| Tierische Erzeugung

Somalia heißt die neue Miss Hochwald

Bei bestem Spätsommerwetter und einem großen Besucherzuspruch fand am Montag, dem 25.08.2025 wieder die traditionelle Tierschau der Züchtervereinigung Trier-Wittlich im Rahmen der Keller Kirmes in Kell am See statt.
Somalia KingDoc x Brewmaster, Axel Hemmes, Damflos.

Rangierung der Milchkühe 

Bei den Milchkühen traten ca. zwei Dutzend Tiere der Rassen Holstein schwarzbunt und rotbunt sowie Fleckvieh gegeneinander an. Die beiden Preisrichter Andre Krohn vom Niederrhein (Holsteins) und Werner Hauck aus Franken (Fleckvieh), der zum sage und schreibe 25.mal nach Kell am See kam, hatten bei der hohen Qualität der ausgestellten Tiere keine einfachen Entscheidungen zu treffen.  

In der ersten Färsenklasse konnte sich die Cosinus-Tochter Paula vom Betrieb Lamberty-Borsch aus Pantenburg den 1a-Platz sichern. Sie überzeugte mit ihrem klaren Knochenbau, der guten Bewegung und dem feinzelligen Euter gegenüber der zweitplatzierten ZS Gardemarie v. Frisbee RDC von Stefan & Matthias Zens aus Musweiler, die ihrerseits einen ausgeglichenen Körper, Stärke und eine sehr korrekte Oberlinie zeigte. Die zweite Färsenklasse konnte die sehr gut entwickelte Maxima von Sailor PP durch ihr hervorragendes, drüsiges Euter und ihre korrekten Fundamente für sich entscheiden. Maxima stammt ebenfalls vom Betrieb Lamberty-Borsch und setzte sich vor der sehr harmonischen 1b-platzierten Gladius-Tochter Clara vom Betrieb Frank Tapprich aus Vierherrenborn mit ihren vorzüglichen Übergängen durch. Nach den beiden Färsenklassen folgte auch schon der erste Höhepunkt, die Wahl zur Siegerin und Reservesiegerin jung. Hierzu betraten die 1a- und 1b-platzierten Tiere aus den ersten beiden Klassen erneut den Ring. Den Titel der Reservesiegerin jung konnte sich die 1a-platzierte Paula aus der ersten Klasse sichern und Siegerin jung wurde die Sailor PP-Tochter Maxima. Im Anschluss folgte eine Klasse der Rasse Fleckvieh. In dieser Klasse entschied sich Preisrichter Werner Hauck als Siegerin der Rasse Fleckvieh für die kapitale Viertkalbskuh Beatrice von Villeroy vom Betrieb Willems und Wollscheid aus Lampaden. Sie verkörpert die klassischen Merkmale der Zweinutzungsrasse Fleckvieh, weißt ein sehr gutes, fest aufgehangenes Euter und auch sehr gute Bemuskelung auf. Ebenfalls eine 1a-Platz erzielte die Waalkes-Tochter Tara von Jürgen Knapp aus Nohfelden. Sie wurde mit ihrem vorzüglichen Euter und dem Korrekten Knochenbau somit zur Siegerfärse der Rasse Fleckvieh gekürt. Weiter ging es dann mit der 3. Klasse von Zweitkalbskühen der Rasse Holstein. In dieser Klasse realisierte ZS Gypsyqueen von Freemax vom Betrieb Zens aus Musweiler eine 1a-Platzierung. ZS Gypsyqueen konnte sich mit ihrem herausragenden extrem fest aufgehangenen Euter gegenüber der 1b-platzierten Fighter-Tochter Sevenja von Thomas & Vera Steinmetz aus Malborn-Thiergarten mit ihrem drüsigen Euter und der optimalen Beckenlage durchsetzen. Weitere Zweitkalbskühe traten in der vierten Klasse gegeneinander an. Hier konnte die Sidekick-Tochter Blaubeere von Norbert Zehren aus Kirf-Beuren mit ihrem tollen Skelett, den klaren Gelenken und dem optimalen Vordereuter den 1b-Platz erreichen. Auf den 1a-Platz stellte Preisrichter Andre Krohn HHH Somalia von KingDoc von Axel Hemmes aus Damflos. Sie überzeugte durch ihr feines Skelett, ihre Harmonie, die tollen Übergänge und nicht zuletzt durch ihr überragendes Euter. Nach diesen beiden Klassen erfolgte die Wahl der Siegerin und Reservesiegerin mittel. Auch hier kamen die 1a- und 1b-platzierten Zweitkalbskühe aus beiden Klassen in den Ring. Reservesiegerin mittel wurde ZS Gypsyqueen und als Siegerin mittel ging HHH Somalia aus dem Ring. Die 5. Klasse bestand aus Drittkalbskühen und diese konnte Kalea, eine Brilliance-Tochter von der Willems & Wollscheid GbR aus Lampaden für sich entscheiden. Sie lief aufgrund des breiteren Hinereuters, des guten Zentralbandes und der einwandfreien Fundamente vor der sehr harmonischen 1b-platzierten Rubicon-Tochter HHH Odina von Frank Tapprich aus Vierherrenborn, die eine ausgezeichnete Bewegung zeigte. In der sechsten und letzten Klasse präsentierten sich nun die „Grandes Dames“ mit vier, fünf und sogar sechs Kälbern. Hier entschied sich Andre Krohn für die fünftkalbige Louis PP-Tochter Belana von Norbert Zehren aus Kirf-Beuren auf dem 1a Platz. Belana konnte sich mit ihrer hervorragenden Euteraufhängung und Strichplatzierung gegenüber ihrer Stallgefährtin Bibiana von Yorick mit vier Kalbungen und ihrem harmonischen Seitenbild auf dem 1b-Platz durchsetzen. Bevor es schließlich zum absoluten Höhepunkt, der Wahl der diesjährigen Miss Hochwald, kam, wurde noch die Siegerin und Reservesiegerin alt ernannt. Somit betraten Kalea, HHH Odina, Belana und Bibiana erneut den Richtring. Den Titel Siegerin alt sicherte sich schließlich die Louis PP-Tochter Belana und zur Reservesiergerin alt wurde die Brilliance-Tochter Kalea benannt.    

