Milchmarkt aktuell - Molkereiauszahlungspreise Februar 2026
Milchanlieferung erreicht Rekordniveau.
Die bundesweite Milchanlieferung hat Mitte März ein außergewöhnlich hohes Niveau erreicht und übersteigt bereits deutlich die üblichen Mengen der saisonalen Milchspitze im Mai. Gleichzeitig zeigen die Rohstoffmärkte ein widersprüchliches Bild: Rahm tendiert wieder schwächer, während die Eiweißseite – insbesondere Magermilchkonzentrat – fester gehandelt wurde.
Die Milchanlieferung stieg Mitte März trotz bereits sehr hoher Ausgangswerte weiter an.
In der 11. Kalenderwoche lag die bundesweite Anlieferung 0,5 % über der Vorwoche.
Der Abstand zum Vorjahresniveau erhöhte sich auf 7,1 % – der bislang größte Vorsprung im laufenden Jahr.
Damit übertrafen die Mengen bereits das Niveau der typischen Milchspitze im Mai.
Kumuliert seit Jahresbeginn liegt das Aufkommen 6,3 % über dem Vorjahr.
Auch im europäischen Umfeld ist dieser Trend sichtbar, in Frankreich stieg die Anlieferung in KW 11 um 0,4 % gegenüber der Vorwoche und lag 5,5 % über dem Vorjahreswert – ebenfalls höher als das übliche Milchspitzenniveau.
Rohstoffmärkte: Trendwende zur Monatsmitte - Rahmpreise geben nach, Eiweißseite stabilisiert
Nach einer erhöhten Nachfrage zur Osterproduktion beruhigte sich das Geschäft am Fettmarkt zuletzt.
Laut AMI-Rohstoffmonitor sind die Notierungen für Rahm in KW 13 um 0,50 €/kg zur Vorwoche gefallen.
Durch die starke Entrahmung war das Angebot auf der Eiweißseite reichlich
Die Nachfrage zog jedoch leicht an, Tiefpreise verschwanden aus den Verhandlungen.
Magermilchkonzentrat wurde in KW 13 im Mittel zu 0,80 €/kg Trockenmasse gehandelt – 0,20 € mehr als in der Vorwoche.
Der Preis für flüssige Magermilch stieg auf 6 Ct/kg, ein Plus von 2 Ct.
In Deutschland errechnete das ife-Institut für KW 12 einen Spotpreis von 16,8 Ct/kg – 0,2 Ct weniger als in der Vorwoche.
In den Niederlanden stiegen die Spotpreise um 2 Ct, aber ausgehend von einem niedrigen Niveau.
In Norditalien lagen die Rohmilchpreise weiterhin über 20 Ct/kg und tendierten erneut fester.
AMI Preistrend Rohmilch:
Im Februar 2026 sind die Milcherzeugerpreise in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen der AMI durchschnittlich um 1,54 Ct/kg gegenüber dem Vormonat gesunken.
Die amtliche Statistik weist für den Dezember 2025 einen Preis von 43,45 Ct/kg und für den Januar 2026 einen Preis von 39,43 Ct/kg aus. (AMI)
Die kritischen Belastungsfaktoren am Milchmarkt lasten weiterhin auch auf der regionalen Milcherzeugung. Insbesondere die anhaltend hohen Liefermengen führen in der eher absatzschwachen Zeit zu fortgesetztem Preisdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der weissen Linie. In der Folge mussten unsere Milcherzeuger auch im Februar erneut teils kräftige Preisabschläge hinnehmen, lediglich bei DMK und den Hohenlohern blieben die Auszahlungspreise auf schwacher Basis unverändert.
Die Preistabelle wird auf Empfehlung aus der Molkereiwirtschaft um den "Bestpreis" ergänzt. Damit wird dem Trend Rechnung getragen, Zuschläge und Boni zunehmend an Nachhaltigkeits- und Tierwohlaspekte zu knüpfen, die Erzeuger über entsprechende Maßnahmen in ihren Betrieben erzielen können. Da in der Regel nicht alle Lieferanten in gleichem Maße von den Boni profitieren können, bleibt die direkte Vergleichbarkeit zwischen den Molkereien hier eingeschränkt!
Nachfolgend die Übersicht mit den Werten aus den Milchgeldabrechnungen der in Rheinland-Pfalz und Hessen erfassenden Molkereien.
Auszahlungspreise für Rohmilch aus RLP und Hessen im Februar 2026
Güteklasse 1, ab Hof, ohne MwSt., mit S-Klasse und anderen Sonderzuschlägen, aber ohne Nachzahlungen und
Warenrückvergütungen des Vorjahres, mit mögl. VLOG-Zuschlägen; geordnet nach erfassenden Molkereiunternehmen
möglicher Auszahlungspreis (Qualität) bei 500.000 kg
36,93
38,01
36,45
37,96
37,54
43,00
32,80
möglicher Auszahlungspreis (Qualität) bei 1 Mio. kg
36,96
38,18
36,63
37,96
38,25
43,00
33,28
Weitere Zuschläge für Nachhaltigkeit, Tierwohl, Logistik und Jahresrückvergütungen
gelb markierte Positionen werden von einem Großteil der Lieferanten (> 90 %) erzielt und fließen im Vergleich in den Qualitätspreis ein.
rot markierte Positionen sind zwar generell erzielbar, werden aber nur von einem Teil der Lieferanten (< 90%) erreicht und sind nur bedingt auf der Ebene "Bestpreis" miteinander vergleichbar.
