| Marktbericht

Milchmarkt aktuell - Molkereiauszahlungspreise April 2026

Weiter wachsende Milchmengen - steigende Nachfrage festigt Rohstoffpreise.

Die Milchanlieferung in Deutschland ist Anfang Mai weiter leicht gestiegen und liegt weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau. In der 19. Kalenderwoche nahm die erfasste Rohmilchmenge gegenüber der Vorwoche um 0,3 % zu. Der Abstand zur Vorjahreslinie weitete sich damit auf 5,6 % aus. 

Kumuliert ergibt sich seit Jahresbeginn ein Plus von 6,0 %. Damit bleibt das Milchaufkommen auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau.

Im Gegensatz dazu entwickelte sich die Milcherzeugung in Frankreich zuletzt rückläufig. Dort sank die Anlieferung gegenüber der Vorwoche spürbar und liegt mittlerweile leicht unter dem Vorjahresniveau.

Rohstoffmärkte: anziehende Nachfrage und feste Preise an den Produktenmärkten

Die Nachfrage an den Rohstoffmärkten zieht weiter an, Trotz hoher Milchmengen hat sich die Marktsituation spürbar verändert. Der zuletzt deutliche Angebotsüberhang kann zunehmend abgebaut werden. 

Die Preise für Rohstoffe entwickelten sich entsprechend fester. Magermilch wurde zuletzt im Durchschnitt zu rund 9 Ct/kg gehandelt, was einem Anstieg gegenüber der Vorwoche entspricht. Auch Magermilchkonzentrat verteuerte sich deutlich und orientiert sich wieder stärker am Preisniveau von Milchpulver. Ebenfalls fester tendierten die Rahmpreise, die durch eine lebhafte Nachfrage aus dem Buttermarkt gestützt wurden.

Spotmärkte: europaweit feste Preistendenzen

In Deutschland stiegen die Preise für Rohmilch am Spotmarkt zuletzt spürbar an. In den Niederlanden fiel der Preisanstieg noch deutlicher aus, wenn auch auf niedrigerem Ausgangsniveau. In Norditalien bewegten sich die Spotmilchpreise weiterhin auf einem deutlich höheren Niveau und zeigten ebenfalls eine leicht steigende Tendenz.

AMI Preistrend Rohmilch:

  • Im April 2026 sind die Milcherzeugerpreise in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen der AMI durchschnittlich um 0,87 Ct/kg gegenüber dem Vormonat gestiegen.
  • Die amtliche Statistik weist für den Februar 2026 einen Preis von 37,91 Ct/kg und für den März 2026 einen Preis von 37,64 Ct/kg aus. (AMI)
AMI - Rohmilchanlieferungen in Deutschland
AMI - Rohmilchanlieferungen in Deutschland
AMI - Preistrend Rohmilch
AMI - Preistrend Rohmilch
ife - Rohstoffwert Milch
ife - Rohstoffwert Milch

Milchauszahlungspreise - Regional

Die Preisstabilisierung am Milchmarkt schlägt sich in der jüngsten Milchgeldabrechnung unserer Erzeuger nieder. Nach teils drastischen Preiseinbrüchen in den Vormonaten, sind in den April-Abrechnungen der regional erfassenden Molkereien keine gravierenden Abschläge mehr zu finden. Lediglich die Milchwerke Oberfranken korrigieren nochmal leicht, halten aber noch immer den höchsten Grundpreis im Vergleich. Friesland-Campina und DMK gewähren erste Aufpreise, alle anderen Molkereien zahlen auf Vormonatsbasis.

Die Preistabelle wird auf Empfehlung aus der Molkereiwirtschaft um den "Bestpreis" ergänzt. Damit wird dem Trend Rechnung getragen, Zuschläge und Boni zunehmend an Nachhaltigkeits- und Tierwohlaspekte zu knüpfen, die Erzeuger über entsprechende Maßnahmen in ihren Betrieben erzielen können. Da in der Regel nicht alle Lieferanten in gleichem Maße von den Boni profitieren können, bleibt die direkte Vergleichbarkeit zwischen den Molkereien hier eingeschränkt!


Nachfolgend die Übersicht mit den Werten aus den Milchgeldabrechnungen der in Rheinland-Pfalz und Hessen erfassenden Molkereien.

