Aktuelles zum Milchmarkt

Zuletzt eher expansive Milchanlieferung und überwiegend stabile Erzeuger- als auch Produktenpreise. Mit der Abkühlung der Temperaturen hat sich das Milchaufkommen in Deutschland, beginnend ab Anfang Juli, zunächst erst leicht stabilisiert, zuletzt aber wieder merklich zugenommen.

Milchpreistabelle und den Gesamtbericht als Pdf-Dokumente am Ende des Artikels 

Milchanlieferung zuletzt eher expansiv (und nicht, saisonal bedingt; rückläufig)

Mit der Abkühlung der Temperaturen hat sich das Milchaufkommen in Deutschland, beginnend ab Anfang Juli, zunächst erst leicht stabilisiert, zuletzt aber wieder merklich zugenommen. So erfassten die Molkereien in Deutschland in der 27. Woche, laut Schnellberichterstattung der ZMB, im Schnitt um 0,2 % mehr Milch als in der Woche zuvor (in der 26. KW lag der Rückstand zur Vorwoche noch bei  - 0,7 %). In der 28. KW stiegt die Milchanlieferung zuletzt aber sogar um + 0,8 % im Vergleich zur 27. KW 2019 an.

Der Rückstand gegenüber der Vorjahreswoche hat sich damit (in der 28. KW) auf nur noch 0,9 % verringert (in der 27. KW lag der Rückstand noch bei 2,4 % und in der 26. KW noch bei 2,7 % zur betreffenden Vorjahreswoche).

Demgegenüber blieb der Milchanlieferungs-Rückstand zum Vorjahreszeitraum, beginnend ab dem 01.01.2019, unverändert bei - 1,0 % für die betreffenden letzten Vorjahreszeiträume.

An den Märkten für flüssigen Rohstoff sind die Tendenzen (laut Meldung der AMI vom 17.07.) aktuell unterschiedlich. Während Magermilchkonzentrat, bei geringem Angebot, zuletzt fester gehandelt worden sei, haben die Preise für Industrierahm zuletzt (in der 29. KW) weiter nachgegeben. 

Ruhiger Frischproduktenmarkt  

Bedingt durch die Ferien, aber auch durch die zuletzt etwas kühlere Witterung,  hat sich die Nachfrage nach Frischprodukten etwas beruhigt. Auf Absatzimpulse gehofft wird, wenn die Temperaturen sich nun, wie angekündigt, alsbald wieder etwas erhöhen sollten. 

Zur Erzeugung von Milchprodukten

Die ZMB berichtet (am 19.07.19), dass zuletzt (in der 28. KW 2019) von den meldenden Molkereien aus Deutschland insbesondere die Produktion von Magermilchpulver (- 21,6 %), aber auch von Butter (- 7,7 %) und auch von Käse (- 4,7 %) wieder merklicher eingeschränkt worden sei; unverändert wird viel Ware zur Herstellung von Frischeprodukten benötigt. 

Blockbutter erneut leicht schwächer notiert

Am Markt für geformte Butter verläuft die Nachfrage in für die Jahreszeit üblichen und somit eher ruhigen Bahnen. Die Bestellungen aus dem Lebensmitteleinzelhandel sind, bedingt durch die Ferienzeiten, zurückgegangen. Die Preise für abgepackte Butter bewegen sich weiter auf dem abgesenkten Preisniveau der Vorwochen (Kempten: 17.07.19).

Am Blockbutter-Markt erscheint die Nachfrage, je nach Termin, unterschiedlich zu sein. Wenig Kaufinteresse besteht aktuell für prompte Lieferungen; dagegen hat sich die Nachfrage auf spätere Termine belebt. Laut AMI sollen die Werke aber mit Verkäufen für das kommende Jahr noch überwiegend eher zurückhaltend sein. Die Preise für Blockbutter und auch die für Industrierahm wurden zuletzt erneut zurück genommen (Kempten; 17.07.2019; notiert wurden zuletzt nur noch 3,55 bis 3,85 EUR/kg; mit einem Mittel vom 3,70 EUR/kg).

