Neue Richtsatztabelle 2020/21

Wenn es um die Regulierung kleinerer Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen geht ist die jährlich kurz nach der Ernte erscheinende Richtsatztabelle der Landwirtschaftskammer eine bewährte Grundlage für die gütliche Einigung vor Ort. Dies belegt die hohe Nachfrage sowohl von Geschädigten als auch von Ersatzpflichtigen.

 

Egal ob es sich um einen Wildschaden, einen Flurschaden durch Kraftfahrzeuge oder einen Eingriff durch Bau- oder Vermessungsarbeiten handelt, die Richtwerte sollen helfen, den entstandenen Schaden eines Landwirts sachgerecht, schnell und möglichst unbürokratisch zu ermitteln. Die neue Tabelle für das Wirtschaftsjahr 2020/2021 steht ab sofort zum Download >>> bereit und kann auf Wunsch auch in gedruckter Form bestellt werden. 

Durch das trockene Frühjahr und die vorherigen Jahre mit geringen Grünlanderträgen ist die Verfügbarkeit von Raufutter stellenweise knapp und auch im Mais sind teilweise Mindererträge zu erwarten. Eine innerbetriebliche Kompensation von Futterverlusten kann sich daher, wie auch der Zukauf gleichen Futters, mitunter schwierig gestalten und die Beschaffung von Ersatzfutter damit erforderlich werden. 

Bei (Wild-) Schäden im Grünland ist zu beachten, dass die Reparatur einer zerstörten Grasnarbe durch bspw. Wildschweine oftmals wesentlich problematischer und kostenintensiver ist als der damit verbundene Ertragsverlust. Zudem sind mit der Narbenreparatur verbundene spätere Ertragsausfälle und Mindererträge zu berücksichtigen. Die Reparaturfläche kann zudem, je nach Schadensbild, den durch Wildschweine aufgewühlten Flächenanteil deutlich übersteigen. 

Richtsätze gelten als Orientierungshilfe

In der Tabelle können jeweils die Werte für den Aufwuchs abgelesen werden. Sie sind in Cent pro Quadratmeter angegeben. Bei größeren Schäden über 750 Euro, bei besonders komplexen Schadenskonstellationen oder in Streitfällen empfiehlt die Landwirtschaftkammer, sich zwecks individueller Schadensberechnung an einen öffentlich bestellten und vereidigten landwirtschaftlichen Sachverständigen zu wenden. Dieser wird dann eine genaue Begutachtung und Bewertung vornehmen, bei der er standort- sowie kulturspezifische und betriebliche Besonderheiten genauso berücksichtigen kann wie gegebenenfalls schadensmindernde Umstände. 

Es gilt zu beachten, dass es sich, wie in der Bezeichnung „Richtsätze“ zum Ausdruck kommt, um Orientierungswerte und nicht um ständig aktualisierte, absolut  zeitnahe Zahlen handelt. Die in den Tabellen zu findenden Marktdaten stammen aus dem Erntezeitraum 2020. Berücksichtigt man dies bei der Anwendung der Tabelle und passt im einzelnen Schadensfall gegebenenfalls nach oben oder unten an, so sollten die Richtsätze in der landwirtschaftlichen Praxis und auch in der Verwaltung oder bei Versicherungen ein gutes und brauchbares Instrument sein, um zu unbürokratischen, schnellen und sachgerechten Einigungen vor Ort zu kommen.

Sofern weitere Fragen bestehen, erreichen Sie die Mitarbeiter des Referates Sachverständigenwesen, Testbuchführung und Agrarstatistik unter folgenden Rufnummern: 0671/793-1124, -1129 oder -1120.

Weitere hilfreiche Formulare und Broschüren finden Sie hier >>>

Weitere Infos zu den rechtlichen Grundlagen beim Ersatz von Wildschäden finden Sie hier >>> 

Infos zu den von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen finden Sie hier >>> 

Jan Hendrik Müller, Günter Müller

Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz  

Kammerpräsident

© DBT/Simone M. Neumann

Ökonomierat Norbert Schindler

Pressekontakt

Heiko Schmitt
Tel.: 0671 793-1177
Email: heiko.schmitt(at)lwk-rlp.de 

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