| Marktbericht

Milchmarkt aktuell - Molkereiauszahlungspreise März 2026

Milchanlieferung fortgesetzt auf Rekordniveau. Die bundesweiten Milchmengen bewegen sich Anfang April weiterhin auf einem deutlich erhöhten Niveau. Der Vorsprung gegenüber dem Vorjahr bleibt klar bestehen und belastet die Preise an den Rohstoffmärkten. Seit Jahresbeginn ergibt sich ein Plus von 6,2 % im Vergleich zur Vorjahreslinie.

In der ersten vollen Aprilwoche stabilisierte sich die Milchanlieferung in Deutschland auf dem hohen Niveau der Vorwoche. Mit einem minimalen Plus von 0,1 % verlangsamte sich der saisonale Zuwachs weiter. Auch in Frankreich stieg das Milchaufkommen zuletzt leicht, der Vorsprung zum Vorjahr schrumpfte dort jedoch auf 1,1 %.

Rohstoffmärkte: schwächere Nachfrage nach den Feiertagen

Das anhaltend hohe Angebot wirkte sich erneut preisdämpfend auf die Rohstoffmärkte aus. Nach einer kurzen Stabilisierung nach Ostern gaben die Preise in der zweiten Aprilhälfte wieder deutlich nach. Sowohl Fett- als auch Eiweißrohstoffe waren ausreichend verfügbar, während sich die Nachfrage abschwächte. Zudem kauften einige Molkereien weniger Rohstoff am Spotmarkt, da ihre Kapazitäten durch die eigenen Anlieferungen ausgelastet waren.

Entsprechend sanken die Preise über alle Produktbereiche hinweg. Rahm notierte in der 17. Kalenderwoche durchschnittlich bei 3,8 EUR/kg Fett und damit 0,6 EUR unter Vorwoche. Magermilchkonzentrat verbilligte sich um rund 0,5 EUR auf knapp 0,9 EUR/kg Trockenmasse, Magermilch fiel auf 9 Ct/kg.

Spotmärkte: Süd-Nord Gefälle in Europa

An den Rohmilch-Spotmärkten zeigte sich Mitte April ein uneinheitliches Bild. Während die Preise in Deutschland und den Niederlanden nachgaben, zogen sie in Norditalien weiter an und überschritten teilweise die Marke von 30 Ct/kg. In Deutschland lag der bundesweite Spotmilchpreis in der 16. Kalenderwoche bei 17,8 Ct/kg und damit 0,7 Ct unter dem Vorwochenniveau.

AMI Preistrend Rohmilch:

  • Im März 2026 sind die Milcherzeugerpreise in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen der AMI durchschnittlich um 0,18 Ct/kg gegenüber dem Vormonat gesunken.
  • Die amtliche Statistik weist für den Januar 2026 einen Preis von 39,43 Ct/kg und für den Februar 2026 einen Preis von 37,91 Ct/kg aus.(AMI)
AMI - Rohmilchanlieferungen in Deutschland
AMI - Rohmilchanlieferungen in Deutschland
AMI - Preistrend Rohmilch
AMI - Preistrend Rohmilch
ife - Rohstoffwert Milch
ife - Rohstoffwert Milch

Milchauszahlungspreise - Regional

Trotz der fortgesetzt hohen Liefermengen stabilisiert sich der Milchmarkt zunehmend, allerdings auf deutlich herabgesetzter Preisbasis. Nach den teils heftigen Korrekturen zu Jahresbeginn, haben im März nur noch Hochwald, Schwälbchen und die Milchwerke Oberfranken ihren Milchauszahlungspreis moderat herabgesetzt, letztere allerdings auf deutlich erhöhter Preisbasis. Die Coburger zahlen damit das mit Abstand höchste Milchgeld. 

Die Preistabelle wird auf Empfehlung aus der Molkereiwirtschaft um den "Bestpreis" ergänzt. Damit wird dem Trend Rechnung getragen, Zuschläge und Boni zunehmend an Nachhaltigkeits- und Tierwohlaspekte zu knüpfen, die Erzeuger über entsprechende Maßnahmen in ihren Betrieben erzielen können. Da in der Regel nicht alle Lieferanten in gleichem Maße von den Boni profitieren können, bleibt die direkte Vergleichbarkeit zwischen den Molkereien hier eingeschränkt!


Nachfolgend die Übersicht mit den Werten aus den Milchgeldabrechnungen der in Rheinland-Pfalz und Hessen erfassenden Molkereien.

