Schindler: Gute forstwirtschaftliche Praxis fortsetzen

Kritische Bemerkungen bei der Mitgliederversammlung des Waldbesitzerverbands 2015 in Boppard.

„Der Wald in Rheinland-Pfalz ist ein Spannungsfeld zwischen politischen und gesellschaftlichen Anforderungen einerseits sowie legitimen Eigentümerrechten und ökonomischen Erfordernissen andererseits“, sagte Ökonomierat Norbert Schindler, Präsident der Landwirtschaftskammer, bei der Jahrestagung des Waldbesitzerverbandes in Boppard. Seit 2011 gebe es den Trend zur  Zwangsökologisierung der Land- und Forstwirtschaft im Land. In der Landwirtschaft bedeute das Vorrang für ökologischen Landbau gegenüber der konventionellen Landwirtschaft bei der Förderung, Einschränkung durch neue und erweiterte Schutzgebiete. Im Forstbereich würden über Jahrhunderte bewährte Maßnahmen der guten forstwirtschaftlichen Praxis einer ökoromantischen Vorstellung von Naturwaldidylle untergeordnet.

Die ideologische Formel lautet Mut zur Wildnis statt nachhaltiger Bewirtschaftung, so Schindler. Musealer Nationalpark statt forstökonomisch gestalteter Kulturlandschaft. Dabei seien Forst- und Holzwirtschaft ein Sektor mit hoher Wertschöpfung und wichtig für die Entwicklung der ländlichen Räume. Diese Chancen gelte es jetzt zu nutzen. Die Entwicklung dürfe  nicht durch ständig und ins Uferlose steigende Auflagen des Natur- und Umweltschutzes und damit einhergehender bürokratischer Hindernisse erschwert und gebremst werden. Land- und Forstwirtschaft seien Garanten für eine intakte Umwelt und ein gesundes Klima. Die intakte Natur sei schließlich nicht weniger als ihre Produktions- und Existenzgrundlage.  Die Bewirtschaftung von Feldern, Weinbergen und Wäldern habe eine in ihrer Vielfalt einzigartige Kulturlandschaft in Rheinland-Pfalz hervorgebracht. Naturschutz funktioniert nur in Zusammenarbeit mit den Eigentümern der Flächen, den Land- und Forstwirten. Eine Biodiversitätsstrategie habe nur dann Erfolg, wenn die Eigentümerinteressen geachtet und die Wirtschaftserschwernisse ausgeglichen werden. Nicht das Ordnungsrecht, sondern freiwillige Vereinbarungen seien hier effektive Instrumente. Gesicherte Eigentumsrechte als zentrale Voraussetzung und eine multifunktionale, nachhaltige Forstwirtschaft  betrachtet Schindler als Basis der deutschen Waldbewirtschaftung mit einer Vorbildfunktion weltweit.

Kammerpräsident

© DBT/Simone M. Neumann

Ökonomierat Norbert Schindler

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