Aktuelles zum Milchmarkt

Milchanlieferung fortgesetzt moderat ansteigend; überwiegend stabile Erzeuger- als auch Produktenpreise.

Laut Schnellberichterstattung der ZMB ist seit Dezember 2019 das Milchaufkommen in Deutschland saisonal bedingt wieder ansteigend. Zuletzt (in der 2. KW 2020) lag es um 0,3 % über der Anlieferungsmenge aus der 1. KW 2020.

Milchpreistabelle und den Gesamtbericht als Pdf-Dokumente am Ende des Artikels 

(und um - 0,2 % unter dem Niveau aus der vergleichbaren Vorjahreswoche; aber um 0,2 % über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum, ab Jan. 2020 bis einschließlich dem 12.01.2020). 

Der Markt für flüssigen Rohstoff zeigt sich vergleichsweise stabil. Nach dem Rückgang in der Vorwoche haben sich die Preise für Industrierahm wieder stabilisiert. Zeitgleich wurde Magermilchkonzentrat zu meist stabilen Preisen gehandelt und auch die Spotmilchmarkt-Preise tendierten zuletzt auf einem vergleichsweise hohen Preis-Niveau insgesamt eher unverändert.

Zur Erzeugung von Milchprodukten

Die ZMB berichtet (am 17.01.2020), dass zuletzt (in der 2 KW 2020) von den meldenden Molkereien aus Deutschland insbesondere die Produktion von  Käse (+ 12,1) und bedingt auch Magermilchpulver (+ 1,2 %) wieder ausgeweitet worden sei; demgegenüber wurde die Produktion von Butter  um – 6,6 % zuletzt wieder eingeschränkt. Unverändert wird viel Rohmilch zur Herstellung von Frischeprodukten benötigt. 

Frischeprodukte im normalen Rahmen abgesetzt

Frischprodukte treffen auf für die Jahreszeit normale Absatzmöglichkeiten. Über ungewöhnliche Entwicklungen wird derzeit nicht berichtet. 

Gute Nachfrage nach Block-Butter

Nachfrage nach abgepackter Butter entwickelt sich stetig, der Saison entsprechend; nach der Flaute zu Jahresbeginn zieht die Nachfrage wieder etwas an. Kempten notierte zuletzt einen unveränderten Preis in Höhe von 3,72 bis 3,80 EUR/kg.

Auch abgepackte Butter wird im saisonüblichen Rahmen, aber dennoch vergleichsweise gut, nachgefragt. Für kurzfristige Lieferungen gehen weitere Anfragen ein. Es besteht (noch) anhaltender Bedarf für Winterbutter. Auch für spätere Termine finden in gewissem Umfang Aktivitäten statt. Das Angebot ist insgesamt ausreichend. wobei sich die Buttervorräte in den vergangenen Monaten aber merklich verringert haben. Die Preise für Blockbutter tendieren aktuell fest. In Deutschland wurde die Notierung (Kempten, 22.01.2020) leicht auf 3,60 bis 3,70 EUR/kg angehoben. 

Schnittkäsemarkt anhaltend fest

Am Schnittkäsemarkt setzen sich die stabilen Tendenzen fort. Die Börse in Hannover berichtet (am 22.01.) von einer sehr guten Nachfrage; bei durchweg stabilen Preisen. Über alle Absatzkanäle im Inland hinweg sollen umfangreiche Bestellungen eingehen. Auch das Exportgeschäft verlaufe rege; sowohl was Lieferungen nach EU-Ländern wie auch nach Drittländern betrifft. Laut AMI soll das aktuell verfügbare Angebot zurzeit gerade ausreichen, um bestehenden Aufträge zu bedienen. Für zusätzliche Anfragen oder neue Aktionen stände keine Ware zur Verfügung. Die Bestände in den Reifelagern sollen sich auf einem niedrigen Niveau befinden; zudem sein dort auch nur ein junger Altersaufbau vorhanden; dies sei für die Jahreszeit eher ungewöhnlich.

Die Erlöse für Schnittkäse bewegen sich weiter auf dem Niveau der Vorwoche (Hannover: 22.01.20; Blockware: 3,10 bis 3,40, Brotware: 3,10 bis 3,30 EUR/kg). Aktuell stehen lt Meldung der AMI  höhere Preisforderungen im Raum; zumal auch die alternative Verwertungen, z.B. über Magermilchpulver weiter anziehen. 

Festere Preise für Magermilchpulver

Der Markt für Magermilchpulver entwickelt sich fortgesetzt fester. Das Kaufinteresse, das nach dem Jahreswechsel bereits angezogen hatte, hält weiter an und nimmt tendenziell zu. Anfragen gehen sowohl für das erste Quartal wie auch für spätere Termine ein. Die Nachfrage aus Asien auf dem Weltmarkt wird als rege beschrieben. Auch in anderen Regionen sind Käufer am Markt. Das noch verfügbare Angebot bleibt begrenzt, zumal die Hersteller bereits eine Reihe von Abschlüssen getätigt haben. Die Preise für MMP in LMQ und auch in Futtermittelqualität tendierten zuletzt (Börse Kempten; 22.01. mit 2.600 bis 2.680 EUR/ t für Ware in LMQ) etwas fester.

Auch Vollmilchpulver wird kontinuierlich aus dem EU-Binnen-Markt nachfragt, ebenso gehen hier und da Anfrage aus dem Weltmarkt ein. Die Preise bewegen sich stabil, auf dem Niveau der vergangenen Woche.

