Aktuelles zum Milchmarkt

Milchanlieferung leicht abnehmend; leicht fester tendierende Erzeuger- und auch Produktenpreise.

Laut Schnellberichterstattung der ZMB zeigte sich das Milchaufkommen zuletzt wieder leicht abnehmend; der saisonale Rückgang zeigte sich zuletzt aber weniger stark ausgeprägt, als in vorhergehenden Jahren.

Milchpreistabelle und den Gesamtbericht als Pdf-Dokumente am Ende des Artikels 

In der 42. KW 2020 bewegte sich die aktuelle Milchanlieferung (mit - 0,4 % zur Vorwoche) in Deutschland wieder leicht unter der Anlieferung aus der Vorwoche, und auch immerhin noch um - 0,5 % unter der Anlieferung aus der vergleichbaren Vorjahreswoche (aus 2019). Erfahrungsgemäß dürfte der saisonale Tiefpunkt Mitte November des jeweiligen Jahres erreicht sein. Bezogen auf die Milchanlieferung, für den Zeitraum ab Jan. des Jahres, bis einschließlich zum 01.01.2020, verglichen mit der Anlieferung aus dem entsprechenden Vorjahreszeitraum, liegt die aktuelle Milchanlieferung unverändert deutlich (um immerhin nun noch + 0,5 %) über der aus dem betreffenden Vorjahreszeitraum.

Der Markt für flüssigen Rohstoff bleibt somit gut versorgt. Die aktuellen Gegebenheiten sprechen vermehrt für eine gewisse Stabilisierung am Milchmarkt. Inwieweit die nun neu ansteigenden Covid19-Infektionen aber wieder zu Verwerfungen am Milchmarkt führen werden, bleibt abzuwarten. Zuletzt konnten sich zumindest die Preise für Industrierahm im Preis gut behaupten; die vormaligen Höchststände wurden aber nicht erreicht; Magermilchkonzentrat hatte Ende der 42. KW im Preis etwas nachgegeben, hat sich inzwischen aber wieder befestigt und auch am italienischen Spotmilchmarkt zogen die Preise wieder geringfügig an. In der 43. KW startete der Handel mit flüssigem Rohstoff eher ruhig. 

H-Milch-Nachfrage boomt; Frischprodukte gut nachgefragt  

Mit dem aktuellen Anstieg der Covid-19-Fälle haben die Bestellungen von H-Milch wieder merklich zugenommen; laut AMI wirkt sich dies auch auf die Verfügbarkeit von flüssigem Rohstoff aus. Anscheinend finden im Handel und vermutlich nun auch in den privaten Haushalten wieder Bevorratungen statt. Auch für Frischprodukte wird insgesamt über eine gute Nachfrage berichtet. 

Zur Erzeugung von Milchprodukten

Die ZMB berichtet (am 23.10.2020), dass zuletzt (in der 42. KW 2020) von den meldenden Molkereien aus Deutschland insbesondere die Produktion von Magermilchpulver (- 10,7 %), aber auch von Butter (- 6,5 %) und auch von Käse (- 2,1 %) wieder merklicher eingeschränkt worden sei (jeweils im Vergleich zur Vorwoche); es wurde somit mehr Frischware hergestellt. 

Hohe Nachfrage nach abgepackter Butter

Der deutsche Buttermarkt ist aktuell durch eine sehr gute Nachfrage nach geformter Ware gekennzeichnet (Börse Kempten; 21.10.2020). Die Verschärfung der Corona-Pandemie scheinen zu einer neuerlichen Veränderung des Kaufverhaltens zu führen. Laut AMI rechnen die Hersteller (aufgrund dieser Entwicklung) mit einem stärkeren Weihnachtsgeschäft als in den Vorjahren. Die Molkereiabgabepreise bewegen sich aber unverändert auf dem Niveau der Vorwochen (Kempten; am 21.10.; im Mittel: 3,70 EUR/kg). In Relation zu den Preisen für Industrierahm (Kempten: 21.10.; im Mittel: 3,48 EUR /kg) ist abgepackte Butter nach wie vor unterbewertet.

Der Blockbutter-Markt zeigt sich weiterhin abwartend; vor allem werden bestehende Kontrakte abgewickelt. Zudem bleibt das Angebot an frischer Blockbutter gering; der Verkauf von Sahne ist lukrativer und entsprechende höhere Preisforderungen für frische Ware lassen sich zumeist nicht durchsetzen. Das Blockbutter-Angebot wird unverändert durch gefrostete Ware ergänzt. In der Privaten Lagerhaltung befanden sich Ende September 2020 EU-weit noch Bestände in Höhe von 53.521 t; im Vergleich zum Vormonat haben diese somit um 10.170 t abgenommen.

