| Lernort Bauernhof (LoB)

Neue Kursreihe zur Bauernhofpädagogik wird angeboten

Bauernhofpädagogik schafft Verständnis für Landwirtschaft und stärkt die Akzeptanz: Deshalb wird im Rahmen des im GAP-Strategieplan geförderten Vorhabens „Lernort Bauernhof“ eine weitere Kursreihe zur Bauernhofpädagogin/zum Bauernhofpädagogen in Modulform angeboten. Zielgruppe sind Betriebsleitende und weitere Interessierte, die das Angebot Lernort Bauernhof in Rheinland–Pfalz umsetzen wollen.
Kinder bei der Kartoffelernte auf dem Feld: Verständnis für die Landwirtschaft schaffen und Zusammenhänge verstehen.

Landwirtschaftliche Betriebe sehen sich heute mit vielen Erwartungen konfrontiert. Sie sollen Lebensmittel erzeugen, verantwortungsvoll mit Boden, Tieren und Ressourcen umgehen und gleichzeitig erklären, wie Landwirtschaft funktioniert. Viele Menschen haben keinen Bezug mehr zum Hofalltag. Genau hier setzt Bauernhofpädagogik an: Es bedeutet, den eigenen Betrieb als Lernort zu nutzen. Nicht zum Zuschauen, sondern zum Mitmachen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene arbeiten praktisch mit. Sie säen, füttern, messen, beobachten, vergleichen und ziehen Schlüsse aus dem, was sie selbst getan haben. Durch dieses handlungsorientierte Lernen verstehen sie Zusammenhänge deutlich besser, Landwirtschaft wird nachvollziehbar, Arbeit wird wertgeschätzt.
Grundlage dieser Bildungsarbeit ist die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). BNE heißt, Verantwortung auf dem Hof sichtbar zu machen. Wie gehen wir mit Boden, Wasser und Energie um? Warum treffen wir bestimmte Entscheidungen in der Tierhaltung oder im Pflanzenbau? Welche Zielkonflikte gibt es zwischen Wirtschaftlichkeit, Umwelt und Tierwohl? Diese Fragen lassen sich auf dem Betrieb konkret bearbeiten, ohne Belehrung, aber mit Praxis. Auch MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) spielt auf landwirtschaftlichen Betrieben eine große Rolle. Wachstum wird beobachtet und gemessen, Technik wird eingesetzt und erklärt. Zahlen, Daten und Abläufe gehören zum Alltag. Genau diese Inhalte lassen sich im Rahmen der Bauernhofpädagogik gezielt nutzen. Der Hof wird so zu einem Lernort für naturwissenschaftliches und technisches Verständnis, ganz nah an der Praxis. 
Der Zertifikatslehrgang Bauernhofpädagogik am Hofgut Neumühle unterstützt Betriebe dabei, solche Angebote fachlich sicher aufzubauen. Er richtet sich an Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter, an Mitarbeitende landwirtschaftlicher Betriebe sowie an Pädagoginnen und Pädagogen, die mit Höfen zusammenarbeiten. Ziel ist es, ein eigenes, zum Betrieb passendes Bildungsangebot zu entwickeln und umzusetzen. Im Kurs geht es um konkrete Fragen aus der Praxis: Warum möchte ich meinen Betrieb öffnen? Welche Themen kann ich vermitteln? Wie plane ich Hoferkundungen und Lernstationen? Wie leite ich Gruppen an? Welche Rolle nehme ich dabei ein? Auch rechtliche und wirtschaftliche Aspekte werden behandelt. Dazu gehören Baurecht, Versicherung, Kalkulation, Finanzierungsmöglichkeiten und vorhandene Netzwerke. Exkursionen zu bestehenden Lernorten gehören verbindlich dazu. Ein wichtiger Bestandteil ist die Praxisphase. Alle Teilnehmenden entwickeln ein betriebsspezifisches Konzept zum Lernen auf dem Bauernhof und stellen es vor. Die Weiterbildung orientiert sich an den Rahmenempfehlungen zur Gestaltung des Zertifikatskurses Bauernhofpädagogik der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof (BAGLoB). Der Kurs kann nur als Ganzes besucht werden.

Termine:
Modul 1: 6. bis 8. März 2026
Modul 2: 8. bis 10. Mai 2026
Modul 3: 11. bis 13. September 2026
Modul 4: 24. bis 26. Oktober 2026
Am 26. Oktober 2026 erfolgt die Zertifikatsübergabe zur Bauernhofpädagogin oder zum Bauernhofpädagogen.
Pädagogische Leitung: Diplom-Agraringenieurin Annette Müller-Clemm. Sie bringt langjährige Erfahrung in der Bauernhofpädagogik mit und begleitet die Teilnehmenden durch alle Module.
Kosten:
Durch die EU-Förderung beträgt der Eigenanteil der Teilnehmenden insgesamt 990,00 EUR inkl. Übernachtung und Verpflegung. 
Anmeldung (ab sofort):
Stefanie Jung: Telefon: 06302-60347, E-Mail: s.jung@neumuehle.bv-pfalz.de, oder
Maria Caesar: Telefon 0631/84099-421, E-Mail: maria.caesar@lwk-rlp.de.
Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt, Anmeldeschluss ist am 15. Februar 2026

 

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