Weinbergsrolle / Weinlagen

Die Weinbergsrolle stellt das Verzeichnis der für die engeren geografischen Herkunftsangaben für Qualitätswein, Prädikatswein, Qualitätsperlwein b.A. und Qualitätsschaumwein b.A. (Sekt b.A.) zugelassenen Namen von Bereichen, Groß- und Einzellagen dar. Sie wird von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz geführt. Die Festlegung der Bereiche und der Lagen obliegt der für den Weinbau zuständigen Ministerin. 

Neben dem obligatorisch anzugebenden Namen des bestimmten Anbaugebietes kann nach den weinrechtlichen Regelungen der Name einer engeren geografischen Herkunft in der Etikettierung angegeben werden. Dazu zählen die Namen von Bereichen, Großlagen, Einzellagen und Orts- bzw. Ortsteilnamen. In der Weinbergsrolle sind die Namen und Abgrenzungen der Bereiche und Lagen angegeben. Zu beachten ist im geografischen Bezeichnungsrecht, dass gemeinde-/gemarkungsübergreifende Einzellagen sowie Großlagen einer Leitgemeinderegelung unterliegen. Veränderungen der Rebflächen, der Absatzstruktur oder der Gebietskörperschaften können Änderungen in der Weinbergsrolle bedingen.Sollten Fragen über die Voraussetzungen und den Verfahrensweg bei Änderungen bestehen, so wenden Sie sich bitte an Michael Engisch (Tel: 0671 / 793 1150).

Die Einrichtung und Führung der Weinbergsrolle basiert auf folgenden Rechtsgrundlagen:

  • § 23 Abs. 3 und 4 Weingesetz
  • § 29 Weinverordnung
  • Landesgesetz über die Festsetzung von Lagen und Bereichen und über die Weinbergsrolle (Weinlagengesetz)
Lagenvergleichszahl - Grundlage für die Bewertung der weinbaulichen Nutzung

Auf Grundlage des § 39 Abs. 1 des Bewertungsgesetzes (BewG) wurde für Hauptbewertungsstützpunkte auf den 1. Januar 1964 Lagenvergleichszahlen festgesetzt. Zusätzlich erfolge auf Landesebene für weitere Bewertungsstützpunkte (s. g. Landesbewertungsstützpunkte) Reinertragsermittlungen anhand dieser entsprechende Lagenvergleichszahlen abgeleitet wurden.

Die für die Hauptbewertungsstützpunkte festgesetzten Lagenvergleichszahlen sind im Bundesgesetzblatt von 24.11.1967 Teil I S 1191 ff veröffentlich. Bei der weinbaulichen Nutzung dienen als Bewertungsstützpunkte Weinbaulagen oder Teile von Weinbaulagen (§ 57 BewG). Weinbaulagen, die nicht durch die Haupt- und Landesbewertungsstützpunkte vorab bewertet wurden, sind entsprechend ihrer Ertragsfähigkeit unter zu Grundelegung der vorab bewerteten Haupt- und Landesbewertungsstützpunkte klassifiziert worden. Bei vorliegen unterschiedlicher Ertragsfähigkeit der Weinbaulagen innerhalb einer Gemarkung wurden diese in bis zu sieben Bewertungsabschnitte (Zusammenfassung mehrere Flurstücke, Gewannen oder Gemarkungsteile mit gleicher Reinertragsfähigkeit) eingeteilt.

Für diese Bewertungsabschnitte wurden im Rahmen von Angleichverhandlungen unter Berücksichtigung der vorliegenden maßgeblichen Haupt- und Landesbewertungsstützpunkte Lagenvergleichzahlen festgelegt. Um den einzelnen Vermarktungsformen Rechnung zu tragen, sind für jeden Bewertungsabschnitt einer Gemarkung in Abhängigkeit der Vermarktungsform (Trauben-, Fass- und Flaschenweinvermarktung) drei Lagenvergleichszahlen festgelegt. Dabei ist die damals in der Regel überwiegende Vermarktungsform Fasswein als gegendüblich unterstellt worden. Abweichungen von dieser gegendüblichen Vermarktungsform werden durch Zu- bzw. Abschläge berücksichtigt. Bei der Vermarktungsform Traubenablieferung wird in Abhängigkeit der Höhe der Lagenvergleichzahl ein Abschlag von 10 % bis 15 % vorgenommen. Wird das Lesegut als Flaschenwein vermarktet, erfolgt ein Zuschlag von 20 %. Unter Berücksichtigung des durch besonderes Gesetz festgelegte Ertragswert der weinbaulichen Nutzung für 100 Lagenvergleichszahlen je Ar in der Höhe von 200 DM (§ 40 Abs. 1 u. 2 BewG) werden die Hektarwerte der jeweiligen Weinbaulagen abgeleitet.

Beispiel:
Die Weinbaufläche einer Gemarkung/einer Lage hat eine Lagenvergleichszahl von 35. Daraus leitet sich ein Hektarwert von 7.000 DM bzw. 3.579,04 € bei Fassweinvermarktung ab. Lagenvergleichszahl 35 je Ar x 200 DM Ertragswert je 100 Lagenvergleichszahlen /Ar x 100 Ar (ha) dividiert durch 100.

Quelle: Oberfinanzdirektion Koblenz

Anbaugebiete - Bereiche - Großlagen - Einzellagen in Rheinland-Pfalz

Die Darstellung der rheinland-pfälzischen Weinlagen nach der Weinbergsrolle zum Downloaden. Die Gliederung sieht die Weinlagennummer, bestimmtes Anbaugebiet, Bereich-Großlage-Einzellage-Gemeinde vor. Die sechs-stellige Lagennummer beinhaltet in der 1. Stelle das Anbaugebiet, in der 2. Stelle den Bereich, in der 3. und 4. Stelle die Großlage sowie in der 5. und 6. Stelle die Einzellage.

Sollten Fragen bestehen, so wenden Sie sich bitte an Michael Engisch
Tel: 0671 / 793 1150
Email: michael.engisch(at)lwk-rlp.de

Bei der Verwendung der Bezeichnung ist auf die vorgegebene Schreibweise nach Eintragungen in der Weinbergsrolle sowie eine gesetzliche Leitgemeinderegelung zu achten. Durch einen Klick auf den jeweiligen Datensatz wird auch die Rebfläche (in ha) angezeigt.

Die Weinlagen im Überblick >>>

Die Änderung von Weinlagen in den rheinland-pfälzischen Weinanbaugebieten

 Verlauf bezüglich der Änderung von Weinlagen - Die Vorgehensweise anlässlich einer Lagenänderung - Antragsverfahren bei Lagenänderungen ist im nachfolgenden PDF dargestellt.

Gewanne

Antragsverfahren auf Eintragung einer kleineren geografischen Einheit (Gewanne / Katasterlage) in die Weinbergsrolle >>>

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