Schindler: Preissituation ist ruinös

Kammerpräsident macht LEH-Konzerne für ruinöse Erzeugerpreise in der Landwirtschaft verantwortlich.

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Rheinland-Pfalz geraten nach Feststellung der Landwirtschaftskammer infolge der anhaltend schlechten Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse pflanzlicher wie tierischer Art in eine existenzbedrohende Krise. Beim diesjährigen Vieh- und Fleischtag in Bitburg machte Kammerpräsident Ökonomierat Norbert Schindler dafür in erster Linie den brutalen Preiswettbewerb im Lebensmittel-Einzelhandel verantwortlich.

Schindler: „ Die Landwirte bringen qualitativ hochwertige Nahrungsmittel auf den Markt und werden dafür mit Handelspreisen abgespeist, die meist nicht einmal die Erzeugerkosten decken, damit die LEH-Konzerne sie zu Schnäppchenpreisen verschleudern können.“ Der Verbraucher sei durchaus bereit, für gutes Fleisch, gute Milch, gutes Obst und Gemüse und gute Produkte aus Getreide einen angemessenen Preis zu bezahlen, sei aber dem Handel genauso ausgeliefert wie der Erzeuger. Schindler: „55 Cent für einen Liter Vollmilch, 3,50 Euro für ein Kilo Fleisch, 99 Cent für 1 Kilo Wirsing sind in der Tat unangemessen. Wer dann aber die Bauern auch noch mit einem Gülle-Euro oder dergleichen Unsinn mehr besteuern will, hat die Problematik nicht verstanden.“  Die Erhöhung des staatlichen Steueraufkommens würde die Betriebe neben der ruinösen Preissituation zusätzlich belasten. Stattdessen appelliert Schindler an die marktmächtigen LEH-Konzerne, ihren rigorosen Verdrängungswettbewerb nicht länger auf dem Rücken der Bauern auszutragen und zu wertgerechten Erzeugerpreisen zurück zu kehren.

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