Aktuelles zum Milchmarkt

Mit der Abkühlung der Temperaturen zeigte sich die Milchanlieferung in Deutschland wieder saisontypisch; und somit fortgesetzt leicht rückläufig. Das Saisontief dürfte in etwa ab Mitte November 2019 erreicht werden.

In der 41. KW erfassten die Molkereien in Deutschland, laut Schnellberichterstattung der ZMB, im Schnitt um - 0,1 % weniger Milch, als noch in der Woche zuvor.

Milchpreistabelle und den Gesamtbericht als Pdf-Dokumente am Ende des Artikels 

Milchanlieferung nähert sich dem Saisontief; überwiegend stabile Erzeuger- als auch Produktenpreise 

. Die Mehranlieferung (in der 40. KW 2019) gegenüber der Vorjahreswoche (aus 2018) betrug aber dennoch noch immer + 0,3 %. Demgegenüber verharrte der Milchanlieferungs-Rückstand zum Vorjahreszeitraum, beginnend ab dem 01.01.2019, weiter auf  unverändert - 0,6 %. 

Zur Erzeugung von Milchprodukten

Die ZMB berichtet (am 18.10.19), dass zuletzt (in der 41. KW 2019) von den meldenden Molkereien aus Deutschland insbesondere die Produktion von Magermilchpulver (+ 4,3 %) weiter ausgeweitet worden sei; demgegenüber wurde die Käse- (- 0,7 %) als vor allem auch die Butterproduktion (- 9,2 %) merklich zurückgefahren. Unverändert wird viel Rohmilch zur Herstellung von Frischeprodukten benötigt. Die Nachfrage nach Frischprodukten liegt im normalen Rahmen. Laut Mitteilung der AMI haben sich die Preise für Industrierahm zuletzt weiter befestigt;  bei geringem Angebot erzielen auch Magermilchkonzentrat und Versandmilch nach Italien festere Preise. 

Abgepackte Butter wird rege nachgefragt

Trotz allgemeiner Preisanhebung zu Beginn des Monates Oktober setzt sich die rege Nachfrage nach abgepackter Butter über den LEH weiter fort. Dennoch verharren die aktuellen Molkereiabgabepreise unverändert auf dem Niveau der vergangenen zwei Wochen (Börse Kempten; 16.10.19; im Mittel bei: 3,88 EUR/kg, für geformte Butter). Am Blockbutter-Markt herrscht unverändert eine abwartende Haltung vor. Aktuell  kommen nur wenige Neuabschlüsse zu Stande. Zurzeit werden vor allem bestehende Kontrakte abgewickelt; die weiterverarbeitende Industrie scheint ihren Bedarf weitestgehend im Voraus abgedeckt zu haben. Teilweise wird desweiteren auf Ware aus privaten Beständen zurückgegriffen, welche günstiger angeboten wird, als frische Ware.  Obwohl die Hersteller, aufgrund der festeren Preise für Sahne und auch für abgepackte Butter, entsprechend höhere Preise nun auch für Blockbutter einfordern, verharren die Preise auf dem Niveau der Vorwochen (Börse Kempten; 16.10.; 3,68 EUR/kg für lose Butter). Das Exportgeschäft mit Butter aus der EU hat sich in den vergangenen Monaten wieder belebt. In den ersten acht Monaten des Jahre 2019 wurden mit 108.042 t 23 %, bzw. rund 20.000 t, mehr Butter aus der EU am Weltmarkt abgesetzt, als noch im Vorjahreszeitraum. Größter Abnehmer, mit einem Anteil von 24 %, waren in diesem Jahr die USA. 

