Bester Rohstoff für beste Biere

Anhaltend rückläufig ist die Anbaufläche von Sommergerste in Rheinland-Pfalz. Die einst im Anbau stärkste Getreidesorte, die zu Malz verarbeitet wichtigster Rohstoff der Bierbrauereien ist, wird hier nur noch auf knapp 37.000 Hektar angebaut.

Gegenüber dem Vorjahr ging die Anbaufläche erneut um rd. 5.000 ha oder 12 Prozent zurück. Bei der traditionellen Braugerstenfahrt der Fördergemeinschaft Braugerste, die in diesem Jahr ins pfälzische Herxheim führte, erörterten Landwirtschaft, Handel und Verarbeiter vor der Ernte die Marktlage.

Heribert Metternich, Vorsitzender der Fördergeminschaft und Vizepräsident der Landwirtschaftkammer Rheinland-Pfalz machte dabei die abnehmende Rentabilität des Braugerstenanbaus für den Rückgang verantwortlich. Da Futtergerste bei geringerem Qualitätsrisiko pro Hektar rd. 15 Prozent mehr Ertrag bringe, müsse der Preisabstand zur Sommergerste mindestens 40 Euro je Tonne betragen. Aktuell liege der Preisabstand allerdings bei unter 35 Euro/t. Metternich: „Dann brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn unsere Landwirte sich von der Braugerste abwenden und Weizen oder Mais anbauen.“  Bei einem durchschnittlichen Ertrag von 5,5 t/ha werde die Ernte bei Sommergerste in diesem Jahr bei 203.000 t liegen (2015: 231.000 t). Metternich warnte vor künftigen Versorgungslücken, die dann mit teuren Importen gefüllt werden müssten. Bislang habe gegolten: Bester Rohstoff aus heimischem Anbau für beste Biere aus heimischer Produktion. Diese Regel sei nur aufrecht zu erhalten, wenn durch bessere Preise die Rentabilität des Anbaus von Sommergerste in Rheinland-Pfalz gewahrt werde.

Sommergerste RLP Anbaufläche in ha

1960
60.752

1971
85.318

1979
87.263

1991
98.231

1999
85.193

2010
41.063

2015
41.900

Kammerpräsident

© DBT/Simone M. Neumann

Ökonomierat Norbert Schindler

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