Auszahlungspreise für Rohmilch aus RLP und Hessen im März 2026

Güteklasse 1, ab Hof, ohne MwSt., mit S-Klasse und anderen Sonderzuschlägen, aber ohne Nachzahlungen und

Warenrückvergütungen des Vorjahres, mit mögl. VLOG-Zuschlägen; geordnet nach erfassenden Molkereiunternehmen

März 2026
Preise in ct/kg Milch)

Hochwald

Arla-Foods

Friesland-Campina

Schwälb-chen

DMK

MW-Ober-franken

Hohenloher Molkerei

Grundpreis (4,0% F/3,4% E)

31,50

32,02

35,93

32,00

35,00

40,01

29,46

Vormonat

33,00

32,04

35,93

34,00

35,00

41,96

29,46

+/- zu aktuellem Monat

-1,50 

-0,02 

0,00 

-2,00 

0,00 

-1,95 

0,00 

Vorjahresmonat

48,00

46,82

49,81

50,00

50,00

53,46

46,46

+/- zu aktuellem Monat

-16,50 

-14,80 

-13,88 

-18,00 

-15,00 

-13,45 

-17,00 

gleitendes Mittel 12 Mon.

42,96

41,83

46,07

45,25

44,42

49,21

41,71

+/- zu aktuellem Monat

-11,46 

-9,81 

-10,14 

-13,25 

-9,42 

-9,20 

-12,25 

Fett Korrektur FE

5,00

5,07

4,356

4,80

5,29

2,70

2,70

Eiweiß Korrektur EE

5,00

4,06

5,445

4,80

4,07

4,10

4,10

Rohwarenpreis (4,2% F/3,4% E)

32,50

33,03

36,80

32,96

36,06

40,55

30,00

S-Klasse-Zuschlag

1,00

1,32 *

0,00

1,00

0,00

0,50

1,00

VLOG/GVO-frei-Zuschlag

1,00

1,00

0,00

0,75

1,00

0,00

1,00

Leistungspreis

34,50

35,36

36,80

34,71

37,06

41,05

32,00

Summe Zuschläge gelb

1,00

2,98

0,00

1,25

0,50

0,00

0,50

Qualitätsspreis (4,2% F/3,4% E)

35,50

38,34

36,80

35,96

37,56

41,05

32,50

Summe Zuschläge rot

3,00

2,19

2,90

0,00

3,40

0,00

3,00

Bestpreis (4,2% F/3,4% E)

38,50

40,53

39,70

35,96

40,96

41,05

35,50

Mengenstaffel bei  500.000 kg

0,00

0,00

0,00

0,00

0,20

0,00

0,41

Mengenstaffel bei 1 Mio. kg

0,00

0,00

0,00

0,00

0,80

0,00

0,83

Grundkosten €/Monat

31,25

146,00

145,00

0,00

90,00

0,00

45,00

bei 500.000 kg

-0,075

-0,35

-0,35

0,00

-0,22

0,00

-0,11

bei 1 Mio. kg

-0,038

-0,18

-0,17

0,00

-0,11

0,00

-0,05

möglicher Auszahlungspreis (Qualität) bei 500.000 kg

35,43

37,98

36,45

35,96

37,54

41,05

32,80

möglicher Auszahlungspreis (Qualität) bei 1 Mio. kg

35,46

38,16

36,63

35,96

38,25

41,05

33,28

 

Weitere Zuschläge für Nachhaltigkeit, Tierwohl, Logistik und Jahresrückvergütungen

gelb markierte Positionen werden von einem Großteil der Lieferanten (> 90 %) erzielt und fließen im Vergleich in den Qualitätspreis ein. 

rot markierte Positionen sind zwar generell erzielbar, werden aber nur von einem Teil der Lieferanten 
(< 90%) erreicht und sind nur bedingt auf der Ebene "Bestpreis" miteinander vergleichbar.

Nachzahlungen lassen sich im Monatsvergleich nicht abbilden und werden nur nachrichtlich aufgelistet. 

Hochwald

Cool Farm Tool - Zuschlag

0,40 ct

CO² Reduktionsmaßnahme

0,60 ct

Haltungsform 3 Zuschlag

3,00 ct

Nachzahlung 2024

1,50 ct

Jahressonderzahlung für 2024

1,00 ct

Arla-Foods 
*Beste Qualität 
(4% vom Rohwarenpreis)

Zuschlag für Klima-Check

1,00 ct

Nachhaltigkeit - laut Arla Ø aller Lieferanten bei

1,98 ct

Nachhaltigkeit - laut Arla maximal möglich (2,40 ct/kg)

0,42 ct

Haltungsform 3 Zuschlag

1,50 ct

Wartungs-, Kostenkompensation und Logistikzuschlag

0,27 ct

Nachzahlung 2025 (gesamt, inkl. Zinzen und Konsolidierung)

2,50 ct

Friesland 
Campina

Foqus-Planet "Nachhaltige Entwicklung" bis zu

2,90 ct

Nachzahlung für 2025

1,31 ct

Schwälbchen

Haltungsform 2 Zuschlag (seit Jan 25 alle Lieferanten => Liefervoraussetzung)

1,25 ct

DMK

Ø - Milkmasterbonus

0,40 ct

24 h Abholung

0,10 ct

Haltungsform 3 Zuschlag

2,00 ct

Mengenzuschlag bis maximal

1,40 ct

Sonder - Nachzahlung für 2024

1,00 ct

Hohenloher 
Molkerei

Grundkostenzuschlag

0,50 ct

Haltungsform 3 Zuschlag

3,00 ct

Nachzahlung 2025 (Jan-Nov)

