Dirk Sthamer (Agraringenieur, Betriebsleiter, Bauernhofpädagoge) hat die Teilnehmerinnen Leitungswasser aus verschiedenen Regionen und in Flaschen abgefülltes Mineralwasser verkosten lassen. Es wurden schnell Unterschiede herausgeschmeckt und die Tatsache wahrgenommen, dass Wasser nicht gleich Wasser ist. Im Anschluss wurden bei der interaktiven Hofführung die vier Elemente gesucht und entdeckt, wo Lebensmittel herkommen und auch verarbeitet werden: im Garten, auf dem Acker, auf der Wiese, im Stall, in der Backstube und in der Schulküche. Bei den Hühnern stand das Element Erde im Vordergrund: Ganz deutlich war zu erkennen, wie sehr der Boden aufgescharrt und von den Hühnern verändert wurde. Eier wurden im Stall gesucht, das Gewicht geschätzt und anschließend gewogen. Mit Hilfe von Sonnenenergie (Element Feuer) wurden die Eier im Solarkocher am Vormittag gekocht und verzehrt.
Das Element Wasser ist bei den Tieren, sowohl in Form von Wasser zum Trinken aber auch bei den Ziegen als Milch, wieder aufgetaucht. Im Garten und auf den Äckern spielt das Thema Wasser für die Pflanzen eine bedeutende Rolle, entweder natürlich durch den Regen oder auch künstlich durch die Bewässerung. Während des Rundgangs am Vormittag hatte der Wind nach und nach zugenommen, passend zu dem Element Luft. Aber auch in den Reifen des Traktors, welcher beim Bearbeiten der Äcker genutzt wird, ist natürlich Luft.
Nachhaltigkeitsziele besprochen
Nach einem kurzen Exkurs zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), vorgetragen von Umweltpädagogin Sarah Hellmann, wurden die Eindrücke von der Hofführung zusammengetragen und überlegt, wie die Themen Ernährung, Nachhaltigkeit und Natur in den Unterricht eingebracht werden können. Dabei wurden auch die 17 Nachhaltigkeitsziele erwähnt und, speziell zu dieser Fortbildung, das Ziel 2 – kein Hunger – hervorgehoben. Egal, ob es die Regenwurmkiste im Klassensaal, ein Spaziergang durch die umliegenden Felder, das Aufziehen von Pflanzen auf der Fensterbank ist oder eben der Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebes: Bei allen Beispielen können die Kinder etwas mitnehmen und Kreisläufe begreifen.
In einer Praxiseinheit war schon der Weg zu einem Getreideacker ein Erlebnis. Die unterschiedlichsten Kräuter und Pflanzen wurden unterwegs in den Blick genommen. Für die Kinder ist es wichtig, zu erkennen, dass das Mehl aus Getreide hergestellt wird und wie es verarbeitet wird. Die LoB-Koordinatorin der Landwirtschaftskammer, Maria Caesar, stellte zum Abschluss des Tages die aktuelle LoB-Fördermaßnahme „Lernort Bauernhof“ vor und gab den Lehrerinnen Tipps und Ideen für ihren Besuch auf einem LoB mit der eigenen Schulklasse.
Der Lernort Bauernhof bietet Kindern, aber auch Jugendlichen und Erwachsenen die Möglichkeit, durch die vier Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft die Themen Ernährung, Natur und Nachhaltigkeit zu begreifen und zu erleben. Bauernhöfe stehen am Anfang der Wertschöpfungskette und haben eine große Verantwortung als Primärerzeuger. Aber nicht nur die Produzenten, auch die Verbraucherinnen und Verbraucher beeinflussen durch ihr Kaufverhalten direkt, wie und was produziert wird.
Mit dem Lernort Bauernhof fördert das Land Rheinland-Pfalz in der Förderperiode 2023-2027 die Landwirtschaft und den ländlichen Raum mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Der Lernort Bauernhof ist ein von der EU kofinanziertes Vorhaben.
Foto (LWK RLP/Sarah Hellmann):
Die vier Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft in einem Kreis dargestellt: Welche Dinge auf einem Bauernhof machen die vier Elemente sichtbar?