Molkenpulver in Futtermittelqualität trifft zurzeit auf eine rege Nachfrage und erzielt etwas festere Preise (Börse Kempten; 22.01.2020). Auch für Ware in Lebensmittel-Qualität wird von einer teilweisen Nachfragebelebung berichtet;  die Preise tendierten zuletzt stabil. 

Global Dairy Trade Tender: Preise zuletzt wieder leicht fester

Beim vorletzten (am 07.01.) und auch beim letzten Global Dairy Trade Tender (am 21. Januar 2020) wurden zuletzt wieder leicht  festere Preise ermittelt. Im Schnitt stieg der Index,  über alle Produkte und Zeiträume, im Mittel um  weitere + 1,7 % (im Vergleich zur Vorauktion am 07.01.2020. Mit Ausnahme von Butteröl (- 2,6%) waren bei allen gehandelten Produkten Preisaufschläge beobachtet. Am stärksten legten Butter (+ 5,5 %) und Lab-Kasein (+4,7%) zu. Vollmilchpulver, das auf der Plattform am umfangreichsten gehandelte Produkt, konnte einen Preisanstieg von + 2,4 % verzeichnen; zeitgleich konnten für alle Kontrakte höhere Preise ermittelt werden. Magermilchpulver stieg im Schnitt nur leicht um + 0,7 %; der Februarkontrakt gab aber um - 5,2 % nach; dennoch wurden hier die höchsten Preise erzielt. Laktose stieg demgegenüber nur geringfügig um 0,5 % und  Cheddar um + 0,6 % an. Die gehandelten Mengen, die Anfang Januar 2020 (mit nur 33.050 t deutlich gesunken waren, stiegen marginal um 0,35 % auf 33.165 t an. 

Kieler-Rohstoffwert: Für Dezember 2019 erneut leicht fester

Für Dezember 2019 ermittelte das "ife-Institut, Kiel" für den "Kieler-Rohstoffwert Milch" (für Milch mit 4% Fett, ab Hof des Erzeugers, o. MwSt.) einen nun erneut leicht fester tendierenden Rohstoff-Wert-Milch, nun in Höhe von 36,1 ct/kg Milch (+ 0,40 ct/kg M.; bzw. + 0,4% zum Nov.-Wert 2019, in Höhe von 35,7 ct/kg Milch).

Der aktuelle Dez.- Rohstoffwert-Milch liegt damit um  + 5,40 ct/kg Milch (bzw. nun mit + 17,6 %), über dem ife-Rohstoffwert für Dez.- Milch 2018.

Damals wies das ife-Institut einen Rohstoffwert Milch (bei 4 % Fett) in Höhe von immerhin nur 30,7 ct/kg Milch aus. Der neuerliche Preisanstieg des Kieler - Rohstoffwertes für den Monat Dez. 2019 erklärt sich vor allem aus den zuletzt wiederholt leicht fester tendierenden Preisen für abgepackte Butter, vor allem aber auch den merklich festeren Notierungen für  Magermilchpulver. Der Kieler-Rohstoffwert berücksichtigt nur die aktuellen Verwertungserlöse für Butter und Magermilchpulver; unberücksichtigt bleiben dabei die langfristigen Kontraktpreise. Der Rohstoffwert gibt also nicht den Auszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an; er gilt aber als wichtiger Indikator für die Milchmarkt-Preisentwicklung in Deutschland und Europa. 

EU - Spotmilchmarktpreise: weiterhin vergleichsweise stabil; auf unverändert hohem Preis-Niveau

Offiziell stellte die EU-Kom. (zuletzt am 19.01.2020) fest, dass der

italienische Spotmilchmarktpreis (bei 3,6 % Fett, frei Molkerei; Quelle: Clal.it), von ehemals von 42,3 (am 13.01. und auch am  22.02.), von 40,0 (am 31.03.), von 38,3 (am 08.05.), von 41,0 (am 09.06.), von 45,0 (am 30.06.), von 46,3 (am 14.07.), von 45,8 (am 21.07.), von 45,0 (am 01.09.), von 45,5 (am 08.09.) von 46,0 (am 15. u. a. am 22.09.), von 45,8 (am 29.09.), von 45,0 (am 06.10. u. a. am 20.10.), von 44,8 (am 27.10. u. a. am 31.10.), von 44,3 (am 03.11.), von 44,0 (am 10.11.), von 43,8 (am 17.11.), von 44,0 (am 24.11. und am 01.12.)), von 43,4 (am 08.12.), von 43,0 (am 15.12.), von 40,3 (am 29.12.), von 39,3 (am 12.01.20)  zuletzt nun wieder auf einen Preis in Höhe von 40,0, ct/kg Milch (am 19.01.2020) leicht angestiegen ist. Für die Niederlande werden von der EU -Kommission seit Mitte März 2019 keine neueren Preise mehr genannt. 

Zur Entwicklung der regionalen Molkerei-Auszahlungspreise

Den allgemeinen Tendenzen an den Märkten für Milchprodukte folgend leisteten die in Hessen, RLP und dem Saarland erfassenden Molkereien für  „Dez.-Milch 2019" mehrheitlich unverändert tendierende Milch-Auszahlungspreise. 

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der regional erfassenden Molkereien sind der beigefügten pdf-Datei zu entnehmen.

Den gesamten Artikel und Exkurse entnehmen Sie bitte dem Dokument im Anhang

f.d.R.   Reimund Möcklinghoff; Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ref. 25

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