Landwirtschaft bereitet Start der Feldarbeit vor

Wenn der Februar in seine zweite Hälfte geht, kommt Bewegung in die Landwirtschaft.

Die Betriebe in den südlichen Regionen von Rheinland-Pfalz bereiten in diesen Tagen den Start der Feldarbeit vor, mit dem bei Frostabschwächung und Abtrocknung der Äcker in Rheinhessen schon im Verlauf der nächsten Woche zu rechnen ist. Die in den ersten Wochen des Jahres winterlichen Verhältnisse haben den bereits im letzten Herbst ausgebrachten Kulturen anders als im Vorjahr nicht scha­den können. Extreme Minusgrade und lange Trockenheit hatten 2012 in den ersten beiden  Februarwochen Winterge­treide und Raps vielerorts erfrieren lassen. Örtlich waren die Frostschäden so groß, dass Felder umgepflügt und mit Sommergetreide neu eingesät werden mussten. In diesem Jahr meinte es die Natur besser: Mit Schäden im Ausmaß des Vorjahres rechnen die Experten der Land­wirtschaftskammer Rheinland-Pfalz nicht.

Die Wintermonate zeigten sich bislang mit einem ständigen Wechsel von frostigen und milden Phasen und häufigen Schnee- oder Regenfällen bei Temperaturen und Niederschlag im langjährigen Mittel. Die sogenannte Frostgare, also das Auflockern des Bodens durch sich ausdehnende Eiskristalle, konnte für eine gute Bo­denstruktur sorgen und die Durchwurzelung bei Wintergetreide sowie die Bedingungen für die bevorstehende Aussaat von Sommergetreide und Zuckerrüben begünstigen. Die bereits einige Zentimeter hohen Wintergetreide- und Rapspflanzen wurden während der Frostphasen von einer Schneedecke geschützt. Als entscheidend für deren weitere Entwicklung gilt nun der Vegetati­ons­verlauf der nächsten Wochen. Kritisch wären Kahl- und Spätfröste mit der Konsequenz, dass die Pflanzen in Folge von Minustemperaturen, Sonneneinstrahlung und Wind austrocknen.

Von den gut 400.000 Hektar Ackerfläche ist etwa ein Drittel noch zu bepflanzen. Gut 52.000 ha werden Zuckerrüben, Kartoffeln und Ackerfutter belegen. Ob auf dem verbleibenden Viertel der Ackerfläche in diesem Frühjahr Braugerste oder Mais gesät und im Sommer geerntet wird, entscheiden die Notwendigkeit der Fruchtfolge und die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Frucht. In den klimatisch begünstigten Regionen im Süden (Rheinhessen und Pfalz) wird zuerst Braugerste ausgesät. Die Kammer erwartet aufgrund der Zunahme der im vergangenen Herbst mit Wintergetreide und Energiepflanzen belegten Flächen eine rückläufige Brau­gerstenanbaufläche. Die Aussaat von Zu­ckerrüben steht etwa in der zweiten Märzwoche an. In der Pfalz werden dann auch die Folienkartoffeln gepflanzt, Frühkartoffeln ohne Folie werden sich Mitte März anschließen. Mais wird erst EndeApril/Anfang Mai gesät. Als erstes Gemüse zu Ernte anstehen wird traditionell wieder der Spargel. Bei günstiger Witterung, in diesem Fall Temperaturen deutlich im zweistelligen Bereich und frostfreie Nächte, kann der erste Spargel bereits in der ersten Aprilhälfte auf dem Markt sein.

Kammerpräsident

© DBT/Simone M. Neumann

Ökonomierat Norbert Schindler

Pressekontakt

Heiko Schmitt
Tel.: 0671 793-1177
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