Festere Tendenzen am Schnittkäsemarkt

Aktuell sind am Markt für Schnittkäse durchweg festere Tendenzen zu beobachten. Bei einer guten Nachfrage aus dem In- und Ausland bauen sich derzeit, laut AMI,  auch keine Bestände in den Reifelagern auf; das Angebot wird aktuell gerade noch als ausreichend beschrieben. Für zusätzliche Nachfragen stehe zurzeit keine Ware zur Verfügung. Für die kommenden Wochen ist erfahrungsgemäß mit einer saisonal zunehmenden Nachfrage zu rechnen, und da die Produktion, bei einem eher weiter rückläufigem Rohstoffaufkommen, nichtweiter ausgedehnt werden kann, fordern die Hersteller aktuell, bei Neuabschlüssen, etwas höhere Preise. Die Käseausfuhren der EU, auf den Weltmarkt, haben sich im Juli und August 2019 nun auch wieder über dem Niveau des Vorjahres bewegt; im zweiten Quartal 2019 lagen sie noch unter den Vorjahreszahlen. In den ersten acht Monaten von 2019 wurden mit insgesamt 573.207 t  rd. 3 % mehr Käse exportiert als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. 

Milch- und Molkenpulvermarkt mit insgesamt festeren Tendenzen

Am Markt für Magermilchpulver herrschen zurzeit anhaltend festere Tendenzen vor.  Nach wie vor bestehe, so berichtet die AMI, ein reges Kaufinteresse, sowohl innerhalb der EU, als auch für Exporte auf den Weltmarkt. Zeitgleich stehe der aktuellen Nachfrage aber auch nur ein vergleichsweise geringes Angebot an Frischware gegenüber; der überwiegende Teil der laufenden Produktion sei bereits vertraglich gebunden. Für das erste Quartal 2020 seinen ebenfalls schon erste Gespräche geführt worden und hier und da kämen auch erste Abschlüsse zu Stande. Aber noch werden die Aktivitäten für die Zeit über den Jahreswechsel hinaus als noch überwiegend eher ruhig beschrieben; die Preisfindung für solche Geschäfte erweist sich bislang auch als äußerst schwierig. Aktuell fordern die Hersteller etwas höhere Preise. Für Lebensmittelware, wie auch für Futtermittelware, wurden zuletzt auch etwas höhere Preise realisiert (Börse Kempten; 16.10.19: neu; im Mittel: 2.380 (für in LMQ) bzw. 2.225 (für in FMQ) Euro/t .

Am Vollmilchpulver-Markt wird aktuell von einer eher ruhigen Geschäftstätigkeit berichtet. Zum Teil sollen noch Geschäfte für Lieferungen innerhalb des Binnenmarktes abgeschlossen worden sein; auf den Weltmärkten bleibe aber die Konkurrenzfähigkeit von EU-Ware, wegen des noch vergleichsweise hohen Preisniveaus, weiter eingeschränkt. Dennoch bewegen sich die Preise für Vollmilchpulver in LMQ unverändert stabil, und somit auf dem Preisniveau der Vorwochen.

Am Molkenpulver-Markt wird weiterhin von einer belebten Nachfrage nach Ware in LMQ berichtet. Die Preise tendierten zuletzt leicht fester. Auch bei Ware in FMQ konnten sich zuletzt die Preise weiter nach oben bewegen (Börse Kempten; 16.10.19; im Mittel auf 875 (in LMQ) bzw. auf 655 EUR/t (in FMQ)). 

Global Dairy Trade Tender: Preise zuletzt leicht fester

Beim letzten Global Dairy Trade Tender (am 15.Oktober) zogen die Preise, verglichen zur Vorauktion (am 01.10.2019) im Schnitt um + 0,5 %, über alle Produktgruppen und über alle gehandelten Lieferzeiträume betrachtet, leicht an. Schwächere Preise wurden zuletzt vor allem erneut für Käse (nun - 2,2 %) und für Butter  (nun - 0,4% zur Vorauktion) festgestellt. Preisbefestigungen gab es dagegen insbesondere bei Kasein (+ 3,6%), bei Magermilch-Pulver (+ 2,4 %) und bei Butterfett (+ 0,8 %), Vollmilch-Pulver notierte unverändert; Süßmolken-Pulver und Laktose  wurden nicht notiert und Buttermilch-Pulver wurde zuletzt nicht angeboten. Die gehandelten Mengen beliefen sich zuletzt auf insgesamt 38.712 t; sie lagen damit in etwa auf dem Niveau der Vorauktion am 01.10.2019. 

