Weniger heimische Gerste fürs Bier

Braugerstentag 2016 betrachtet mit Sorge den starken Rückgang der Anbaufläche für Sommergerste in Rheinland-Pfalz.

Wenn ein Produkt, das nur aus drei Bestandteilen besteht, regionale Identität haben und von höchster Qualität sein soll, dann müssen diese verfügbar und von bester Qualität sein. Beim Braugerstentag 2016 der Fördergemeinschaft Braugerste Rheinland-Pfalz in Emmelshausen berieten die Vertreter von Anbauern, Handel, Mälzereien und Brauereien über die Sicherung der Versorgung mit hochwertiger Braugerste im Land. Mit Besorgnis wurde dabei der anhaltende Rückgang der Anbaufläche für Sommergerste in Rheinland-Pfalz registriert.

Das vom bayerischen Herzog Wilhelm IV im April 1516 erlassene Reinheitsgebot für Bier schreibt vor , „daß forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen.“ Das Gebot wurde in diesem Jahr 500 Jahre alt und gilt bis heute. Gerste ist demnach ein wichtiger Rohstoff für die Bierproduktion, ihre Güte in hohem Maße Voraussetzung für die Qualität des Endprodukts. Von den 409.000 ha Ackerland 2016 in Rheinland-Pfalz waren 226.00 ha  Getreidefläche. Auf 35.000 ha wuchs Sommergerste, die überwiegend zu Malz für die Brauindustrie verarbeitet wird. Die Anbaufläche ist seit Jahren rückläufig, z.B. gegenüber dem Vorjahr sogar um 7.000 ha. Insbesondere die Vertreter der Landwirtschaft machten deutlich, dass stabile und auskömmliche Erzeugerpreise die zentrale Voraussetzung  für die Aufrechterhaltung der Versorgung mit guter heimischer Gerste ist.

Landesieger beim diesjährigen Braugersten-Qualitätswettbewerb wurde Joachim Schindler aus Ebertsheim. Staatssekretär Andy Becht vom Landwirtschaftsministerium in Mainz überreichte ihm die Staatsehrenplakette des Landes. Aus der Hand von Heribert Metternich, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer und Vorsitzender der Fördergemeinschaft erhielt er dafür die Preismünze in Gold. Ausgezeichnet wurden darüber hinaus drei Gebietssieger und das beste Handelsmuster.

Sieger der Braugerstenbonitur 2016 der Fördergemeinschaft  Braugerste Rheinland-Pfalz e.V.:

Landessieger:
Joachim Schindler, Ebertsheim
Kreis Bad Dürkheim,  Dienstbezirk DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Neustadt/W.
Sorte: Avalon, 24 Punkte
Staatsehrenpreis (Flachglaspokal) des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz
Preismünze in Gold der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz            

Gebietssieger Rheinland-Nassau:
Thomas Schäfer, Steiningen
Kreis Daun Dienstbezirk DLR Eifel. Bitburg
Sorte: Avalon, 23 Punkte
Preismünze in Silber der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz

Gebietssieger Rheinhessen:
Horst Schickert, Undenheim
Kreis Mainz-Bingen, Dienstbezirk DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Oppenheim
Sorte: Avalon, 22 Punkte
Preismünze in Silber der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz

Gebietssieger Pfalz:
Klaus Meckel, Neuleiningen (Nackterhof)
Kreis Bad Dürkheim, Dienstbezirk DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Neustadt/W.
Sorte: Avalon, 24 Punkte
Preismünze in Silber der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz

Bestes Handelsmuster:
Raiffeisen-Markt Kelberg, Kelberg
Kreis Daun
Dienstbezirk DLR Eifel, Bitburg
Sorte: Avalon, 22 Punkte
Preismünze in Silber der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz

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