Auch in den Niederlanden gingen die Butter-Preise um 2 EUR/100 kg im Vergleich zur Vorwoche zurück (AMI; 17.07.).

Das Exportgeschäft soll zurzeit ebenfalls vergleichsweise ruhig verlaufen. 

Stabiler Käsemarkt

Der Schnittkäse-Markt präsentiert sich unverändert stabil und ausgeglichen. Es wird von einer guten, zum Teil auch von einer sehr guten Nachfrage aus dem In- und auch Ausland berichtet. Das Angebot entspricht dem Bedarf. Alle Anfragen können, so die AMI, zumeist bedient werden. Die Bestände in den Reifelagern sollen anhaltend eine junge Altersstruktur aufweisen und die Käsepreise tendieren unverändert stabil (Kempten und auch Hannover; 17.07.2019).  Nur vereinzelt sollen hier und da günstiger Partien offeriert werden. 

Anhalten ruhiger Markt für Milch- und Molkenpulver

Am Magermilchpulvermarkt kommen zurzeit, ferienbedingt, eher nur vereinzelt Abschlüsse zustande. Dennoch sollen zuletzt auch noch einzelne kurzfristige Kontraktabschlüsse getätigt worden sein. Mit einer Belebung des Handels wird nicht vor Mitte August gerechnet; erst dann sollen die meisten Einkäufer wieder aus ihrem Sommerurlaub zurückgekehrt sein. Aktuell werden vor allem bestehende Kontrakte abgewickelt. Die Preise für MMP in Lebensmittelqualität sind in der Bandbreite der vergangenen Wochen stabil;  dem gegenüber konnten sich die Preise für frische Futtermittelware zuletzt leicht verbessern (Kempten; 17.07.19).

Der Vollmilchpulvermarkt zeigt sich ebenfalls ferienbedingt ruhig. Die Exportmöglichkeiten sollen sich außerdem, laut AMI, weiter abgeschwächt haben. Die Preise tendierten zuletzt (Börse Kempten, 17.07.) leicht schwächer; vermutlich  auch bedingt durch die aktuelle Preisschwäche bei Milchfett allgemein.

Die Molkenpulver-Preise weisen gleichfalls insgesamt schwächere Preistendenzen auf (Kempten, 17.07.2019). Notiert wurden zuletzt nur noch 815 EUR/t, für Ware in LMQ (- 50 EUR/t im Vergleich zur vergleichbaren Notierung vom 03.07.2017 aus Kempten). 

Global Dairy Trade Tender: Preise zuletzt wieder befestigt

Beim  Global Dairy Trade Tender (am 16. Juli 2019) wurden zuletzt im Schnitt, über alle Produkte und Zeiträume, um 2,7 % höhere Preise ermittelt als beim Tender zuvor (am 02.Juli 2019). Die zuvor an dieser Plattform stattgefunden vier letzten Handelstermine waren jeweils mit rückläufigen Preisen zu Ende gegangen.

Aktuell wurden für alle gehandelten Produkte, außer für Labkasein (- 3,4 %), höhere Preise als zuvor ermittelt; Buttermilchpulver wurde nicht angeboten und für Laktose wurden keine Ergebnisse veröffentlicht. Die gehandelten Mengen betrugen insgesamt 25.000 t; sie lagen damit  (um 1,2 %), geringfügig über der gehandelten Menge am 02. Juli 2019.

