
© RWZ AG/André Schenk

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Gesundes und vitales Saatgut ist eine wesentliche Voraussetzung für stabile Pflanzenbestände und zuverlässige Erträge. Nur Saatgut, das frei von Krankheiten, Verunreinigungen und Sortenabweichungen ist, kann sein genetisches Leistungspotential vollständig ausschöpfen. Es ermöglicht eine gleichmäßige Feldaufgangsdichte, fördert robuste Pflanzenentwicklungen und reduziert das Risiko von Ertrags- und Qualitätsverlusten.
⇒ Damit bildet hochwertiges Saatgut die Grundlage für eine nachhaltige und ressourcenschonende Erzeugung von hochwertigen Lebens- und Futtermitteln.
Amtliche Saatenanerkennung in Deutschland
© LWK RLP

Die Durchführung der Aufgaben nach dem Saatgutverkehrsgesetz ist in der Bundesrepublik Deutschland den Bundesländern übertragen.
Bundesweit existieren zur Zeit 15 Anerkennungsstellen. Diese Anerkennungsstellen arbeiten in der Arbeitsgemeinschaft der Anerkennungsstellen für landwirtschaftliches Saat- und Pflanzgut eng zusammen.
Ziel der Zusammenarbeit soll die einheitliche Umsetzung der Vorgaben aus dem Saatgutverkehrsgesetz, der Saatgutverordnung und der Pflanzkartoffelverordnung sein. An den Beratungen nehmen auch Vertreter von Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Bundessortenamt, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Arbeitsgemeinschaft Saatgutverkehrskontrolle und Fachgruppe Saatgut teil.
Zur einheitlichen fachlichen Umsetzung wurden Richtlinien für Feldbesichtigung, Probenahme, Kennzeichnung und Verschließung sowie Beauftragung von privaten Feldbesichtigern bzw. privaten Laboratorien erstellt.
In der verwaltungsmäßigen Abwicklung wie auch bei den Gebühren gibt es zur Zeit zwischen den einzelnen Bundesländern wesentliche Unterschiede.
Saatenanerkennung in RLP
© LWK RLP/Isabelle Sando

Die Saatenanerkennung ist eine zentrale, hoheitliche Aufgabe des Landes RLP und bildet einen wesentlichen Baustein zur Sicherstellung einer leistungsfähigen, nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Landwirtschaft. Als staatlich geregeltes Verfahren gewährleistet sie, dass ausschließlich geprüftes und zertifiziertes Saatgut in Verkehr gebracht wird - zum Schutz von Verbrauchern, Landwirten und der gesamten Wertschöpfungskette im Pflanzenbau.
Sicherung von Qualität, Reinheit und Herkunft
Im Rahmen der Saatenanerkennung werden alle relevanten Produktionsstufen - von der Vermehrungsfläche bis zum fertigen Saatgut - streng kontrolliert. Dazu zählen unter anderem:
- Feldbesichtigungen zur Überwachung des Pflanzenbestandes
- Amtliche Probennahme
- Laboruntersuchungen auf Sortenreinheit, Keimfähigkeit und Gesundheit
- Zertifizierung gemäß den rechtlichen Vorgaben des Saatgutverkehrsgesetzes und der EU-Saatgutanerkennungsrichtlinien
Diese Prüfungen stellen sicher, dass das Saatgut die hohen Qualitätsanforderungen erfüllt, frei von schädlichen Beimengungen ist und eine klare, nachvollziehbare Herkunft besitzt.
Bedeutung für Landwirtschaft, Umwelt und Wirtschaft
Die Anerkennung von Saatgut hat weitreichende Bedeutung:
- Ertragssicherheit und Sortenreinheit: Landwirte können sich auf zuverlässige Eigenschaften der Kulturen verlassen.
- Schutz vor Pflanzenkrankheiten und Schadorganismen: Nur gesundes Saatgut gelangt in Umlauf.
- Erhalt genetischer Ressourcen: Die kontrollierte Vermehrung trägt zur Bewahrung und Weiterentwicklung angepasster Sorten bei.
- Wirtschaftliche Stabilität: Qualitätsgesichertes Saatgut stärkt regionale Wertschöpfung sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Pflanzenbaus.
- Umweltschutz: Durch hohe Keimfähigkeit und Reinheit wird der Einsatz von Betriebsmitteln ressourcenschonend optimiert.
Hoheitliche Verantwortung - Neutral, zuverlässig und gesetzlich verankert
Als hoheitliche Aufgabe wird die Saatenanerkennung in RLP von der Landwirtschaftskammer neutral, unabhängig und nach klar definierten gesetzlichen Standards durchgeführt. Dies schafft Vertrauen und Transparenz für alle Marktteilnehmer. Auf diese Art und Weise wird sichergestellt, dass die gesetzlichen Anforderungen eingehalten werden und der Saatgutverkehr fair, sicher und nachvollziehbar bleibt.
Saatgutaufbereitung in Rheinland-Pfalz
Grundlage für Qualität und sichere Erträge
Die Saatgutaufbereitung stellt in Rheinland‑Pfalz einen zentralen Baustein der landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion dar. Ziel ist es, aus der geernteten Rohware qualitativ hochwertiges, keimfähiges und möglichst gesundes Saatgut zu gewinnen, das den Anforderungen von Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz entspricht. Gerade unter den standörtlich vielfältigen Bedingungen des Landes – von den Mittelgebirgslagen bis zu den Ackerbauregionen der Rheinebene – kommt der sorgfältigen Aufbereitung eine besondere Bedeutung zu.
© LWK RLP/Eva Berwanger

