Aktuelles zum Milchmarkt

Aktuell bewegt sich in Deutschland die Milchanlieferung um das Saisontief und zuletzt nur knapp unter Vorjahresniveau. Die Produktenpreise tendieren überwiegend stabil und die Erzeugerpreise in der Folge entsprechend fest.

Milchpreistabelle und den Gesamtbericht als Pdf-Dokumente am Ende des Artikels 

Milchanlieferung nähert sich dem Saisontief

Aktuell bewegt sich in Deutschland die Milchanlieferung um das Saisontief. Laut Schnellberichterstattung der ZMB wurden in der 45. KW zuletzt sogar wieder 0,6 % mehr Milch erfasst, als in der Woche zuvor; aber 1, 0 % weniger, als in der 45. KW aus 2017 (nachdem in der 44. KW zuvor noch etwas weniger Milch als in der 43. KW erfasst worden war). Ob der saisonale Tiefpunkt der Milchanlieferung damit zuletzt auch schon überschritten worden ist, ist aktuell noch nicht mit Bestimmtheit zu sagen; wahrscheinlich aber ist, dass die Anlieferungsmengen alsbald wieder kontinuierlich ansteigen werden. Dem Markt steht damit unverändert genügend Rohstoff zur Verfügung. Die Spotmilchmarktpreise konnten sich zuletzt auf einem vergleichsweise hohen Niveau behaupten; zeitgleich tendierten zuletzt auch die Preise für Magermilchkonzentrat und Industrierahm wieder stabil / unverändert. 

Frischprodukte normal nachgefragt

Die Nachfrage nach Milch-Frischprodukten bewegt sich auf dem saisonüblichen Niveau. Unverändert können erhebliche Rohstoffmengen für die Produktion von Produkten aus dem weißen Sortiment gebunden werden. Nach den Erfahrungen aus den vergangenen Jahren dürften zudem für das kommende Weihnachtsgeschäft vor allem Sahne und Sauerrahmartikel verstärkt nachgefragt werden. 

Zur Erzeugung von Milchprodukten

Die ZMB berichtet (am 16.11.2018), dass zuletzt (in der 45. KW 2018) von den meldenden Molkereien aus Deutschland insbesondere die Produktion von Käse (+ 2,9 %) wieder ausgeweitet worden sei; demgegenüber sei die Produktion von Butter (- 2,6 %) und vor allem auch Magermilchpulver (- 7,5 %) wieder merklich gedrosselt worden. 

Abgepackte Butter gut nachgefragt

Der Jahreszeit entsprechend nimmt die Nachfrage nach abgepackter Butter zu. Das Weihnachtsgeschäft läuft allmählich an. Die Preise tendieren stabil, aber nur auf dem seit Anfang November abgesenktem Preisniveau. Am Blockbutter-Markt hat sich die Nachfrage weiter beruhigt, die Preise tendieren unverändert. Die Industrie ruft die kontrahierten Mengen weiter kontinuierlich ab. Die AMI berichtet, dass zusätzlicher Bedarf für das laufende Jahr kaum noch zu bestehen scheint. Für das 1. Quartal 2019 agiere man zudem auch wieder abwartender als zuvor. Dem Vernehmen nach bestehe auf Käuferseite aber Interesse, auch über das 2. Quartal 2019 hinausgehend Abschlüsse zu tätigen; diesbezüglich verhalte sich die Verkäuferseite bislang aber eher nur abwartend. Für Blockbutter wurden zuletzt (Kempten; 21.11.2018) stabile Preise, mit einer Spanne von 4,30 bis 4,60 EUR/kg, im Schnitt mit 4,45 EUR/kg notiert; geformte Ware kostete zeitgleich im Mittel 4,68 EUR/kg (mit einer Spanne von 4,64 bis 4,72 EUR/kg). 