Für alle Produkte, mit Ausnahme von Cheddar, wurden die höchsten Preise für die jeweils vordersten Termine ermittelt. Dabei konnte Vollmilchpulver im Mittel, über alle Laufzeiten, einen Zuschlag von 3,6 % verzeichnen;  der August-Kontrakt erzielte  den höchsten Preis, der niedrigste Preis wurde demgegenüber bei VMP für Oktober ermittelt. In ähnlicher Größenordnung, immerhin um 3,8 %, legten die Preise auch für Magermilchpulver zu; hier ergab sich der deutlichste Preiszuwachs aber für den September-Kontrakt. Bei Cheddar erhöhten sich die Preise im Mittel, über alle Laufzeiten, um 3,3 %; für Butter und Butteröl stiegen sie ebenfalls leicht an (um jeweils 1,7 %). Erstmals wurden auf dieser Plattform nun auch Kontrakte für Januar 2020 gehandelt. Die Preistendenzen für Butter und Butteröl, für spätere Lieferungen, blieben stabil. 

Kieler-Rohstoffwert: Im Juni 2019, mit 31,0 ct/kg, leicht schwächer

Für Juni 2019 ermittelte das "ife-Institut, Kiel" für den "Kieler-Rohstoffwert Milch" (für Milch mit 4% Fett, ab Hof des Erzeugers, o. MwSt.) einen nun wieder leicht schwächer tendierenden Rohstoff-Wert-Milch, nun aktuell wieder in Höhe von 31,0 ct/kg Milch (- 1,0 ct/kg M.; bzw. - 3,1% % zum Mai-Wert 2019, in Höhe von 32,0 ct/kg Milch).

Der aktuelle Juni- Rohstoffwert-Milch liegt damit, mit immerhin - 5,8 ct/kg Milch (bzw. um -17,8 %), unter dem ife-Rohstoffwert für Mai- Milch 2018.

Damals wies das ife-Institut einen Rohstoffwert Milch (bei 4 % Fett) in Höhe von immerhin schon 36,8 ct/kg Milch aus. Der neuerliche Preisanstieg des Kieler - Rohstoffwertes für den Monat Juni 2019 erklärt sich vor allem aus den unverändert schwach tendierenden Preisen vor allem für abgepackte Butter und den zuletzt auch eher leicht schwächer tendierenden Notierungen für Magermilchpulver. Der Kieler-Rohstoffwert berücksichtigt nur die aktuellen Verwertungserlöse für Butter und Magermilchpulver; unberücksichtigt bleiben dabei die langfristigen Kontraktpreise. Der Rohstoffwert gibt also nicht den Auszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an; er gilt aber als wichtiger Indikator für die Milchmarkt-Preisentwicklung in Deutschland und Europa. 

EU - Spotmilchmarktpreise: Stabile Preise; mit festeren Tendenzen

Offiziell stellte die EU-Kom. (zuletzt am 09.07.2019) fest, dass der

italienische Spotmilchmarktpreis (bei 3,6 % Fett, frei Molkerei; Quelle: Clal.it), von ehemals von 46,00 (am 25.11.2018), von 44,8 (am 21.12.), von 41,3 (am 30.12.), von 42,3 (am 13.01. und auch am  22.02.), von 40,0 (am 31.03.), von 39,50 (am 07.04.), von 38,8 (am 14.4.), von 38,0 (am 28.4.), von 38,3 (am 08.05.), von 38,5 (am 12.05), von 39,0 (am 19.05.) , von 39,3 (am 26.05.), von 41,0 (am 09.06.), von 44,3 (am 23.06.), von 45,0 (am 30.06.) nun zuletzt wieder auf einen ein Preis in Höhe von 46,0 ct/kg Milch (am 07.07.2019) angestiegen ist. Für die Niederlande werden von der EU -Kommission seit Mitte März 2019 keine neueren Preise mehr genannt. 

Zur Entwicklung der regionalen Molkerei-Auszahlungspreise

Den allgemeinen Tendenzen an den Märkten für Milchprodukte folgend leisteten die in Hessen, RLP und dem Saarland erfassenden Molkereien für  „Juni-Milch 2019" mehrheitlich unverändert  tendierende Milch-Auszahlungspreise. 

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der regional erfassenden Molkereien sind der beigefügten pdf-Datei zu entnehmen.

Den gesamten Artikel und Exkurse entnehmen Sie bitte dem Dokument im Anhang

f.d.R.   Reimund Möcklinghoff; Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ref. 25

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