Der Aufbereitungsprozess beginnt mit der Annahme und Vorreinigung des geernteten Saatgutes. Dabei werden grobe Verunreinigungen wie Stroh- und Erdanteile entfernt. In weiteren Reinigungsschritten erfolgt die Trennung nach Größe, Gewicht und Form, um Bruchkörner, Auswuchs, Unkrautsamen oder krankheitsverdächtige Partien auszusondern. Moderne Reinigungs- und Sortiertechnik ermöglicht eine hohe Präzision, die sowohl der Saatgutqualität als auch der Erfüllung rechtlicher Vorgaben dient.
Ein wichtiger Bestandteil der Saatgutaufbereitung ist die Qualitätsprüfung. Das Saatgut wird auf Keimfähigkeit, Triebkraft und Gesundheit untersucht. Diese Kontrollen sind Voraussetzung für die Zertifizierung und Sicherstellung der Sortenechtheit. Insbesondere im Vermehrungsanbau spielt die Dokumentation der einzelnen Aufbereitungsschritte eine zentrale Rolle, um die Rückverfolgbarkeit sicherzustellen.
© RWZ AG/André Schenk

Je nach Kulturart schließt sich eine Saatgutbehandlung an, die dem Schutz vor samen- und bodenbürtigen Krankheiten dient. Neben konventionellen Verfahren werden auch alternative und biologische Beizmethoden eingesetzt, etwa zur Förderung der Jugendentwicklung oder zur Reduktion chemischer Pflanzenschutzmittel. Dabei stehen sowohl pflanzenbauliche Wirksamkeit als auch Umweltverträglichkeit im Fokus.
Nach Abschluss der Aufbereitung wird das Saatgut fachgerecht gelagert und abgepackt. Eine gleichmäßige Kornqualität und eine stabile Keimfähigkeit sind entscheidend für eine präzise Aussaat und einen gleichmäßigen Feldaufgang. Gerade unter den zunehmend wechselhaften Witterungsbedingungen trägt hochwertig aufbereitetes Saatgut wesentlich zur Risikominimierung und zur Sicherung der Erträge bei.
⇒Insgesamt leistet die Saatgutaufbereitung einen wichtigen Beitrag zur Produktivität, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der rheinland‑pfälzischen Landwirtschaft. Sie verbindet traditionelle Kenntnisse mit moderner Technik und ist damit ein wesentlicher Bestandteil einer zukunftsfähigen Pflanzenproduktion.
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