Aktuelles zum Milchmarkt

Milchaufkommen in Deutschland zuletzt saisonal leicht rückläufig und um 2,5 % über Vorjahresniveau. Fortgesetzt von sehr niedrigen Gehalten an Inhaltsstoffen berichtet. – Preise für Industrierahm stabilisiert und für Magermilchkonzentrat im Schnitt stabil.

Milchpreistabelle und den Gesamtbericht als Pdf-Dokumente am Ende des Artikels 

Milchanlieferungen weiterhin auf hohem Niveau; saisonal bedingt aber auch leicht schwächer

Auch in der 27. KW 2018 hat sich die Milchanlieferung in Deutschland geringfügig verringert; in diesem Jahr wurde die Saisonspitze schon in der 20. und auch  21. KW 2018 erreicht. Zuletzt verblieben die Milchanlieferungsmengen aber unverändert über dem Niveau aus dem Vorjahr und auch, in den vergangenen 3 Wochen, sogar erstmals wieder über dem Niveau aus 2016. Laut Schnellberichterstattung der ZMB wurden in der 27. KW erneut - 0,3 % weniger Milch erfasst, als in der Vorwoche (in der 26. KW). Gegenüber der 27. KW (aus 2017) lag die aktuelle Milch-Anlieferung zuletzt aber fortgesetzt deutlich über der Vorjahres-Anlieferung ( um + 2,5 %) und auch weiterhin sehr deutlich über dem Niveau (+ 2,5 %) aus dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum (beginnend ab Jan. des jeweiligen Jahres bis einschließlich der 27. KW 2018). Unverändert scheinen die Erzeuger bemüht zu sein, möglichst viel Milch auf den Markt bringen zu wollen; saisonal bedingt gehen die Milchanlieferungen aber fortgesetzt zurück. Nach wie vor wird aber fortgesetzt von sehr niedrigen Gehalten an Inhaltsstoffen in der Milch berichtet. Bis auf  Weiteres bleibt Milch ausreichend verfügbar; insofern gaben auch die Spotmilchmarktpreise zuletzt wieder nach. 

Frischprodukte normal bis gut nachgefragt

Laut AMI ist bei den Frischprodukten ein für die Jahreszeit üblicher Absatz festzustellen. Regional machen sich die Schulferien in mehreren Bundesländern bemerkbar. Unverändert können aber fortgesetzt erhebliche Rohstoffmengen für die Produktion von Produkten aus dem weißen Sortiment gebunden werden.  Magermilchkonzentrat  wird zu stabilen Preisen gehandelt und auch die Preise für Industrierahm konnten sich, nach der Preisschwäche in den Vorwochen, zuletzt wieder stabilisieren.

Zur Erzeugung von Milchprodukten

Die ZMB berichtet (am 13.07.2018), dass in der 29. KW 2018 von den meldenden Molkereien aus Deutschland die Produktion von Butter (+ 10,2 %) und auch Käse (+ 3,2 %) wieder merklicher ausgeweitet worden sei; zugleich wurde die Produktion von Magermilchpulver, im Vergleich zur Vorwoche, wieder eingeschränkt (- 8,7 %). 

Ruhiger Buttermarkt

Am Markt für abgepackte Butter wird von der Börse in Kempten zuletzt (am 18.07.)  von einem vergleichsweise ruhigen Markt berichtet. Neben der Ferienzeit und den im langfristigen Vergleich überdurchschnittlichen Preisniveau wird der ruhige Absatz auch auf ein bei dem warmen Wetter verändertes Ernährungsverhalten zurückgeführt. Die Preise bewegen sich fortgesetzt stabil,  mit Preisen, vom im Mittel 5,70 EUR/kg, auf dem Niveau der Vorwochen.

Am Blockbuttermarkt  wird aktuell von einer leicht anziehenden Nachfrage berichtet; die Preise tendieren dennoch auf dem in der Woche zuvor leicht abgesenktem Preisniveau stabil (im Mittel: 5,53 EUR/kg; Börse Kempten, 18.07.). Innerhalb der EU tendieren die Blockbutter uneinheitlich. Die AMI berichtet von zuletzt teilweise günstigeren Offerten aus verschiedenen Nachbarländern. Das Drittlands-Exportgeschäft verläuft weiterhin ruhig.   

