Keine Pflicht zur Nährwertkennzeichnung

Für die meisten direktvermarktenden Winzer und Landwirte auch nach dem 13. Dezember 2016.

Ab 13. Dezember 2016 müssen gemäß  EU-Lebensmittelinformationsverordnung Nährwertangaben auf dem Etikett vorverpackter Produkte mit wenigen Ausnahmen stehen. Laut Verordnungstext gibt es Ausnahmen für „Lebensmittel, einschließlich handwerklich hergestellter Lebensmittel, die direkt in kleinen Mengen von Erzeugnissen durch den Hersteller an den Endverbraucher oder an lokale Einzelhandelsgeschäfte abgegeben werden, die die Erzeugnisse unmittelbar an den Endverbraucher abgeben“. Die Landwirtschaftskammer geht davon aus, dass die allermeisten Direktvermarkter keine Nährwertangaben benötigen. Sie verweist auf eine Stellungnahme des ALT/ALTS, zweier Arbeitskreise, die als Sachverständigenrat der Lebensmittelkontrolleure der Bundesländer fungieren, sowie einer darauf aufbauenden Information der Fördergemeinschaft „Einkaufen auf dem Bauernhof“ für Betriebe, an deren Herausgabe die Landwirtschaftskammer mitgewirkt hat.

In den Erwägungsgründen 9, 19 und 39 der Verordnung wird die Einhaltbarkeit und Belastbarkeit der Akteure unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit und Nachhaltigkeit sowie der Verbraucherinteressen betont. Dies untermauert das politische Ziel, lokal agierenden Unternehmen eine Sonderstellung einzuräumen und im Regelfall von der Pflicht zur Nährwertkennzeichnung auszunehmen. Dies trifft vor allem auf Kleinstbetriebe zu, die auf die wachsende Zahl an Vorschriften zunehmend verunsichert reagieren. Der ALT-/ALTS-Sachverständigenrat empfiehlt, Kleinstunternehmen gemäß EU-Definition mit weniger als 10 Beschäftigten und bis 2 Mio. € Jahresumsatz auf allen Vermarktungswegen (Ab Hof/Weingut, Verkaufsstände, Verkauf über lokale Einzelhandelsgeschäfte, Fernabsatz) zu befreien. Die Landwirtschaftskammer unterstreicht diese Haltung.  Da ihr keine anderslautenden Informationen aus dem zuständigen Ministerium in Mainz vorliegen, geht sie davon aus, dass dies auch in Rheinland-Pfalz so umgesetzt wird. Dies wäre insbesondere für den Internetverkauf beispielsweise von Traubensaft oder Weingelee flaschenweinvermarktender Winzer sehr wichtig. Wein ist von der Nährwertkennzeichnung ohnehin ausgenommen.

Stellungnahme der Fördergemeinschaft „Einkaufen auf dem Bauernhof“ 

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