Für längerfristige Termine-Geschäfte sind die Aktivitäten am Blockbuttermarkt unverändert ruhig. Die Preisvorstellungen der Marktbeteiligten gehen weit auseinander; hinzu kommt die allgemeine Unsicherheit aufgrund der Covid-19-Pandemie. Das Drittlands-Exportgeschäft verläuft ebenfalls ruhig. Die Blockbutter-Preise bewegen sich unverändert in der Bandbreite der Vorwochen. 

Anhaltend gute Schnittkäse - Nachfrage

Am Schnittkäse-Markt besteht unverändert eine gute Nachfrage; bei stabilen Preisen (Börse Hannover, 21.10.2020). Laut AMI ordert insbesondere der Lebensmitteleinzelhandel sehr umfangreiche Mengen. Es scheint, dass in den Haushalten wieder mehr gekocht werden würde; auch Reibekäse wird gut nachgefragt. Die Nachfrage aus dem Food-Service hat hier und da zwar etwas abgenommen, bewegt sich aber weiterhin über den Erwartungen. Auch wenn die Kontaktbeschränkungen in den kommenden Wochen verschärft werden sollten, rechnet der Markt nicht damit, dass sich der Käse-Absatz merklich verringern könnte; die Hol- und Bringdiensten dürften sich auch weiterhin auf einem hohen Niveau bewegen. Die Nachfrage aus dem europäischen Ausland wird insgesamt weiter als stabil eingeschätzt. Dagegen soll sich die Angebotssituation etwas uneinheitlich zeigen; in manchen Bereichen sei die Verfügbarkeit knapp; in anderen Bereichen sei sie aber ausreichend. Insgesamt sollen die Bestände in den Reifelagern aber niedrig sein und der Altersaufbau der Vorräte ist jung.

Die Schnittkäse-Preise bewegen sich stabil und unverändert auf dem Niveau der Vorwochen. Speziell das Geschäft mit Emmentaler verlaufe sehr gut; demgegenüber soll sich zuletzt das Mozzarella-Geschäft, im Vergleich zu Schnittkäse, schwächer entwickelt haben. 

Belebter Magermilchpulver-Markt

Die Börse in Kempten (21.10.2020) berichtet von einem belebten Markt für Magermilchpulver. Laut AMI sollen bei den Werken auch immer wieder Anfragen vom europäischen Binnenmarkt und auch vom Weltmarkt eintreffen. Das Kaufinteresse konzentriere sich aber eher auf kurzfristige Liefer-Termine. Für längerfristige Kontrakte würden zwar viele Gespräche geführt; es herrsche aber eine abwartende Haltung bei allen Marktbeteiligten vor. Die Verfügbarkeit (für die kommenden Monate) bleibe aber nach wie vor begrenzt. Die Preise für MMP in Lebensmittelqualität notierten zuletzt (Kempten: 21.10., mit 2.210 EUR/t) unverändert; bei Futtermittelware konnten sich zuletzt leicht festere Preise durchsetzen (Kempten: 2.070 EUR/t).

Am Vollmilchpulver-Markt besteht ein gewisses Kaufinteresse; immer wieder komme es auch zu kleineren Abschlüssen. Die Preisentwicklung für deutsche Ware zeigt sich unverändert (Kempten: 21.10.; 2.820 EUR/t); aus anderen EU-Ländern werden aber auch niedrigere Preise genannt.

Am Molkenpulver-Markt hat sich die Nachfrage nach Ware in LMQ leicht belebt, wobei die Erlöse aber dennoch leicht nachgegeben haben (Kempten; 21.10.: 810 EUR/t); dem gegenüber ist der Markt für Futtermittelware von Stabilität gekennzeichnet (Kempten; 21.10.: 700 EUR/t). 

Global Dairy Trade Tender: Preise wiederholt leicht fester

Am 20. Oktober wurden beim GDT, das dritte Mal in Folge, festere Preise ermittelt. Im Schnitt, über alle Zeiträume und Produkte stiegen die Erlöse um 0,4 % leicht an. Vollmilchpulver (+ 0,3 %), Cheddar (+ 3,0 %) und auch Butter (+ 3,3 %) erzielten zuletzt höhere Preise; zeitgleich hatten aber Magermilchpulver (- 0,2 %), Butteröl (- 0,5 %) und auch Laktose (- 8,0 %) Abschläge zu verzeichnen. Buttermilchpulver wurde nicht gehandelt. Mit 34.648 t wurden 1,3 % weniger Milchprodukte gehandelt als beim vorhergehenden Handelstermin, am 6. Oktober.

Für die einzelnen Vollmilch-Pulver-Kontrakte bewegten sich die Preise zuletzt in einer geringen Bandbreite; speziell für den November-Kontrakt konnten dabei aber der höchste und für Dezember der niedrigste Preis ermittelt wurde. Magermilchpulver erlöste im Schnitt zwar im Schnitt leicht schwächere Preise (als zu Monatsbeginn; beim GDT am 06.10.), aber speziell für spätere Liefertermine zogen die Preise zogen  leicht an. 