2,00 ct

alle Angaben ohne Gewähr

Ausblick:

Hochwald Foods
Die Nachfrage nach Produkten der weißen Linie bleibt auch nach den Osterfeiertagen insgesamt gut. Abgepackte Butter war im Vorfeld von Ostern sehr gefragt, während sich das Interesse an Blockbutter nach zuvor umfangreichen Abschlüssen zuletzt beruhigt hat. Mit Blick auf die kommende Urlaubssaison nehmen die Bestellungen an Schnittkäse aus Südeuropa wieder zu. Die Erlöse sind zuletzt gestiegen und bewegen sich aktuell auf einem stabilen, höheren Niveau. Für April werden aus Thalfang unveränderte Auszahlungspreise angekündigt.

Arla
Die verfügbare Milchmenge in Europa bleibt weiterhin hoch. Dennoch hat der Markt ein Gleichgewicht gefunden, und die Rohstoffpreise zeigen eine positive Entwicklung. Trotzdem herrscht weiterhin Unsicherheit auf dem Markt, insbesondere getrieben durch die geopolitische Lage im Nahen Osten. Auch Arla kündigt für das April-Milchgeld unveränderte Auszahlungspreise sowohl für konventionelle, als auch Bio-Ware an.

Friesland Campina
Bei Campina wird von steigender Marktnachfrage berichtet. In Erwartung steigender Auszahlungspreise der Referenzunternehmen für konventionelle Erzeugermilch erhöht FC den Garantiepreis für April 2026 um 2,50 Ct/kg.

DMK
Der Milchkontor berichtet von hohem Warenausgängen im Ostergeschäft und umfangreichen Abwicklungen bei Industrieprodukten im Rahmen bestehender Kontrakte. Trotz hoher Auslastung in den Werken hat sich die Bestandslage weiter entspannt und die Talsohle bei den Erzeugerpreisen sei durchschritte. Für den April wird eine Erhöhung des Milchgelds um 2 Ct/kg auf einen Grundpreis von 37 Ct/kg angekündigt. 

Schwälbchen
Aus Bad Schwalbach werden nach der Korrektur in der März-Abrechnung für April unveränderte Auszahlungspreise gemeldet.

Milchwerke Oberfranken
Die Coburger berichten von weiter ansteigenden Milchanlieferungen, im März lagen diese bei GVO-Milch knapp 9 % und bei Biomilch 5,7 % über dem Vorjahr. Zudem konnten bei neuen Kontraktverhandlungen nicht die dringend notwendigen Preissteigerungen durchgesetzt werden, zum Teil mussten sogar Mengenverluste hingenommen werden. Die Milchauszahlungspreise liegen aktuell noch vergleichsweise hoch, weitere Korrekturen auf das Niveau des Wettbewerbs sind zu befürchten.


Fazit
Insgesamt bleibt der Milchmarkt von sehr hoher Rohstoffverfügbarkeit auf der einen, und einer überwiegend stabilen, teils saisonal getriebene Nachfrage auf der anderen Seite geprägt. Erste Milchpreisbefestigungen sind angekündigt, ob damit die Trendwende eingeleitet ist bleibt abzuwarten. Kurzfristig dürfte der Angebotsdruck nämlich fortgesetzt anhalten und die Preise auf den Rohstoff‑ und Spotmärkten begrenzen. Mittelfristig könnten jedoch steigende Kosten infolge geopolitischer Risiken sowie ein saisonal rückläufiges Milchaufkommen im weiteren Jahresverlauf für mehr Stabilität sorgen – insbesondere bei Käse und Molkenprodukten. 
Für unsere regionalen Erzeuger bleibt die Milchproduktion auf dem bestehenden Preisniveau fortgesetzt unter der Rentabilitätsgrenze. Die aktuelle internationale Energiekrise und damit verbunden deutlich steigende Produktionskosten verschärfen die wirtschaftlichen Engpässe auf den Betrieben. Notwendige Investitionen in Tierwohl und Nachhaltigkeit sind unter diesen Voraussetzungen ökonomisch kaum mehr sinnvoll darstellbar.
Die Verlagerung der Wertschöpfung in diese Bereiche bleibt trotzdem ein wichtiger preisbestimmender Faktor. Erzeuger sollten genau prüfen, welche Investitionen hier für die Betriebsentwicklung nachhaltig sein können. Unsere Fachberatung in den Bereichen Bauen, Betriebswirtschaft und Investitionsförderung kann hier entscheidende Unterstützung bieten >>>.


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Weizenkurse Euronext

Schlusskurse 14. Mai

TerminEURO/tUmsatz
Sep. 26213,5048.722
Dez. 26222,7515.075
Mrz. 27228,252.428
Mai. 27230,50603

Rapskurse Euronext

Schlusskurse 14. Mai

TerminEURO/tUmsatz
Aug. 26517,006.239
Nov. 26520,003.401
Feb. 27520,00304
Mai. 27517,7560

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