuen war in der Ordnung Käfer bei Variante „konventionell“ signifikant höher in beiden untersuchten Zeiträumen. Die Zählung bei den Ordnung Spinnen und Springschwänze ergab ein gegenteiliges Bild. Hier war die Anzahl in Variante „Regenerativer Pflanzenbau“ höher. Der errechnete Simpson-Index ergab für die Käfer einen höheren Wert für die Direktsaatfläche, d.h. die Artenvielfalt innerhalb der Ordnung war auf dieser Versuchsfläche größer. Die Vielfalt in der Ordnung der Spinnen unterschied sich nur geringfügig für die beiden Varianten. Die durch den „Evenness“-Wert quantifizierte Gleichverteilung auf die gefunden Arten war bei den Käfern mit Werten nahe 0 sehr gering, d. h. einzelne Arten kamen deutlich häufiger vor als andere. In der Ordnung Spinne verteilten sich die Individuen gleichmäßiger auf die Arten. An beiden Standorten stieg sowohl die Anzahl der Individuen als auch die Biomasse an Regenwürmern je m² in der regenerativen Varianten verglichen zur konventionellen Fläche. Lediglich die höhere Anzahl an Individuen ließ sich statistisch mit Signifikanz belegen. Bei Betrachtung der einzelnen Arten wird deutlich, dass gerade anözisch und endogäisch lebende Arten von der Direktsaat und Dauerbegrünung profitierten, wobei sich die Standorte in der Artenzusammensetzung unterscheiden.
Ökonomische Bewertung
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Die berechneten Deckungsbeiträge fielen in der Variante Regenerativer Pflanzenbau meist geringer aus. Insbesondere in den Sommerungen fielen die Diskrepanzen zwischen den beiden Anbauverfahren deutlicher aus. Lediglich im Winterraps konnte in beiden Versuchsjahren ein höherer Deckungsbeitrag in der Variante Regenerativer Pflanzenbau erzielt werden. Im Durchschnitt der Jahre unterschieden sich die Direktkosten (Bodenbearbeitung, Zwischenfrucht, Saatgut, Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz und Ernte) nur geringfügig zwischen den beiden Anbauverfahren, sodass nicht von einer Gesamtkostensenkung durch unterlassene Bodenbearbeitung gesprochen werden kann.