Kieler-Rohstoffwert: Mit 31,1 ct/kg Milch wieder leicht fester

Für September 2020 ermittelte das "ife-Institut, Kiel" für den "Kieler-Rohstoffwert Milch" (für Milch mit 4% Fett, ab Hof des Erzeugers, o. MwSt.) zuletzt wieder einen leicht fester tendierenden Rohstoff-Wert-Milch, nun wieder in Höhe von 31,1 ct/kg Milch (+ 1,2 ct/kg M.; bzw. + 4,01 % zum Aug. -Wert 2020; in Höhe von zuvor nur noch 29,9 ct/kg Milch).

Der aktuelle Sept.-Rohstoffwert-Milch liegt damit aber (um - 0,3 ct/kg Milch (bzw. um - 0,96 %) unter dem ife-Rohstoffwert für Sept.-Milch 2019. Damals wies das ife-Institut einen Rohstoffwert Milch (bei 4 % Fett) in Höhe von 31,4 ct/kg Milch aus. Der neuerliche Preisanstieg des Kieler-Rohstoffwertes für den Monat Sept. 2020 erklärt sich vor allem aus den zuletzt leicht fester tendierenden Preisen, vor allem für Magermilch-Pulver.

Der Kieler-Rohstoffwert berücksichtigt nur die aktuellen Verwertungserlöse für Butter und Magermilchpulver; unberücksichtigt bleiben dabei die langfristigen Kontraktpreise. Der Rohstoffwert gibt also nicht den Auszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an; er gilt aber als wichtiger Indikator für die Milchmarkt-Preisentwicklung in Deutschland und Europa. 

EU - Spotmilchmarktpreise: Ab Juni 2020 in etwa konstant; zwischen 34,0 bis 36,0 ct/kg Milch; zuletzt, mit 35,0 ct/kg Milch, wieder leicht fester

Offiziell stellte die EU-Kom. (zuletzt am 18.10.2020) fest, dass der

italienische Spotmilchmarktpreis (bei 3,6 % Fett, frei Molkerei; Quelle: Clal.it), von ehemals von 42,3 (am 13.01. und am 22.02.2019), von 40,0 (am 31.03.), von 38,3 (am 08.05.), von 41,0 (am 09.06.), von 45,0 (am 30.06.), von 46,3 (am 14.07.), von 45,8 (am 21.07.), von 45,0 (am 01.09.), von 45,5 (am 08.09.) von 46,0 (am 15. u. a. am 22.09.), von 45,8 (am 29.09.), von 45,0 (am 06.10. u. a. am 20.10.), von 44,8 (am 27.10. u. a. am 31.10.), von 44,3 (am 03.11.), von 44,0 (am 10.11.), von 43,8 (am 17.11.), von 44,0 (am 24.11. und am 01.12.)), von 43,4 (am 08.12.), von 43,0 (am 15.12.), von 40,3 (am 29.12.19), von 39,3 (am 12.01.20), von 40,0 (am 19. und am 26.01.), von 39,5 (am 02.02.), von 38,8 (am 09.02.), von 37,8 (am 16.02.), von 37,5 (am 23.02.) von 36,1 (am 01.03.), von 35,3 (am 08.03.), von 30,3 (am 28.3.), von 30,8 (am 05.04.), von 30,5 (am 12. und 19.4.), von 28,8 (am 03.05.), von 30,0 (am 10.05.), von 31,8 (am 17.5.), von 34,0 (am 24.5.), von 34,5 (am 31.05.), von 35,5 (am 07.06.), von 36,0 (am 14.06.),  von 34,8 (am 28.06.), von 35,0 (am 21.06.), von 35,5 (am 05. und am 12.07.), von 35,3 (am 19.07.), von 34,0 (am 02.08.), von 34,3 (am 09.08., am 12.08., am 23.08.), von 35,3 (am 30.08.), von 36,0 (am 06.09., am 09.09.), von 35,3 (am 20.09.), von 34,8 (am 27.09., am 04.10, und auch am 11.10.) zuletzt wieder mit einem Preis in Höhe von 35,0 ct/kg Milch (am 18.10.20) notiert worden ist. Für die Niederlande werden von der EU -Kommission seit Mitte März 2019 keine neueren Preise genannt. 

Zur Entwicklung der regionalen Molkerei-Auszahlungspreise

Den allgemeinen Tendenzen an den Märkten für Milchprodukte folgend leisteten die in Hessen, RLP und dem Saarland erfassenden Molkereien für  „September-Milch 2020", mit Berücksichtigung der jeweiligen VLOG-Zuschläge der Molkereien, mehrheitlich unveränderte, vereinzelt auch leicht festere aber auch schwächer tendierende Milch-Auszahlungspreise. 

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der regional erfassenden Molkereien sind der beigefügten pdf-Datei zu entnehmen.

Den gesamten Artikel und Exkurse entnehmen Sie bitte dem Dokument im Anhang

f.d.R.   Reimund Möcklinghoff; Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ref. 25

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