Auszahlungspreise für Rohmilch aus RLP und Hessen im April 2026
Güteklasse 1, ab Hof, ohne MwSt., mit S-Klasse und anderen Sonderzuschlägen, aber ohne Nachzahlungen und
Warenrückvergütungen des Vorjahres, mit mögl. VLOG-Zuschlägen; geordnet nach erfassenden Molkereiunternehmen
April 2026
Preise in ct/kg Milch)
HochwaldArla-FoodsFriesland-CampinaSchwälbchenDMKMW-Ober-frankenHohenloher Molkerei
Grundpreis (4,0% F/3,4% E)31,5032,0638,2432,0037,0039,0129,46
Vormonat31,5032,0235,9332,0035,0040,0129,46
+/- zu aktuellem Monat0,000,042,310,002,00-1,000,00
Vorjahresmonat48,0046,9051,1950,0051,0053,4647,46
+/- zu aktuellem Monat-16,50-14,84-12,95-18,00-14,00-14,45-18,00
gleitendes Mittel 12 Mon.41,5840,5944,9943,7543,2548,0140,21
+/- zu aktuellem Monat-10,08-8,53-6,75-11,75-6,25-9,00-10,75
Fett Korrektur FE5,005,074,3564,805,592,702,70
Eiweiß Korrektur EE5,004,065,4454,804,304,104,10
Rohwarenpreis (4,2% F/3,4% E)32,5033,0739,1132,9638,1239,5530,00
S-Klasse-Zuschlag1,001,32 *0,001,000,000,501,00
VLOG/GVO-frei-Zuschlag1,001,000,000,751,000,001,00
Leistungspreis34,5035,4039,1134,7139,1240,0532,00
Summe Zuschläge gelb1,002,980,001,250,500,000,50
Qualitätsspreis (4,2% F/3,4% E)35,5038,3839,1135,9639,6240,0532,50
Summe Zuschläge rot3,002,192,900,003,400,003,00
Bestpreis (4,2% F/3,4% E)38,5040,5742,0135,9643,0240,0535,50
Mengenstaffel bei  500.000 kg0,000,000,000,000,200,000,41
Mengenstaffel bei 1 Mio. kg0,000,000,000,000,800,000,83
Grundkosten €/Monat31,25146,00145,000,0090,000,0045,00
bei 500.000 kg-0,075-0,35-0,350,00-0,220,00-0,11
bei 1 Mio. kg-0,038-0,18-0,170,00-0,110,00-0,05
möglicher Auszahlungspreis (Qualität) bei 500.000 kg35,4338,0338,7635,9639,6040,0532,80
möglicher Auszahlungspreis (Qualität) bei 1 Mio. kg35,4638,2038,9435,9640,3140,0533,28
 
Weitere Zuschläge für Nachhaltigkeit, Tierwohl, Logistik und Jahresrückvergütungen
gelb markierte Positionen werden von einem Großteil der Lieferanten (> 90 %) erzielt und fließen im Vergleich in den Qualitätspreis ein.
rot markierte Positionen sind zwar generell erzielbar, werden aber nur von einem Teil der Lieferanten
(< 90%) erreicht und sind nur bedingt auf der Ebene "Bestpreis" miteinander vergleichbar.
Nachzahlungen lassen sich im Monatsvergleich nicht abbilden und werden nur nachrichtlich aufgelistet.
HochwaldCool Farm Tool - Zuschlag0,40 ct
CO² Reduktionsmaßnahme0,60 ct
Haltungsform 3 Zuschlag3,00 ct
Nachzahlung 20241,50 ct
Jahressonderzahlung für 20241,00 ct
Arla-Foods
*Beste Qualität
(4% vom Rohwarenpreis)
Zuschlag für Klima-Check1,00 ct
Nachhaltigkeit - laut Arla Ø aller Lieferanten bei1,98 ct
Nachhaltigkeit - laut Arla maximal möglich (2,40 ct/kg)0,42 ct
Haltungsform 3 Zuschlag1,50 ct
Wartungs-, Kostenkompensation und Logistikzuschlag0,27 ct
Nachzahlung 2025 (gesamt, inkl. Zinzen und Konsolidierung)2,50 ct
Friesland
Campina
Foqus-Planet "Nachhaltige Entwicklung" bis zu2,90 ct
Nachzahlung für 20251,31 ct
SchwälbchenHaltungsform 2 Zuschlag (seit Jan 25 alle Lieferanten => Liefervoraussetzung)1,25 ct
DMKØ - Milkmasterbonus0,40 ct
24 h Abholung0,10 ct
Haltungsform 3 Zuschlag2,00 ct
Mengenzuschlag bis maximal1,40 ct
Sonder - Nachzahlung für 20241,00 ct
Hohenloher
Molkerei
Grundkostenzuschlag0,50 ct
Haltungsform 3 Zuschlag3,00 ct
Nachzahlung 2025 (Jan-Nov)2,00 ct

alle Angaben ohne Gewähr

Ausblick:

Hochwald Foods
Anhaltend hohe Milchmengen bei gleichzeitig steigenden Inhaltsstoffen führen zu hoher Auslastung in den Hochwald-Werken. Bei anziehender Nachfrage im LEH und verbesserten Absatzchancen im Export kommen die Thalfanger trotzdem zu positiven Markteinschätzungen. Für die Abrechnung im Mai wird den Hochwald-Lieferanten ein Grundpreisaufschlag von 1,5 Ct/kg in Aussicht gestellt.  

Arla
Auch Arla berichtet im aktuellen Monatsüberblick von weiterhin hohen Milchmengen in Europa, trotzdem sehen die Dänen inzwischen ein Gleichgewicht bei den Rohstoffpreisen erreicht. Bei gleichzeitig stabilisierten Einzelhandelspreisen wird die weitere Marktentwicklung neutral eingeschätzt und für das Mai-Milchgeld eine Erhöhung des Abkontopreis um 2 Ct/kg angekündigt. Der Preis für Bio-Milch bleibt hingegen unverändert, die Profitabilität an den Märkten hat zuletzt spürbar abgenommen. 

Friesland Campina
Nach dem deutlichen Preisaufschlag im Vormonat kündigt Friesland Campina für die Milchgeldabrechnung im Mai eine moderate Erhöhung um 0,25 Ct/kg an. Im Umfeld der stabilisierten Marktentwicklung gehen die Niederländer von begrenzten Preisanhebungen der Referenzunternehmen aus.   

DMK
Der Milchkontor berichtet von stetigen Absätzen im LEH und saisonalen Nachfrageimpulsen für Butter. Zudem führen hohe Verwertungen für Molkenerzeugnisse zu einer weiteren Stabilisierung der Erzeugerpreise. Für den kommenden Monat wird eine weitere Anhebung des Milchauszahlungspreis um 1 Ct/kg angekündigt.

Schwälbchen
Aus Bad Schwalbach werden für die  Mai-Abrechnung unveränderte Auszahlungspreise gemeldet.

Milchwerke Oberfranken
Die Coburger berichten von zunehmendem Preisdruck bei höherpreisigen Käsespezialitäten. Sowohl im konventionellen als auch im Bio-Segment mussten spürbare Erlöseinbußen in Kauf genommen werden. Ob das bislang hohe Preisniveau für die Lieferanten gehalten werden kann, bleibt bei den anhaltend hohen Anlieferungsmengen ungewiss.


Fazit
Obwohl das Milchaufkommen weiterhin deutlich über dem Vorjahr liegt, sorgt eine spürbar belebte Nachfrage für festere Preise an den Rohstoffmärkten. Der Markt zeigt damit Anzeichen einer Stabilisierung, wobei die weitere Entwicklung maßgeblich vom Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage abhängen wird.
Für unsere regionalen Erzeuger bleibt die Milchproduktion auf dem bestehenden Preisniveau trotzdem weiter unter der Rentabilitätsgrenze. Die aktuelle internationale Energiekrise und damit verbunden deutlich steigende Produktionskosten verschärfen die wirtschaftlichen Engpässe auf den Betrieben. Notwendige Investitionen in Tierwohl und Nachhaltigkeit sind unter diesen Voraussetzungen ökonomisch kaum mehr sinnvoll darstellbar.
Die Verlagerung der Wertschöpfung in diese Bereiche bleibt trotzdem ein wichtiger preisbestimmender Faktor. Erzeuger sollten genau prüfen, welche Investitionen hier für die Betriebsentwicklung nachhaltig sein können. Unsere Fachberatung in den Bereichen Bauen, Betriebswirtschaft und Investitionsförderung kann hier entscheidende Unterstützung bieten >>>.


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