Leandra und Avalon für den Braugerstenanbau in 2019 empfohlen

Kurz nach der Sitzung des Sortengremiums der „Braugerstengemeinschaft e.V.“ auf Bundesebene, mit Sitz in München, kamen heute (am 14.02.2019) die Mitglieder des Technischen Ausschusses der „Fördergemeinschaft Braugerste RheinlandPfalz e.V., mit Sitz in Bad Kreuznach, im Hause der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, zusammen, um über die Anbauempfehlung 2019 für Rheinland-Pfalz zu beraten und abschließend zu befinden.

Die Expertengruppe setzt sich zusammen aus Vertretern von Braugersten Erzeugern aus Rheinland-Pfalz, des Handels, der Malzindustrie, der Brauwirtschaft und des Staatlichen Versuchswesen aus RLP.

Der „Technische Ausschuss“ hat das Ziel eine eindeutige Empfehlung auszusprechen, welche aktuellen Sorten unter den gegebenen Rahmenbedingungen einen möglichst hohen wirtschaftlichen Erfolg für alle in der Wertschöpfungskette Beteiligten versprechen. Dabei werden sowohl wichtige agronomische Eigenschaften (Ertrag, Gesundheit, Standortbedingungen) als auch Ausschlusskriterien für die Verarbeitung des Rohstoffes Braugerste berücksichtigt.

Für das Anbaujahr 2019 wird vom „Technischen Ausschuss der Fördergemeinschaft Braugerste Rheinland-Pfalz e.V.“ sowohl für die Höhengebiete, als auch für die Wärmelagen, die in 2018 besonders erfolgreich geprüfte Sorte „Leandra“ aus dem Züchterhaus Breun empfohlen. Leandra ist eine Avalon-Kreuzung mit verbessertem Ertrag; sie ist standfest und weist gute Resistenzeigenschaften gegenüber Mehltau, Netzflecken, Rhynchosporium und auch Zwergrost auf; ebenso überzeugten ihre Verarbeitungsqualitäten im Mälz und Brauprozess.

Desweiteren bleibt für 2019 die Sorte „Avalon“ in der Empfehlung. Avalon verfügt über mittlere bis gute Eigenschaften bei Halmstabilität, Gesundheit, Abreife und auch sehr gute Kornerträge; hat aber ihre Probleme in der fehlenden Mlo-Resistenz (verbunden mit einer höheren Mehltauanfälligkeit und der höheren Anfälligkeit für Rhynchosporium).

Die vormals empfohlenen Sorten „Catamaran“ und auch „Accordine“ sollten dagegen in RLP möglichst nicht weiter angebaut werden; eine Konzentration des Anbaus auf wenige Sorten sollte im Sinne der Komplexitätsreduzierung weiterhin ein wichtiges, gemeinsam anzustrebendes Ziel des Braugersten-Anbaues in RLP sein.

Sorten ohne Verarbeitungsempfehlung sollten von den Erzeugern aus Rheinland-Pfalz definitiv nur (noch) dann angebaut werden, wenn ihr Absatz über preislich besonders attraktive Abnahmeverträge gesichert werden kann.

Für den Großversuchsanbau 2019 in Rheinland-Pfalz sprach sich der „Technische Ausschuss“ desweiteren für die neue Sorte „Prospect“ (aus dem Züchterhaus SZ Streng) aus. Diese vom BSA im Dezember 2018 neu zugelassene Sorte, die bisher in vielen wichtigen Merkmalen rundum überzeugen kann, soll in beiden Klimaräumen von RLP, sowohl im Hunsrück, als auch in Rheinhessen, auf jeweils 20 ha, gegen die Sorte „Avalon“ in der Praxis geprüft werden.

Reimund Möcklinghoff -Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz-

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