| Grundschulung Lernort Bauernhof (LoB)

Spannender Einstieg auf dem Hofgut Neumühle

Das Interesse am „Lernort Bauernhof“ (LoB) ist weiterhin groß: 13 engagierte Landwirtinnen und Landwirte aus Rheinland-Pfalz nutzten jetzt die Gelegenheit, sich auf dem Hofgut Neumühle in Münchweiler an der Alsenz intensiv über den Einstieg in das spannende Vorhaben Lernort Bauernhof zu informieren.
Konzentriertes Hinschauen: Die Landwirtinnen und Landwirte nahmen bei der Grundschulung Werbung für Lebensmittel unter die Lupe und verglichen die dort angegebenen Haltungsformen mit der Praxis vor Ort.

Und der nächste Termin steht auch schon: Bei einem anhaltenden Interesse seitens der Landwirtinnen und Landwirte ist eine weitere Grundschulung für 18. und 19. November 2026 in Planung.
Das Vorhaben „Lernort Bauernhof“ wird im Rahmen des nationalen GAP-Strategieplans durch Mittel des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert und von der Europäischen Union kofinanziert.
Wer den eigenen Betrieb als außerschulischen Lernort öffnen möchte, muss bereits wichtige Voraussetzungen mitbringen: einen landwirtschaftlichen Betrieb im Haupt- oder Nebenerwerb, eine Bewirtschaftung nach guter fachlicher Praxis sowie eine Ausbildung in einem grünen Beruf. Darüber hinaus durchlaufen interessierte Betriebe ein Bewerbungsverfahren – und eine verantwortliche Person nimmt an der Grundschulung teil, dem ersten Schritt auf dem Weg zur Anerkennung.
Die Grundschulung bietet einen praxisnahen und motivierenden Einstieg in den „Lernort Bauernhof“. Sie vermittelt nicht nur die wichtigsten Rahmenbedingungen für LoB-Betriebe, sondern gibt auch wertvolles Basiswissen an die Hand, um eigene Lernangebote erfolgreich zu entwickeln. Themen wie Versicherungen, rechtliche Fragen sowie die räumliche und inhaltliche Gestaltung von Lerneinheiten werden anschaulich und verständlich aufbereitet. Auch die Kalkulation passender Angebote für Schulklassen wird praxisnah erläutert.
Besonderen Raum nimmt die Vielfalt der Möglichkeiten ein: Welche Aktionen lassen sich auf dem eigenen Hof umsetzen? Was motiviert mich persönlich, mein Wissen weiterzugeben? Und welche Ressourcen stehen mir dafür zur Verfügung? Genau hier setzt die Schulung an und hilft den Teilnehmenden, ihre eigenen Ideen weiterzuentwickeln.
Mit vielen praktischen Tipps, konkreten Beispielen und direkt umsetzbaren Anregungen macht die Schulung Mut, den eigenen Betrieb als Lernort zu öffnen und Schulklassen lebendige Einblicke in die Landwirtschaft zu ermöglichen.
Bereits im Vorfeld stimmte Annette Müller-Clemm, freiberufliche Referentin im Auftrag der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof (BAGLoB e.V.), in einem Online-Vortrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auf die Inhalte der Grundschulung ein. Sie stellte dabei die Bedeutung des außerschulischen Lernorts für die BNE heraus.
Während der Schulung vermittelte Maria Caesar von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz praxisnahes Grundlagenwissen: von rechtlichen Rahmenbedingungen und Versicherungsfragen bis hin zu Ideen für die inhaltliche Gestaltung und Kalkulation von Angeboten. Besonders wertvoll für die Teilnehmenden war der direkte Einblick in die Praxis: Gemeinsam mit Bauernhofpädagogin Stefanie Jung wurde der Kuhstall erkundet und der Lernort Bauernhof an der Neumühle hautnah erlebt.

Praxisnah und kreativ begeistern
Ein zweites Highlight war der Erfahrungsbericht von Astrid Steuerwald-Ludwig, einer Pionierin der Bauernhofpädagogik. Mit viel Leidenschaft zeigte sie, wie sie Schülerinnen und Schüler für Landwirtschaft begeistert – praxisnah, kreativ und mit klaren, erreichbaren Lernzielen. Ob beim „Kartoffelspiel“ aus ihrer Lerneinheit „Tolle Knolle“ oder bei einer Wiesenmeditation: Die Teilnehmenden konnten selbst erleben, wie vielseitig und lebendig Lernen auf dem Bauernhof sein kann. Ihr Fazit: Es braucht ausgearbeitete Konzepte sowie authentische Ideen und Freude am Vermitteln landwirtschaftlicher Inhalte. Aber am Ende des Tages ist ein „Plan B“ in der Tasche notwendig. 
Am zweiten Tag stand der Austausch im Mittelpunkt: Welche Angebote passen zum eigenen Betrieb? Welche Ressourcen stehen zur Verfügung? Und was motiviert dazu, sich auf diesen Weg zu begeben? Viele Teilnehmende nahmen sich bewusst Zeit, ihre eigenen Ideen noch einmal zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Im Anschluss erarbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen erste Konzepte für eine schulische Lehreinheit auf dem Lernort Bauernhof. Durch diese Gruppenarbeit erhält man die notwendigen Werkzeuge und das notwendige Wissen, um individuelle Lehreinheiten für die Zukunft zu konzipieren. 
Das durchweg positive Feedback zeigt: Besonders das eigene Erleben und die praktischen Einblicke haben begeistert und inspiriert. Die Vielfalt der Möglichkeiten, Kindern und Jugendlichen Landwirtschaft näherzubringen, hat die Motivation der Teilnehmenden weiter gestärkt.
Ob Bauernhof, Weingut oder Gärtnerei – die Bandbreite an Themen ist groß und bietet für alle Schulformen und Altersstufen spannende Lernmöglichkeiten. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.lernort-bauernhof-rlp.de.


Hintergrundinformationen
Mit dem Vorhaben „Lernort Bauernhof“ (LoB) im Rahmen der Intervention DEB-EL-0802-01 „Informationsmaßnahme und Wissenstransfer“ des nationalen GAP-Strategieplans fördert das Land Rheinland-Pfalz in der Förderperiode 2023-2027 die Landwirtschaft und den ländlichen Raum mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Die Maßnahme ist kofinanziert von der Europäischen Union.
Informationen für Lehrkräfte, Betriebe und Interessierte finden sich im Internet unter www.lernort-bauernhof-rlp.de
 

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