Stabiler Schnittkäsemarkt

Am Schnittkäsemarkt stehen sich Angebot und Nachfrage weiterhin ausgeglichenen gegenüber; die Preise sind aktuell stabil. Infolge der Schulferien verläuft die Nachfrage aus dem Lebensmitteleinzelhandel bisweilen zwar etwas ruhiger; dies entspricht aber einer der Jahreszeit üblichen Entwicklung. Im Gegenzug fragt die Industrie vergleichsweise rege nach und auch der Absatz in Richtung Südeuropa gestaltet sich weiterhin gut. Desweiteren fließt kontinuierlich Ware auch in den Drittlandsexport ab. Zusätzlich erwartet der Markt, dass sich alsbald auch eine gewisse Umverteilung der Handelsströme, aufgrund der höheren Zölle für US-Ware, in Richtung Mexiko und China ergeben könnte. Die Bestände in den Reifelagern sollen weiterhin einen niedrigen Umfang haben und auch die Nachfrage nach Mozzarelle soll weiterhin sehr rege verlaufen; dies wiederum dürfte einen dämpfenden Einfluss auf die Produktion von Schnittkäse haben. 

Ruhiger und zumeist leicht schwächerer Milchpulver-Markt  

Ferienbedingt verläuft die Nachfrage am Magermilchpulver-Markt zurzeit ruhig. Laut AMI haben sich viele Marktbeteiligte in die Sommerferien verabschiedet und demzufolge ihre Abschlüsse schon im Vorfeld getätigt. Derzeit sollen vor allem nur bestehenden Kontrakte abgewickelt werden;  kurzfristig bestehe kaum noch Handlungsbedarf. Gleichwohl werden hier und da in geringem Umfang frische Mengen angeboten. Die Preise für Lebensmittelware tendieren zuletzt uneinheitlich. Die Börse Kempten notierte zuletzt (am 18.07.) für MMP in LMQ Preise zwischen 1.440 bis 1.540 EUR/t;  im Mittel 1.490 EUR/t.  Die Aktivitäten bei MMP in Futtermittelqualität haben sich zuletzt, bei ebenfalls leicht schwächeren Preisen, etwas belebt; die Börse in Kempten ermittelte (am 18.07.) einen Durchschnittspreis in Höhe von 1.275 EUR/t. Mit Spannung erwartet der Markt nun die Ergebnisse der laufenden Ausschreibung für den Verkauf von Magermilchpulver in LMQ aus der Intervention. Viele Marktteilnehmer gehen lt. AMI davon aus, dass das Kaufinteresse schwächer ausgeprägt sein wird, als bei den vorherigen Terminen.

Auch am Vollmilchpulver-Markt wird aktuell von einem ruhigen Marktverlauf berichtet. Ferienbedingt sei die Lebensmittelindustrie am Markt nur eingeschränkt tätig und EU-Ware sei am Weltmarkt zurzeit nur eingeschränkt konkurrenzfähig. Nur Molkenpulver ist aktuell von anhaltend stabilen Tendenzen gekennzeichnet. Für Futtermittel, wie zuletzt auch für Lebensmittelware, wurden in Kempten (am 18.07.)  unveränderte Preise notiert. 

Global Dairy Trade Tender: Der GDT-Index fällt erneut; zuletzt um 1,7 %

Beim letzten Global Dairy Trade Tender (am 17.07. 2018) wurden im Schnitt, über alle Produkte und Zeiträume, ein um 1,7 % rückläufiger Preis, im Vergleich zur Vorauktion am 03.07., festgestellt. Auch die vorhergehenden drei Auktionen (am 03.07. (-  5,0 %),  am 19.06. (- 1,2 %)  und auch am 05.06.2018 (- 1,3 %)  warteten  mit leicht rückläufigen Preisen auf. Höhere Preise wurden zuletzt nur für Vollmilch- (+ 1,5 %) und auch für Magermilchpulver (+ 0,8 %) erzielt; höhere Preisnachlässe gab’s dagegen zuletzt bei Kasein (- 9,5 %), bei Butter (- 8,1 %), bei Butteröl  (- 5,2 %) und auch bei Käse (- 3,3 %). Laktose und  Buttermilchpulver wurde am 17.07.  nicht gehandelt. Die insgesamt gehandelten Mengen fielen zuletzt um 4,02 % (im Vergleich zur Vorauktion), auf  nun noch 25.454 t. 