Nachzahlungen lassen sich im Monatsvergleich nicht abbilden und werden nur nachrichtlich aufgelistet.
Hochwald
Cool Farm Tool - Zuschlag
0,40 ct
CO² Reduktionsmaßnahme
0,60 ct
Haltungsform 3 Zuschlag
3,00 ct
Nachzahlung 2024
1,50 ct
Jahressonderzahlung für 2024
1,00 ct
Arla-Foods *Beste Qualität (4% vom Rohwarenpreis)
Zuschlag für Klima-Check
1,00 ct
Nachhaltigkeit - laut Arla Ø aller Lieferanten bei
1,98 ct
Nachhaltigkeit - laut Arla maximal möglich (2,40 ct/kg)
0,42 ct
Haltungsform 3 Zuschlag
1,50 ct
Wartungs-, Kostenkompensation und Logistikzuschlag
0,27 ct
Nachzahlung 2025 (gesamt, inkl. Zinzen und Konsolidierung)
2,50 ct
Friesland Campina
Foqus-Planet "Nachhaltige Entwicklung" bis zu
2,90 ct
Nachzahlung für 2025
1,31 ct
Schwälbchen
Haltungsform 2 Zuschlag (seit Jan 25 alle Lieferanten => Liefervoraussetzung)
1,25 ct
DMK
Ø - Milkmasterbonus
0,40 ct
24 h Abholung
0,10 ct
Haltungsform 3 Zuschlag
2,00 ct
Mengenzuschlag bis maximal
1,40 ct
Sonder - Nachzahlung für 2024
1,00 ct
Hohenloher Molkerei
Grundkostenzuschlag
0,50 ct
Haltungsform 3 Zuschlag
3,00 ct
Nachzahlung 2025 (Jan-Nov)
2,00 ct
alle Angaben ohne Gewähr
Ausblick:
Hochwald Foods Die hohen Milchanlieferungsmengen führen zu einer starken Auslastung an den Standorten der Hochwald-Werke. Die Thalfanger rechnen vorerst nicht mit nachhaltiger Entlastung, berichten jedoch auch von belebter Nachfrage und steigenden Preisen für Butter und Käse. Auch Magermilch- und Molkenpulver erzielten zuletzt wieder steigende Preise. Trotzdem wird den Lieferanten für die Märzabrechnung ein weiterer Preisabschlag von 2,5 Ct/kg angekündigt.
Arla Bei Arla werden erste Stabilisierungstendenzen an den globalen Rohstoffmärkten erkannt. Trotz hoher Milchmengen gleichen sich die Marktverhältnisse weiter an und das März-Milchgeld bleibt für konventionelle Ware unverändert.
Friesland Campina FC erwartet nach der Trendwende an den Rohstoffmärkten stabile Vergütungen der Referenzunternehmen für konventionelle Milch. Der Garantiepreis für März bleibt unverändert.
SCHWÄLBCHEN MOLKEREI AG In Bad Schwalbach hat der anhaltende Milchmengendruck in der saisonal schwachen Absatzphase zu erheblichem Preisverfall entlang der gesamten Wertschöpfungskette geführt. Im aktuellen Rundschreiben an die Lieferanten wird ein weiterer Preisabschlag für das März-Milchgeld von 2 Ct/kg angekündigt.
DMK Der Milchkontor stellt in der aktuellen Milchwelt-Kompakt die Preiserholung bei Fett- und Frischeprodukten in den Vordergrund. Der höhere Warenausgang und der belebte Export sorgen für eine Entlastung in den Bestandslägern. Das Rohmilchaufkommen wird jedoch auch bei DMK als überdurchschnittlich hoch bewertet und als preislimitierend an Rohstoff- und Spotmarkt eingeschätzt. Der Grundpreis kann auch für die Märzabrechnung stabil auf 35 Ct/kg gehalten werden.
Fazit Trotz positiver Impulse von Konsum und Export bleibt der Milchmarkt fest im Griff der extrem hohen Liefermengen. Ohne fundamentale Anpassung und Reduzierung des Angebotsdrucks sind keine maßgeblichen Erhöhungen des Milchpreises zu erwarten. Immerhin zeichnet sich eine Bodenbildung beim Preisverfall für Rohmilch ab, für unsere Erzeuger jedoch nur ein schwacher Trost - die Milchproduktion bleibt regional auf der bestehenden Preisbasis fortgesetzt unter der Rentabilitätsgrenze. Stetig steigende Produktionskosten und zunehmender Kapitalbedarf für notwendige Investitionen in Tierwohl und Nachhaltigkeit lasten auf den Bilanzen. Die Verlagerung der Wertschöpfung in die Bereiche Tierwohl und Nachhaltigkeit bleibt weiterhin ein wichtiger preisbestimmender Faktor. Erzeuger sollten genau prüfen, welche Investitionen hier für die Betriebsentwicklung nachhaltig sein können. Unsere Fachberatung in den Bereichen Bauen, Betriebswirtschaft und Investitionsförderung kann hier entscheidende Unterstützung bieten >>>.