Kontinuierlich gute Nachfrage nach Schnittkäse

Schnittkäse wird kontinuierlich, aber bei mehrheitlich schwächer tendierenden Preisen, gut nachgefragt. Im Vorgriff auf das kommende Weihnachtsgeschäftes soll  schon jetzt eine weitere Belebung der Nachfrage zu beobachten sein. So berichtet die AMI, dass der Lebensmitteleinzelhandel u. a. im Zusammenhang mit Aktionen umfangreiche Mengen ordert. Auch von Seiten der Industrie und von Großverbrauchern bewege sich die Nachfrage weiterhin auf einem hohen Niveau. Ebenso verlaufe der Export in Länder der EU auf einem für die Jahreszeit üblichen Niveau; auch hier wird von einer weiteren Belebung der Nachfrage berichtet. Desgleichen habe auch die Nachfrage aus Drittländern, bei zuletzt nach unten korrigierten Preisen, wieder zugenommen. Die Werke seien weitestgehend ausverkauft und verfügten, im Verhältnis zur Nachfrage, nur über noch über ein knapp ausreichendes Angebot. Die vorhandenen Bestände seien weiterhin jung und stehen somit nur begrenzt zum Verkauf zur Verfügung. Nachdem in den Vorwochen die Preise vermehrt schwächer tendierten, berichtet nun die AMI von einer gewissen  Stabilisierung der Abgabepreise; auf abgesenktem Preisniveau.  Brotware (Gouda/Edamer) wird derzeit in einer Preisspanne  von 3,00 bis 3,25 EUR/kg gehandelt; für Blockware wurde zuletzt eine Preisspanne von 3,00 bis 3,20 EUR/kg notiert (Börse Hannover; 21.11.2018). Demgegenüber geht Emmentaler sehr gut, und auch zu weiter befestigten Preisen, in den Markt (mit einer Spanne zwischen 3,85 bis 5,00  EUR/kg; Kempten; 21.11.2018). 

Milch- und Molkenpulver  zuletzt mit unterschiedlichen Tendenzen

Am Magermilchpulver-Markt setzen sich die stabilen Tendenzen fort. Laut AMI wurden Mitte November umfangreiche Abschlüsse getätigt; zuletzt gab es eine gute Nachfrage. Im Hinblick auf die laufende Ausschreibung der EU zum Verkauf von Ware aus der Intervention wird zum Teil aber auch abwartend agiert. Zuletzt hat vor allem aber auch die Nachfrage für Exporte auf den Weltmarkt zugenommen. Auch durch den schwächeren Euro bedingt ist EU-Ware auf dem Weltmarkt nach wie vor konkurrenzfähig. Laut AMI scheinen am EU-Binnenmarkt schon eine Reihe von Abschlüssen für das 1. Quartal 2019 getätigt worden zu sein, so dass nun Anfragen für das 2. Quartal 2019 zunehmen würden. Für spätere Termine agieren die Verkäufer aber eher zurückhaltend; die Einschätzung über das weitere Milchaufkommen im kommenden Jahr ist noch zu ungewiss. Trotz der zuletzt umfangreichen Verkäufe von Magermilchpulver aus der Intervention tendieren die Marktpreise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität weiter stabil (Börse Kempten, 21.11.18; mit einer Spanne von 1.580 bis 1.660 EUR/t, im Mittel mit 1.620 EUR/t), wobei frische Ware im Vergleich zu etwas älterer Ware höhere Preise erzielt. Futtermittelware wurde zuletzt sogar zu stabilen bis leicht festeren Preisen gehandelt (Kempten, 21.11.;  im Mittel zu 1.360 EUR/t).

Am Vollmilchpulver-Markt besteht aktuell eine leicht schwächere Nachfrage; die ohne besondere Impulse verläuft. Das Geschäft konzentriert sich laut AMI unverändert auf den EU-Binnenmarkt; am Weltmarkt sind weiterhin anhaltend schwächere Tendenzen zu beobachten. In Deutschland entwickelten sich die Preise zuletzt leicht schwächer; Kempten notierte am 21.11. 2018 einen mittleren Preis in Höhe von 2.755 EUR/t. Demgegenüber konnte Molkenpulver in Futtermittelqualität zuletzt etwas festere Preise erzielen (Kempten: 21.11.18; im Mittel 750 EUR/t); bei Lebensmittelware waren zuletzt stabile Tendenzen zu beobachten (mit Preisen im Mittel von 900 EUR/t). 

Global Dairy Trade Tender: Preisrückgang zuletzt deutlicher verstärkt

Beim letzten Global Dairy Trade Tender (am 20. November 2018) hat sich der Preisrückgang verstärkt. Im Schnitt belief sich der Preisrückgang über alle Produkte und Zeiträume auf nun - 3,5 %. Dies war nun, in Folge von 6 vorhergehenden, allesamt schwächer tendierenden Terminen, wieder ein Termin mit einem merklicheren Preisrückgang; nur der Termin vom 21.08.2018 schloss damals mit einem noch schlechteren Ergebnis (- 3,6 %). Die größten Preis-Abschläge hatten zuletzt Butter (- 9,6 %) und Butteröl (- 9,4 %) zu verzeichnen. Ebenfalls schwächere Preise wurden für Voll- (- 1,8 %) und Magermilchpulver (- 1,6 %) sowie Labkasein (- 4,5 %) festgestellt. Buttermilchpulver wurde nicht angeboten. Die Preise für Cheddar waren (mit + 0,2 %) annähernd stabil; nur Laktose konnte zuletzt (mit + 1,1 %) merklich höhere Preise erzielten. Die gehandelten Mengen beliefen sich auf 42.966 t und waren damit vergleichsweise umfangreich (und um weitere 1,3 % umfangreicher, als beim vorhergehenden Handelstermin am 06.11.2018). 