Wahl zur Miss Hochwald

Den absoluten Höhepunkt des Schaugeschehens bei den Milchrindern und somit das Finale bildete die Wahl des Grand Champions und somit die Kür zur Miss Hochwald 2025. Die vier Siegerinnen betraten zum wiederholten und letzten mal den Schauring. Zur Auswahl standen somit die Siegerin jung Maxima, die Siergerin mittel HHH Somalia und die Siegerin alt Belana sowie die Siegerin der Rasse Fleckvieh Beatrice, die gemeinsam ein beeindruckendes Bild darboten. Die beiden Preisrichter Andre Krohn und Werner Hauck nahmen die Damen nochmals genauestens in Augenschein und unter rhythmischem Klatschen der Zuschauer gaben sie ihre Entscheidung mit einem Klaps bekannt. Zur diesjährigen Miss Hochwald wurde schließlich die Zweitkalbskuh HHH Sidonie von Axel Hemmes aus Damflos ernannt. 

Kollektion verschiedener Mutterkuhrassen

Neben den im Ring rangierten Milchviehrassen wurden in diesem Jahr auch eine große Rassevielfalt verschiedener Mutterkuhrassen präsentiert. So brachte Ulrich Becker aus Losheim die dreijährige Aubrac-Kuh Tonique mit ihrem Kalb Amigo mit ihrem sechs Monate alten Bullenkalb Amigo mit. Die französische Rasse Aubrac hat fahlgelbes Fell mit weißen Maul- und Augenrändern und einer schwarzen Schwanzquaste. Die Rasse ist sehr anpassungsfähig, zeigt gute Muttereigenschaften und das Fleisch ist sehr fein marmoriert. Außerdem wurde die sechsjährige Salers-Kuh Tatjana mit ihrem zwei Monate alten Kuhkalb Angel von Marco Heinz aus Losheim ausgestellt. Salers stammen ebenfalls ursprünglich aus Frankreich und sind eine mittel- bis großrahmige Rasse mit einer hellen bis dunkelrotbraunen Mahagonyfarbe, vereinzelt gibt es auch schwarze Tiere. Die Rasse gilt in Europa als eine der ältesten und genetisch reinsten Rassen. Sie haben ein langes, breites Becken für gute Abkalbungen und weisen eine gleichmäßige Bemuskelung auf. Des Weiteren stellte Daniel Klein aus Wadern vier Tiere verschiedener Alpenrassen aus. Gezeigt wurde die zwölfjährige Tiroler Grauviehkuh Steffi, die eine silber- bis eisengraue Fellfarbe aufweist. Das Tiroler Grauvieh gehört zu den Zweinutzungsrassen, ist im Alpenraum beheimatet und die Wurzeln dieser Rasse reichen bis 3.000 v. Chr. zurück. Als Vetreterin der Rasse Original Braunvieh wurde die fünfjährige Lotte mit ihrem ganz frischen Kalb Willi ausgestellt. Das Braunvieh gehört ebenfalls zu den Zweinutzungsrassen und gilt als hochgefährdete Rasse, die auf der Roten Liste, der vom Aussterben bedrohten Tierarten steht. Zu guter Letzt wurde eine weitere Braunviehkuh namens Lolana präsentiert, sie ist eine Vertreterin mit einer besonderen Fellfärbung, die sich Weißgurt nennt. Diese Tiere zeigen eine weiße Fellfärbung, die sich wie ein Gürtel einmal komplett um den Bauch zieht.    

Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank an alle Aussteller und Züchter. Ohne das Engagement der Landwirte und Teilnehmer wäre eine solche Veranstaltung nicht möglich. Last but not least geht der Dank natürlich auch an Agrar- und Freizeitmarkt Spies aus Hermeskeil, den Landkreis Trier-Saarburg, die Züchtervereinigung Trier-Wittlich, Hochwald Foods Thalfang, die Firma Gelz, die RWZ Merzkirchen, die Sparkasse Trier, Bergophor, die Rinder-Union West eG, den Besamungsverein Neustadt und die Volksbank Trier-Eifel, die die Züchter mit Geld- und Sachpreisen unterstützt haben. 

Prämierungsergebnisse >>

Nadine Hemmes, Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz 

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