Förderprogramm "Digiboost" ab 1. März – Kammer bietet Online-Seminare an

Um Investitionen im Bereich der Digitalisierung zu unterstützen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken, ist am 1. März für rheinland-pfälzische Unternehmen das Zuschussprogramm „Digiboost“ gestartet. Dieses soll Vorhaben zur Digitalisierung von Produkten, Verfahren, Dienstleistungen sowie von Geschäftsmodellen und Vertriebskanälen fördern.

Das Programm richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, deren Betriebsstätte in Rheinland-Pfalz liegt. Dabei muss das Digitalisierungsvorhaben eigenbetrieblich und ausschließlich von eigenen Mitarbeitern genutzt werden. In kleinen Teilbereichen ist dieses Förderprogramm auch für gewerbliche Betriebszeige der Bauern- und Winzerhöfe interessant.

Wer ist antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind die gewerblichen Betriebszweige wie Gastronomie, Direktvermarktung und die Gästebeherbergung. Auch gewerbliche Weingüter sind antragsberechtigt. Es darf jedoch kein direkter Bezug zum Primärerzeugnis bestehen!

Onlineschulung

Wir bieten am 1. März um 10.00 Uhr und am 2. März um 16.00 Uhr Onlineschulungen zum neuen Förderprogramm an. Dort erhalten Interessierte wichtige und detaillierte Informationen zu Förderkriterien und zum Antragsverfahren. Die Teilnahme ist Voraussetzung für eine Antragstellung. Wir werden an dem Tag auch versuchen, die Möglichkeiten für die Betriebe im Bereich der Einkommensalternativen aufzuzeigen.

Da die Anträge in der Reihenfolge des Eingangs bearbeitet werden, sollte eine zeitnahe Antragstellung erfolgen und entsprechend direkt an der Schulung teilgenommen werden. 

Wie hoch ist die Förderquote?

Die Förderquote ist abhängig von der Größe des Unternehmens.

  • Betriebe, die kleiner sind als 10 MitarbeiterInnen:
    75% Förderquote, 25% Eigenanteil
  • Betriebe von 10-29,9 MitarbeiterInnen:
    Förderquote 50%, 50% Eigenanteil
  • Betriebe von 30-100 MitarbeiterInnen:
    Förderquote 25%, 75% Eigentanteil

Wie hoch ist das Mindestinvestitionsvolumen?

  • Vorhaben in einem Umfang unter 4.000 Euro netto werden nicht gefördert.
  • Die Förderung wird als Zuschuss zum geförderten Projekt gewährt. Sie beträgt maximal 15.000 Euro.

Was ist nicht förderfähig?

  • allgemeine/alleinstehende Beratung
  • ausschließlich Umsetzung gesetzlicher Vorschriften und nicht unmittelbare betriebliche Prozessverbesserung
  • reine Ersatzbeschaffungen
  • Finanzierungskosten, Umsatzsteuer
  • Personalausgaben und Eigenleistungen des Unternehmens
  • Standardsoftware und Standardhardware (einschl. Software as a Service, Cloud-Services)
  • IKT-Grundausstattung/klassische Telefonie
  • Leasing oder Mieten von Hardware, Software oder Software-Lizenzen
  • Ausgaben für Standard-Webseiten oder -Webshops oder deren Optimierung ohne direkte/unmittelbare Integration in den Leistungsprozess
  • Online-Marketing-Maßnahmen und reine Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimierung)

Ablauf des Antragsverfahrens

  1. Vor Beantragung muss eine Online-Informationsveranstaltung der LWK oder auch IHK besucht werden.
  2. Online-Beantragung der Förderung bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB)
  3. Antragsprüfung durch ISB
  4. Ausstellung Zuwendungsbescheid durch die ISB
  5. Durchführung des Projekts
    (Kein Start vor Ausstellung des Zuwendungsbescheids!)
  6. Einreichung des Verwendungsnachweises
    (max. 15 Monate nach Zuwendungsbescheid)
  7. Auszahlung der Förderung 

In folgenden Bereichen kann eine Förderung erfolgen: 

  • Digitalisierung von Produkten und Verfahren
  • Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen
  • Digitalisierung von Geschäftsmodellen und Vertriebskanälen 

Was genau kann im Rahmen der Digitalisierung von Produktion und Verfahren gefördert werden? 

Nachfolgend erfolgt eine beispielhafte Nennung und keine erschöpfende Erfassung der förderfähigen Maßnahmen. 

