Beratung als wichtiges Thema

Am Donnerstag, den 15. November 2018, konnte der Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz (LWK RLP), Ökonomierat Norbert Schindler, die Mitglieder des Ausschusses Sonderkulturen, Beregnung in Bad Kreuznach begrüßen. Diese wählten sechs weitere Personen in den Ausschuss zu. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig Hermann Reber aus Ruchheim gewählt, zu seinem Stellvertreter ebenso einstimmig Norbert Schäfer aus Dieblich.

Bernd Everding, Referatsleiter Unternehmensberatung der LWK RLP, stellte das Thema „Aktuelle Förderbedingungen für Investition für Obst- und Gemüsebau“ vor. Er informierte, welche einzelbetrieblichen Förderprogramme für Obst- und Gemüsebaubetriebe in Frage kommen und stellte grundsätzliche Förderbedingungen vor, die vom Unternehmen als auch vom Unternehmer erfüllt werden müssen. Zudem berichtete Everding über die Auswahlkriterien und -termine für das Jahr 2019 und wies intensiv darauf hin, in welchem Umfang mit welchem Fördersatz Investitionen förderfähig sind, unter anderem im Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP), im Programm zur Förderung von Investitionen zur Diversifizierung (FID) sowie die Förderung von Maschinen in der Außenwirtschaft.

Im Anschluss diskutierten die Teilnehmer mit Andy Becht, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, die Themen Beratung im Gemüse- und Obstbau und Fördermöglichkeiten bei Sonderkulturbetrieben. In seinem Eingangsstatement machte der Ausschussvorsitzende Hermann Reber die Besonderheit von Sonderkulturen deutlich. Auf kleiner Fläche werde hier in hoher Intensität produziert. Zur klassischen Beratung Pflanzenschutz, Düngung, etc. kämen für die Zukunft neue Bereiche, unter anderem Umweltschutzfragen, Diversifizierung und betriebswirtschaftliche Beratung hinzu. Er berichtete, dass die Betriebe ein großes Vertrauen in die Beratung hätten. Man habe in der Vergangenheit immer wieder schnelle Lösungen bei auftretenden Problemen gefunden. Reber forderte, dass Spezialmaschinen für Sonderkulturen besser gefördert würden. „Die vorhandenen Maschinen sind oft für den Einsatz in Sonderkulturen nicht geeignet.“ Von daher seien kostspielige Umbauten nötig, die für kleinere Betriebe oft nicht zu leisten seien.  Er forderte ebenso, Maschinen für das Ausbringen von Mineraldünger zu fördern.

Staatssekretär Becht bedankte sich für das Vertrauen, dass die Sonderkulturbetriebe in die rheinland-pfälzische Beratung hätten. Beratung sei ihm ein wichtiges Thema. Es gäbe gesetzliche Vorgaben, in denen die Beratung tätig sein müsse, unter anderem im Pflanzenschutz, bei der Düngeverordnung und in der Einhaltung der EU Förderrichtlinien wie der Cross-Compliance. Er wies dann auf die Zulassung der Landwirtschaftskammer als Beratungsorganisation bei der geförderten landwirtschaftlichen Beratung hin. Zum Thema Klein-Altendorf machte Becht deutlich, dass hier zwei unterschiedliche Ansichten aufeinanderstießen: einmal die kostenpflichtige Beratung in Nordrhein-Westfalen und andererseits die rheinland-pfälzische Beratung, die auch in der Zukunft für die Betriebe kostenlos sein solle.
Weitere Themen, die Andy Becht ansprach, waren Förderung für Absatzorganisation, die Digitalisierung, die in Rheinland-Pfalz sehr weit fortgeschritten ist und weiter ausgebaut wird sowie die Unterstützung bei GEO-Informationssystemen. Allein für die Digitalisierung werden 1,5 Millionen zur Verfügung gestellt. Außerdem wies er auf die wichtige Aufgabe der Berufsschulen und Meisterfortbildungen hin. Hier habe man vorgesorgt, dass auch in der Zukunft genügend Lehrkräfte vorhanden seien. In der Diskussion wurden dann Themen wie Förderung der Großraumberatung als Planungssicherheit für die Zukunft, angesprochen.
Norbert Schäfer machte für die Obstbauer deutlich, dass er mit der angedachten Lösung in der Beratung einverstanden sei. Die Personaleinsparungen werden akzeptiert. Er sagte aber auch, dass sowohl der Standort Klein-Altendorf, als auch die Standorte Oppenheim und Neustadt für den Obstbau eine große Bedeutung hätten. Schäfer bat Staatssekretär Becht, sich um die Zulassungsprobleme, insbesondere bei kleineren Kulturen zu kümmern und nach Lösungen zu suchen.
Weiter wurde in der Diskussion darauf hingewiesen, dass sich im Ackerbau aber auch bei Sonderkulturen die Gewinne in der letzten Zeit deutlich verringert hätten. In manchen Bereichen stimmten die Rahmenbedingungen bei der Vermarktung nicht mehr. Weitere Themen waren Probleme in Naturschutzgebieten, die durch eng ausgelegte Bewirtschaftungspläne entstehen, die Gestaltung von positiver Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft sowie der Hochwasserschutz.   

Welmar Rietmann, LWK RLP

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