Inhalte der Grüne Berufen ganz praktisch vermitteln

Einen Kartoffelacker anlegen, einen Weinberg pflegen, Obst und Gemüse verarbeiten und aus der Vielfalt der regionalen landwirtschaftlichen Produkte genussvolle Speisen herstellen können – das lernen Ganztagsschüler/-innen in den Projekten der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz (LWK RLP) und der LandFrauenverbände.

Nachdem die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Bildungsministerium, der Kammer und den LandFrauenverbänden erneuert wurde, sind Ganztagsschulen nun aufgerufen, sich an den Projekten zu beteiligen. 

Bei den Projekten gehen Praktiker der Grünen Berufe, also Fachkräfte aus der Landwirtschaft, dem Weinbau, der Hauswirtschaft oder dem Gartenbau, in die Schulen, um den Kontakt zur Landwirtschaft zu knüpfen und Spaß am Umgang mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu vermitteln. Praktisches Tun steht dabei im Vordergrund. Dazu gehört das Arbeiten in und mit der Natur sowie mit den Lebensmitteln und Produkten aus der Region.
Die Ministerin für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz, Dr. Stefanie Hubig, der Präsident der LWK RLP, Ökonomierat Norbert Schindler, und die Präsidentinnen der LandFrauenverbände aus der Pfalz, Ilse Wambsganß, und aus Rheinland-Nassau, Rita Lanius-Heck, haben mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Vereinbarung, die Grundlage für die Fortführung der Ganztagsschulprojekte der Praktiker aus den Grünen Berufen gelegt.

Impulse zur eigenen Berufsorientierung
2002 war die erste Vereinbarung unterzeichnet worden. Seitdem gab es 139 Projekte in Schulen. Jedes Projekt lief über ein ganzes Schuljahr. Somit konnten die Schüler/-innen Woche für Woche ihre Kompetenzen erweitern und praktische Arbeitstechniken erproben. Nach 15 Jahren ging es nun insbesondere um die Anpassung der Honorare für die Praktiker/-innen. In der Regel sind hier Meisterinnen und Meister oder Agraringenieure aktiv und bringen sich mit einem hohen Engagement ein. Die neue Vereinbarung soll eine gute Basis für viele neue Projekte schaffen. „Im Kern handelt es sich um Bildung für nachhaltige Entwicklung“, so die Ministerin. „Schülerinnen und Schüler können in den Nachmittagsprojekten Kenntnisse und Fertigkeiten aus den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt erwerben. Außerschulische Partner in die Schulen zu bringen, ermöglicht eine starke Identifizierung und Authentizität. Sicherlich nimmt der eine oder andere Schüler einen Impuls zur eigenen Berufsorientierung mit“, sagte Hubig. Die Schulen werden vom Bildungsministerium informiert und können sich an die Landwirtschaftskammer wenden, die sie dann bei der Gewinnung von Praktiker/-innen unterstützt. Selbstverständlich können auch die eigenen Kontakte vor Ort genutzt werden.  

Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen schärfen
„Kinder haben selten einen alltäglichen oder zumindest regelmäßigen Kontakt zur Landwirtschaft und zu ihrer Umwelt. Sie erleben kaum noch, wie Pflanzen und Tiere wachsen und welche Pflege sie benötigen oder wann Produkte aus der Region geerntet werden“, informierte Kammerpräsident Schindler. „Daher bringen wir die Landwirtschaft in die Schulen. Wir wollen bei den Kindern und Jugendlichen das Bewusstsein schärfen, dass unsere Lebensmittel einen Wert haben und möglichst nah aus der Region kommen sollen.“
Die Präsidentinnen der LandFrauenverbände betonten: „Spaß am Umgang mit Lebensmitteln, gemeinsam kochen und essen sind Erlebnisse, die viele unserer Kinder und Jugendlichen nicht mehr kennen. Wir wollen diese Erlebnisse schaffen und Freude daran vermitteln, mit den Lebensmittel umzugehen und zu experimentieren.“ Ilse Wambsganß ist überzeugt, dass dies die Ernährungsgewohnheiten der Kinder nachhaltig beeinflussen werde. Die Kinder trügen die Erkenntnisse in ihre Familien und legten so auch dort Grundsteine für eine nachhaltige und gesunde Ernährung. Rita Lanius-Heck wünscht sich, dass viele Schulen von diesem Angebot Gebrauch machen. Die LandFrauen sind gerne bereit, vor Ort daran mit zu arbeiten, wenn Praktiker für die Schulen gesucht werden.

Ein Merkblatt und die Projektverträge, die die Schulen mit den Praktiker/-innen abschließen, sind hier auf der LWK-Homepage zu finden oder können per E-Mail an birgit.hoelcker@lwk-rlp.de angefordert werden. Für weitere Informationen steht Marita Frieden von der LWK RLP unter der Telefonnummer 0671/793-1151 zur Verfügung.

Grußwort Präsident

Ökonomierat Norbert Schindler

Pressekontakt

Nadja Winter
E-Mail: nadja.winter(at)lwk-rlp.de 
Tel.: 0671 793-1177

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