  • Digitalisierung der Wertschöpfungskette, Einführung digitaler Prozesse, Auftragsbearbeitung, Lieferverwaltung oder Warenwirtschaft
    Visualisierung von Maschinenbelegungen, Digitalisierung von Logistikprozessen und Warenmanagementsysteme, digitale Geräteverwaltung/Asset Management (z.B. Diebstahlsicherung), ERP & E-Procurement (automatisierte Schnittstelle für Warenbestände, Lieferlisten, Mengenangaben, Interaktion zwischen Einkäufer und Lieferant automatisierte digitale Bewerbungsprozesse, shopfloor management, Rechnungserfassung (Wareneingang,  Buchführung), vernetzte Endgeräte zur Erfassung der Wareneingängen (MDE) 
  • Digital angebundene Maschinen und Integration mobiler Betriebsgeräte zur Steigerung von Effizienz und Qualität von Prozessen (Einbindung von cyber-physischen Systemen)
    Integration mobiler Betriebsgeräte in die Produktion oder Leistungserbringung (z.B. digitale Vernetzung von Unternehmen und Baustelle und deren digitale Dokumentation), digitale Baustellenverwaltung Implementierung von Drohnentechnologien, optische Erfassungssysteme, HMI-Terminals zur Maschinensteuerung und –überwachung (Mensch-Maschine-Schnittstelle), Qualitätskontrolle, -inspektion, Leitstand und Kommissionierung in der Intralogistik, Bedieneinheiten, Visualisierung und Parametrierung Aktoren, eingebettete Systeme, Sensoren, (drahtlose) Netzwerkinfrastrukturen und Power over Ethernet, Rechen- und Speicherkapazitäten für echtzeit-Datenverarbeitung und Datenbanken)
  • Produktions- und Ablaufsteuerung
    Produktionsmanagementsysteme (MES - Manufacturing Execution System), Maschinendatenerfassungslösungen, Betriebsdatenerfassungslösungen, Bau- und Werkstattmanagement 
  • Aufbau der Infrastruktur für die Erhebung und Analyse großer Datenmengen (Big Data-Anwendungen)
    Netzwerkinfrastruktur (FCoE (Fibre Channel over Ethernet), iSCSI (internet Small Computer System Interface), FC (Fibre Channel)), Block-Storage-Systeme, Hadoop Serversysteme (Framework für skalierbare, verteilt arbeitende Software)
  • Aufbau und Ausbau innerbetrieblicher Glasfasernetze und die dazugehörigen Komponenten
    Glasfaser und Power over Ethernet (PoE) Netzwerkeinfrastruktur, Netzwerkkomponenten
  • Einführung oder Verbesserung von Customer-Relationship-Management (CRM)- oder Enterprice-Resource-Planning (ERP)-Systemen bis hin zur vollumfänglichen Vernetzung (ausgenommen Software as a Service - Saas)
    CRM: Kundenbeziehungsmanagement-Software, ERP-Systeme (Branchensoftware) Controlling, Personalwirtschaft, Materialwirtschaft, Product-Lifecycle-Management (PLM), Dokumentenmanagement (DMS), Beseitigung von Medienbrüchen durch Digitalisierung, Automatisierungssoftware, Verbesserung von physischen Produktionssystemen und digitalen Managementsystemen durch Vernetzung und Kommunikation mit der virtuellen digitalen Welt, CAD/CAM  (sofern diese über handelsübliche CAD/CAM-Lösungen hinaus geht und für den Betrieb speziell konfiguriert werden muss   ) Rechnungswesen, Mahnwesen, Buchhaltung, Kennzahlübersicht, Schnittstellen für mobiles Arbeiten, Personalmanagement, Produktionsplanungssoftware 
  • Einführung von predictive maintenance Anwendungen (intelligente Wartung)
    Lösungen zu Condition-Monitoring und Diagnostik von Schnittstellen 
  • Einbindung additiver Fertigungsverfahren in die Wertschöpfungskette (zum Beispiel 3D-Druck)
    Prototypenfertigung durch 3D-Druck mit einer vollintegrierten Einbindung im Produktionsablauf, 3D-Scanner/Kamera, individuelle Anpassung von Software 

Was genau kann im Rahmen der Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen gefördert werden? 