Kieler-Rohstoffwert: Für September 2019 wieder leicht fester

Für September 2019 ermittelte das "ife-Institut, Kiel" für den "Kieler-Rohstoffwert Milch" (für Milch mit 4% Fett, ab Hof des Erzeugers, o. MwSt.) einen nun wieder leicht fester tendierenden Rohstoff-Wert-Milch, nun wieder in Höhe von 31,4 ct/kg Milch (+ 1,6 ct/kg M.; bzw. + 5,4 % zum Aug.-Wert 2019, in Höhe von 29,8 ct/kg Milch).

Der aktuelle Sept.- Rohstoffwert-Milch liegt damit aber noch immer, mit - 3,80 ct/kg Milch (bzw. nun um - 10,8 %), unter dem ife-Rohstoffwert für September- Milch 2018.

Damals wies das ife-Institut einen Rohstoffwert Milch (bei 4 % Fett) in Höhe von immerhin noch 35,2 ct/kg Milch aus. Der neuerliche Preisanstieg des Kieler - Rohstoffwertes für den Monat September 2019 erklärt sich vor allem aus den zuletzt leicht fester tendierenden Preisen für abgepackte Butter und auch für  Magermilchpulver. Der Kieler-Rohstoffwert berücksichtigt nur die aktuellen Verwertungserlöse für Butter und Magermilchpulver; unberücksichtigt bleiben dabei die langfristigen Kontraktpreise. Der Rohstoffwert gibt also nicht den Auszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an; er gilt aber als wichtiger Indikator für die Milchmarkt-Preisentwicklung in Deutschland und Europa. 

EU - Spotmilchmarktpreise:

Zuletzt insgesamt stabile Preise; auf vergleichsweise hohem Niveau

Offiziell stellte die EU-Kom. (zuletzt am 17.10.2019) fest, dass der

italienische Spotmilchmarktpreis (bei 3,6 % Fett, frei Molkerei; Quelle: Clal.it), von ehemals von 46,00 (am 25.11.2018), von 44,8 (am 21.12.), von 42,3 (am 13.01. und auch am  22.02.), von 40,0 (am 31.03.), von 39,50 (am 07.04.), von 38,3 (am 08.05.), von 41,0 (am 09.06.), von 45,0 (am 30.06.), von 46,0 (am 07.07.), von 46,3 (am 14.07.), von 45,8 (am 21.07.), von 45,0 (am 28.07. und am 04.08.), von 44,8 (am 18. und auch am 21.08.), von 45,0 (am 01.09.), von 45,5 (am 08.09.) von 46,0 (am 15. und auch am 22.09.), von 45,8 (am 29.09.) nun zuletzt wieder auf einen einen Preis in Höhe von 45,0, ct/kg Milch (am 06.10.19) leicht abgefallen ist und seitdem stabil (am 10.10. und auch am 17.10.2019) stabil / unverändert notiert. Für die Niederlande werden von der EU -Kommission seit Mitte März 2019 keine neueren Preise mehr genannt. 

Zur Entwicklung der regionalen Molkerei-Auszahlungspreise

Den allgemeinen Tendenzen an den Märkten für Milchprodukte folgend leisteten die in Hessen, RLP und dem Saarland erfassenden Molkereien für  „September-Milch 2019" mehrheitlich unverändert  tendierende Milch-Auszahlungspreise. 

Zur Entwicklung der regionalen Molkerei-Auszahlungspreise

Den allgemeinen Tendenzen an den Märkten für Milchprodukte folgend leisteten die in Hessen, RLP und dem Saarland erfassenden Molkereien für  „August-Milch 2019" mehrheitlich unverändert  tendierende Milch-Auszahlungspreise. 

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der regional erfassenden Molkereien sind der beigefügten pdf-Datei zu entnehmen.

Den gesamten Artikel und Exkurse entnehmen Sie bitte dem Dokument im Anhang

f.d.R.   Reimund Möcklinghoff; Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ref. 25

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