Kieler-Rohstoffwert: Im Oktober wieder merklich schwächer  

Für Oktober 2018 ermittelte das "ife-Institut, Kiel" für den "Kieler-Rohstoffwert Milch" (für Milch mit 4% Fett, ab Hof des Erzeugers, o. MwSt.) einen zuletzt wieder merklich schwächer tendierenden Rohstoff-Wert, nun  in Höhe von aktuell nur noch 31,4 ct/kg Milch (- 3,80 ct/kg M.; bzw. - 10,8 % zum Sept.-Wert 2018, in Höhe von 35,2 ct/kg Milch).

Der aktuelle Okt.- Rohstoffwert-Milch liegt damit nun sogar wieder um - 7,9 ct/kg Milch (bzw. um - 20,1 %) unter dem ife-Rohstoffwert für Oktober-Milch 2017. Damals wies das ife-Institut noch einen Rohstoffwert Milch (bei 4 % Fett) in Höhe von (noch) 39,3 ct/kg Milch aus. Der neuerliche Preisrückgang des Kieler - Rohstoffwertes für den Monat Oktober 2018 erklärt sich vor allem aus den im Oktober 2018 erfolgten deutlicheren Preisanschlägen für abgepackte Butter. Der Kieler-Rohstoffwert berücksichtigt nur die aktuellen Verwertungserlöse für Butter und Magermilchpulver; unberücksichtigt bleiben dabei die langfristigen Kontraktpreise. Der Rohstoffwert gibt also nicht den Auszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an; er gilt aber als wichtiger Indikator für die Milchmarkt-Preisentwicklung in Deutschland und Europa. 

EU - Spotmilchmarktpreise:

Nach stabiler Phase zuletzt nun auch in den Niederlanden wieder leicht fester

Offiziell stellte die EU-Kom. (zuletzt am 20.10.2018) fest, dass der niederländische Spotmilchpreis (EU PRI.EU.Spot; Quelle: BoerenBusiness.nl; nach DCA-Markt-Info; bei 4,4 % Fett, frei Rampe Molkerei), nach einem Preis in Höhe von 43,5 (am 10.09.2017), von 30,0 (am 03.12.), von 20,0 (am 31.12.), von 25,5 (am 18.02), von 28,8 (am 08.04.), von 36,8 (am 10.06.), von 37,3 (am 21.06.), von 35,5 (am 05.08.), von 37,8 (am 12.08.), von 39,0 (am 26.08.), von 37,5 (am 02.09.), von 36,5 (am 16.09.), von 37,5 (am 07.10.), von 35,5 (am 14.10., am 21.10., am 04.11. und auch am 11.11.) nun wieder auf einen Wert in Höhe von 36,5 ct/kg Milch (am 18.11.18, um 1 ct/kg Milch) angestiegen ist.  

Zeitgleich wurde für den italienischen Spotmilchmarktpreis (bei 3,6 % Fett, frei Molkerei; Quelle: Clal.it), eine Preisbewegung, von ehemals 43,8 (am 01.10.2017), von 40,3 (am 15.12.), von 34,0 (am 31.12.17), von 30,5 (am 11.02.), von 29,8 (am 01.04.), 30,8 (am 15.04.), von 30,3 (am 22.04.), von 33,0 (am 20.05.), von 38,5 (am 10.06.), von 39,5 (am 21. und am 24.06.), von 38,0 (am 15.07.), von 38,5 (am 29.07.), von 39,5 (am 05.08.), von 41,0 (am 26.08.), von 40,8 (am 02.09.), von 40,0 (am 16.09.), von 41,8 (am 30.09.), von 42,0 (am 07.10.), von 43,0 (am 14.10.), von 44,0 (am 04.11.), von 45,0 (am 11.11.) zuletzt sogar ein Preis in Höhe von 45,8 ct/kg Milch (am 18.11.2018) genannt. 

Zur Entwicklung der regionalen Molkerei-Auszahlungspreise

Den allgemeinen Tendenzen an den Märkten für Milchprodukte folgend leisteten die in Hessen, RLP und dem Saarland erfassenden Molkereien für "Oktober-Milch 2018" mehrheitlich unveränderte bis leicht anziehende Milch-Auszahlungspreise. 

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der regional erfassenden Molkereien sind der beigefügten pdf-Datei zu entnehmen.

Den gesamten Artikel und Exkurse entnehmen Sie bitte dem Dokument im Anhang

f.d.R.   Reimund Möcklinghoff; Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ref. 25

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