  • Einführung von IoT-Lösungen (Internet der Dinge)
    Sensorik, IoT (Internet of Things), RFID Technologie (radio-frequency identification Tags, Gates etc.), Beacons und Trackingsysteme; Professionelle Systeme zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung, Vernetze Maschinen im physischen Geschäft, Überwachungskameras mit Personenzählung oder Luftqualität, virtuelle  Planungssysteme, DECT-Infrastruktur (Digital Enhanced Cordless Telecommunications), HVAC-Systeme, Customer Journey Systeme, IoT-fähige Gastrogeräte, Digital Signage, Smart Shelf, MDE Computer (Maschinendatenerfassung), RFID Tags und Scanner, Barcode & QR (Quick  Response) Scanner, Datenlogger (Temperatur usw…)
  • Infrastruktur für mobiles Arbeiten
    Leistungsstarker Serverkapazitäten (Virtualisierung), optische Netzwerkinfrastruktur , Power over Ethernet (PoE) Smart Cards, Sicherheitstoken, vollintegrierte mobile Kassensystemen
  • Aufbau eines professionellen, individuell programmierten Onlineshops (Schaffung von E-Commerce-Strukturen)
    Online Konfigurator mit Verknüpfung, z. B. zur Lagerhaltung oder Vertrieb, Digitale Aftersales, für Onlinebewertungen); individuelle E-Commerce-Systeme, Nutzung/Schaffung digitaler Marktplätze, Einführung professioneller Webshops – kein Webbaukasten), Digitale Bestellsysteme in der Gastro, interaktive Chatbots mit Bestellfunktion) Vollintegrierte Online Shops, Einführungs- und Initialkosten für vollintegrierte und vernetzungsfähige Kassenmodule
     
  • Schaffung und Optimierung von digitalen Kundenschnittstellen
    Customer Experience Tools, Co-Creation und Customization tools, Digital Concierge, Digital Check-In, Digitale Gästemappe, Vernetzte Kiosks, digitale Preisauszeichnung, elektronische Preisschilder
     
  • Einführung von professionellen IT-Sicherheitslösungen
    Umsetzen eines auf das Unternehmen angepassten IT-und/oder Datensicherheitskonzepts inkl. Abnahme der IT-Sicherheit, Reduzierung der Gefahr des Ausfalles der IT-, Endpoint Proctection, Firewall mit Einbau und Konfiguration, Sandboxing, Monitoring, Infrastruktur 

Was genau kann im Rahmen der Digitalisierung von Geschäftsmodellen und Vertriebskanälen gefördert werden? 

  • Aufbau und Optimierung von digitalen integrierfähigen Plattformen (z. B. Online-Shops oder zur Online-Kundeninteraktion)
    individuell programmierte Online-Shops, Online-Terminvergabe, E-Commerce-Systeme, Nutzung digitaler Marktplätze, Initialisierungsaufwand für die Nutzung von Cloud-Technologie, Einführung professioneller Webshops, Einführung neuer Funktionalitäten zur Kundeninteraktion, Programmierung und Einführung neuer Funktionalitäten zur Kundeninteraktion im Webauftritt, Intergration von eServices, digitales Gästemanagement (Tischreservierung, Bestellaufnahme, Kontaktnachverfolgung)

  • Software- / App-Entwicklung im Zusammenhang mit einem neuen Produkt oder einer Dienstleistung
    App zur Kundeninteraktion, individualisierte Programmierung von neuen Funktionalitäten für Apps, Webseiten und Produkte (Produktkonfiguration, VR-/AR-Schnittstellen…), Chatbots, virtuelle fotorealistische Produktpräsentation, Hard- und Software zur Konstruktion/Simulation von virtuellen Ausstellungen, Individualisierte Programmierung und Beauftragung

  • Einführung datenbasierter oder digitaler Kundeninteraktion
    Einsatz künstlicher Intelligenz, Aufbau von Datenbanken für KI-Anwendungen, Nutzung von Blockchain-Technologien, Aufbau von Kundenanalysedatenbanken, Automatisierte Interaktion mit dem Kunden (z.B. Erinnerung an Wartungstermine, Produktkonfiguration-Tools, VR-/AR-Schnittstellen, Chatbots, Bestellmonitore in der Gastronomie, individualisierte Software zur virtuellen Produktpräsentation Entwicklung von datenbasierten Dienstleitungen, Virtuelle Showrooms, Chatbots, AR/VR Produktkonfiguration

  • Integration digitaler Workflows mit Lieferanten und Kunden
    Online-Konfiguratoren, Konfiguration eines  Kontaktlosen Bezahlsystems, Etikettenscanner, Barcodedrucker, Digitale Signaturen, Digitale Rechnungen (ZUGFeRD), digitale Personalplanung
Kammerpräsident

© DBT/Simone M. Neumann

Ökonomierat Norbert Schindler

Pressekontakt

Heiko Schmitt
Tel.: 0671 793-1177
Email: heiko.schmitt(at)lwk-rlp.de 

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