Kieler-Rohstoffwert erneut leicht fester

Für Juni 2018 ermittelte das "ife-Institut, Kiel" für den "Kieler-Rohstoffwert Milch" (für Milch mit 4% Fett, ab Hof des Erzeugers, o. MwSt.) einen Wert in Höhe von aktuell (nun wieder) 36,8 ct/kg Milch (+ 1,7 ct/kg M.; bzw. + 4,8 % zum Mai-Wert 2018, in Höhe von 35,1 ct/kg Milch). Der aktuelle Juni- Rohstoffwert-Milch liegt damit nun um - 1,5 ct/kg Milch (bzw. um - 3,9 %) unter dem ife-Rohstoffwert für Juni-Milch 2018. Damals wies das ife-Institut noch einen Rohstoffwert Milch (bei 4 % Fett) in Höhe von (noch) 38,3 ct/kg Milch aus. Der neuerliche Preisanstieg des Kieler - Rohstoffwertes für den Monat Juni 2018 ist vor allem durch die  zuletzt wieder angezogene Preisnotierung für Butter und auch Magermilchpulver zu erklären. Der Kieler-Rohstoffwert berücksichtigt nur die aktuellen Verwertungserlöse für Butter und Magermilchpulver; unberücksichtigt bleiben dabei die langfristigen Kontraktpreise. Der Rohstoffwert gibt also nicht den Auszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an; er gilt aber als wichtiger Indikator für die Milchmarkt-Preisentwicklung in Deutschland und Europa. 

EU - Spotmilchmarktpreise: zuletzt wieder mit schwächeren Tendenzen

Offiziell stellte die EU-Kom. (zuletzt am 17.07.2018) fest, dass der niederländische Spotmilchpreis (EU PRI.EU.Spot; Quelle: BoerenBusiness.nl; nach DCA-Markt-Info; bei 4,4 % Fett, frei Rampe Molkerei), nach einem Preis in Höhe von 43,5 (am 10.09.2017), von 30,0 (am 03.12.), von 20,0 (am 31.12.), von 25,5 (am 18.02), von 28,8 (am 08.04.), von  33,8 (am 20.05.), von 36,0 (am 08.06.) , von 36,8 (am 10.06.), von 37,3 (am 17. und  am 21.06.), von 37,0 (am 24.06.) nun auf einen Wert in Höhe von 31,8 ct/kg Milch (am 15.07.) abgefallen ist.  

Zeitgleich wurde für den italienischen Spotmilchmarktpreis (bei 3,6 % Fett, frei Molkerei; Quelle: Clal.it), eine Preisbewegung, von ehemals 43,8 (am 01.10.2017), von 40,3 (am 15.12.), von 34,0 (am 31.12.17), von 30,5 (am 11.02.), von 29,8 (am 01.04.), 30,8 (am 15.04.), von 30,3 (am 22.04.), von 33,0 (am 20.05.), von 38,5 (am 10.06.), von 39,5 (am 21.06. und am 24.06.) nun wieder ein Preis in Höhe von 38,0 ct/kg Milch (am 15.07.) genannt. 

Zur Entwicklung der regionalen Molkerei-Auszahlungspreise

Den allgemeinen Tendenzen an den Märkten für Milchprodukte folgend leisteten die in Hessen, RLP und dem Saarland erfassenden Molkereien für "Juni-Milch 2018" mehrheitlich unveränderte bis leicht anziehende Milch-Auszahlungspreise. 

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der regional erfassenden Molkereien sind der beigefügten pdf-Datei zu entnehmen.

Den gesamten Artikel und Exkurse entnehmen Sie bitte dem Dokument im Anhang

f.d.R.   Reimund Möcklinghoff; Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ref. 25

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