Projekt PLANTEIN

MuD Proteine leguminosenfreier Anbaualternativen nicht tierischer Erzeugung in Nahrungsmitteln

Chia

Das Projekt Plantein soll landwirtschaftlichen Betrieben zukunftsfähige Einkommensalternativen im Markt pflanzlicher, proteinhaltiger Nahrungsmittel aufzeigen. Im Fokus steht die Extraktion bzw. Aufkonzentrierung von Proteinen aus Roherzeugnissen von sieben nicht-legumen Pflanzen:

Sonnenblume, Amaranth, Quinoa, Körnerhanf, Leinsamen, Chia und Raps.

Den Landwirtinnen und Landwirten soll eine maximale Mitwirkung an der Wertschöpfungskette ermöglicht werden.

Gefördert durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Chancenprogramm Höfe.

Projektkulturen

Demonstrationsbasierter Ansatz

Der Anbau der Kulturen findet in Zusammenarbeit mit Demonstrationsbetrieben statt. Nach der Ernte der Kulturen werden die Roherzeugnisse mittels einer marktreifen Verarbeitungsstraße aufbereitet. Im Lebensmittel-Technikum erfolgt dann eine Weiterverarbeitung bis hin zu einem verzehrfertigen Produkt. Die wechselseitige Abhängigkeit des landwirtschaftlichen Anbaus wie auch der technischen Weiterverarbeitung wird zentraler Gegenstand der Demonstrationen sein.

Ökonomische Perspektive

Über eine Ermittlung von Deckungsbeiträgen sowie eine Darstellung der Wirtschaftlichkeit veränderter Fruchtfolgen wird das ökonomische Potenzial der unterschiedlichen Kulturen bewertet. Vermarktungsoptionen werden erarbeitet und auf ihre Wirtschaftlichkeit hin überprüft. Zusätzlich ermöglicht eine Untersuchung der entstehenden Treibhausgasemissionen eine Bewertung der Kulturen vor dem Hintergrund des Klimaschutzes.

Vermarktungsperspektiven

Die gewonnenen Erzeugnisse können entweder direkt vermarktet oder als Vorprodukt an die Lebensmittelindustrie geliefert werden. Für die Direktvermarktung müssen die Produkte der Kundschaft einen konkreten Mehrwert bieten. Die Belieferung der Lebensmittelindustrie bringt wiederum spezielle Qualitätsanforderungen mit sich, die es zu erreichen gilt. Beide Vermarktungswege bringen diverse Anforderungen mit sich, die bisher nicht Teil allgemeiner Qualitätsbetrachtungen landwirtschaftlicher Betriebe sind.

Qualität und Funktionalität

Über die Wahl der Anbaukulturen und der Kulturführung werden Proteingehalte und teilweise auch die Struktur beeinflusst. Die technische Aufbereitung (bspw. Druck, Temperatur, mechanische Beanspruchung) hat großen Einfluss auf die technofunktionalen Eigenschaften der Proteine und die Verwendungsoptionen in der Herstellung von Lebensmitteln, insbesondere von Fleischersatzprodukten.

Ziel

Obwohl der Markt einen großen Bedarf an möglichst gering verarbeiteten pflanzlichen Proteinerzeugnissen hat, ist das Wissen über die qualitativen Anforderungen in der landwirtschaftlichen Praxis kaum verbreitet, und ebenso ist die Chance, hochwertige Rohstoffe aus der Region zu beziehen, in der Lebensmittelbranche kaum beachtet. Markteintrittsbarrieren, die bisher eine große Hürde für landwirtschaftliche Betriebe darstellen, sollen identifiziert und Wege zu deren Überwindung aufgezeigt werden.
Dieses Modell- und Demonstrationsvorhaben soll Wissenslücken zwischen den Disziplinen der landwirtschaftlichen Urproduktion und der Lebensmittelindustrie durch Beteiligung von Institutionen mit vorhandenen Netzwerken (v. a. landwirtschaftliche Betriebe sowie Unternehmen der Lebensmittelverarbeitung) in beiden Disziplinen schließen und so eine Win-Win-Situation schaffen, die zur Sicherung des Einkommens landwirtschaftlicher Betriebe beiträgt.

Wissenstransfer und Vernetzung

Veranstaltungen wie Feldtage, Vorträge, Seminare Runde Tische und Exkursionen sollen sowohl Wissen vermittelt und ausgetauscht werden, als auch eine Vernetzung zwischen interessierten landwirtschaftlichen Betrieben sowie Akteuren und Stakeholdern des Sektors der alternativen Proteine ermöglichen.

Für Informationen zu aktuellen Veranstaltungen siehe Termine.

Plantein Veranstaltungs-Newsletter der Landwirtschaftskammer NRW

Termine

DLG-Feldtage 2026

16. - 18. Juni 2026

DLG Feldtage 16. - 18. Juni 2026, Internationales DLG-Pflanzenbauzentrum Bernburg/Sachsen-Anhalt

Besuchen Sie das MuD Plantein auf den DLG Feldtagen!
Stand-Nr. VE31

Quinoa, Chia und co. warten in Demo-Parzellen auf Sie und können als Erntegut am Stand Nr. VE31 auf ihrem Weg durch die Ölpresse begleitet werden. Entdecken Sie wie der Anbau von Nischenkulturen in Deutschland gelingen kann und welches Potenzial in Presskuchen steckt als proteinhaltiges Lebensmittel auf unserem Teller zu landen. Wir laden Sie ein ins Gespräch zu kommen über Potenziale und Hürden in der Vermarktung von Nischenkulturen und alternativen Proteinpflanzen. 

Im Pop-up TalkAbseits der Bohne – Perspektiven nicht-legumer Eiweißpflanzen vom Acker bis in die Verarbeitungam 17.06.2026 von 11:30 bis 11:50 Uhr geben wir einen praxisnahen Überblick zum Anbau alternativer Proteinpflanzen und sprechen über Chancen, Herausforderungen und Erfahrungen aus der landwirtschaftlichen Praxis. Es geht um die Weiterverarbeitung der Kulturen direkt auf dem eigenen Betrieb von der Ölpressung bis zur Herstellung von Proteinmehl als Grundlage für pflanzliche (Alternativ-) Produkte und schließlich um die Vermarktungsoptionen und regionale Wertschöpfungsketten zur Erschließung neuer Einkommensquellen.

Team

Projektteam (von links nach rechts)
Prof. Susanne Struck (TH OWL), Carolina Penaranda (TH OWL), Sophia Balzar (LWK RLP), Fabio Kascherus (LWK NRW), Michaela Bock (LWK NRW)

Projektkoordination

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Michaela Bock 
Michaela.Bock(at)lwk.nrw.de
Tel: 02945 989-364 
Haus Düsse 2
59505 Bad Sassendorf

Plantein-Internetseite >>>

Projektpartner

Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe
Prof. Dr.-Ing. Susanne Struck 
susanne.struck(at)th-owl.de 
Tel: +49 5261 702-5256
Campusallee 12 
32657 Lemgo

Plantein-Internetseite >>>

Kontakt LWK RLP

Sophia Balzar
Tel.: 0671 793 130
Kontaktformular >>>

Kombilogo mit Förderzusatz und Projektträger BLE