Neue Vinothek spiegelt die Betriebsphilosophie wider

Die Theke und ein Tisch waren früher mal alte Holzfässer. In das Sandsteinband sind Originalsteine aus den Trockenmauern aus den familieneigenen Weinbergen eingearbeitet. Das Ambiente ist klar, nicht überlagert und bodenständig. Vor drei Monaten hat Familie Rohr die Vinothek in ihrem Weingut in Raumbauch, gelegen an der südlichen Grenze des Anbaugebietes Nahe, eröffnet und beim Bau ganz viel Wert darauf gelegt, dass das Gebäude ihre Philosophie widerspiegelt.

„Es war uns wichtig, dass wir in der Vinothek wiederzufinden sind“, sagt Michael Rohr, der das Weingut zusammen mit seiner Frau Monika und Sohn Marcel betreibt. „Und ich denke, das ist sehr gut gelungen.“ Rund eineinhalb Jahre hat es von der Idee bis zur Eröffnung gedauert. Nun steht dort, wo einst der Stall für die Rinder seinen Platz hatte, die lichtdurchflutete Vinothek. 25 Personen finden dort Platz und können in einer geschmackvollen Atmosphäre die Weine der Rohrs probieren.
Die Hauptrebsorte ist der Riesling. Etwa die Hälfte der Anbaufläche von gut sechs Hektar sind mit Rieslingreben bepflanzt. Außerdem baut die Familie Weiß-, Grau- und Spätburgunder, Müller-Thurgau und Kerner an und aus – und das zum Großteil in Steillagen. „Unser Slogan lautet ‚Weinbau in Steillagen aus Tradition, Überzeugung und Leidenschaft“, so Michael Rohr. „Unser Betrieb ist zwar konventionell ausgerichtet. Wir arbeiten aber sehr naturbewusst und gehen beispielsweise mit Pflanzenschutz eher zurückhaltend um.“
In den Steillagen mit bis zu 65 Prozent Steigung ist viel Handarbeit gefragt. Eine vor einigen Jahren angeschaffte Spezialraupe macht das Leben ein wenig leichter. Hier ist in erster Linie Sohn Marcel tätig, der vor einigen Jahren in das Weingut einstieg. „Es ist am liebsten draußen. Ich kümmere mich vorwiegend um den Keller. So kann jeder seine Stärken ausleben und einbringen“, sagt Michael Rohr. „Aber Vieles machen wir auch zusammen.“ Der Vater ist offen für neue Ideen und lässt Marcel auch mal experimentieren. Er freut sich, dass sein Sohn diesen Weg eingeschlagen hat.  Auch Heribert Rohr ist froh, dass die Familientradition weiterlebt. Mit seinen 85 Jahren hilft er noch fleißig in den Weinbergen mit, wie sein Sohn Michael schmunzelnd verrät: „Mein Vater hat sich zwar einen Rollator zugelegt. Im Wingert braucht er den aber nicht. Hier geht alles noch wie von selbst.“ Heribert Rohr war es auch, der im Jahr 1984 zum ersten Mal Weine bei der Landesprämierung für Wein und Sekt anstellte. Zwei Jahre später gewann das Weingut dann seinen ersten Staatsehrenpreis. „Für uns die die Prämierung wichtig, um zu sehen, wo wir mit unseren Produkten stehen. Auch die Kunden reagieren positiv auf Weine mit Auszeichnung, weil sie wissen, damit geprüfte Qualität im Glas zu haben.“

„Unsere Weine sind anders, und das ist gut so.“
Dass die guten Weine auch zum Verbraucher kommen, darum kümmert sich Monika Rohr. Vieles läuft hier noch über den persönlichen Kontakt. Zu 95 Prozent verkauft die Familie ihre Weine direkt an den Endverbraucher. Eine geringe Menge geht an die Gastronomie in der Region. „Von diesem Konzept bin ich nach wie vor überzeugt“, so Michael Rohr. „Man muss die Kunden aufklären, was es mit den Produkten auf sich hat.“ Da die Familie eine große Menge ab Hof vertreibt, entstand die Idee, eine Vinothek zu bauen. Zweimal pro Jahr soll es dort künftig eine große Weinpräsentation geben, mit kulinarischer Begleitung und Rahmenprogramm. Auch Weinproben können gebucht werden. „Wir haben aber in den vergangenen Jahren aber auch gemerkt, dass Kunden einfach so vorbeikommen und sich über unsere Weine informieren und sie probieren möchten“, erklärt Michael Rohr. Daher wird er ab dem kommenden Jahr jeden zweiten und vierten Samstag im Monat in der Vinothek stehen und die Besucher persönlich beraten. „Im Anbaugebiet Nahe haben wir eine extreme Vielfalt der Böden. Wir liegen ja ziemlich am Rand. Daher sind unsere Weine anders und besonders, und das ist gut so. Es geht darum, die Qualität der Trauben in die Flasche zu bringen, sodass der Wein für sich spricht.“ Genau das will Michael Rohr den Verbrauchern vermitteln.
Trotz der neuen Vinothek wird es übrigens weiterhin die Weinproben in der Gemarkung am Wingertshäuschen der Familie geben. „Manche Stammkunden hatten schon Angst, dass sie nun wegfallen. Aber bei schönem Wetter gibt es keinen besseren Ort, um über Wein zu erzählen und ihn zu verkosten“, ist Michael Rohr überzeugt. 

Kammerpräsident

© DBT/Simone M. Neumann

Ökonomierat Norbert Schindler

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