Aktuelles zum Milchmarkt

Milchanlieferung nun verhaltend ansteigend - überwiegend stabile Produkten- und auch Erzeugerpreise. Aktuell bewegt sich die Milchanlieferung in Deutschland nur verhaltend ansteigend. Laut Schnellberichterstattung der ZMB blieb die Milchanlieferung in der 50. KW unverändert zur Vorwoche; zugleich lag sie um - 1,8 % unter dem Niveau des Vorjahreswoche.

Milchpreistabelle und den Gesamtbericht als Pdf-Dokumente am Ende des Artikels 

Milchanlieferung saisonal bedingt langsam ansteigend

Aktuell bewegt sich die Milchanlieferung in Deutschland nur verhaltend ansteigend. Laut Schnellberichterstattung der ZMB blieb die Milchanlieferung in der 50. KW unverändert zur Vorwoche; zugleich lag sie um - 1,8 % unter dem Niveau des Vorjahreswoche (der 50. KW 2017) aber dennoch weiter (nun um  ca. + 1,1 %) über dem Niveau aus dem Vorjahreszeitraum, beginnend ab der 1. bis zur 50. Des jeweiligen Jahres. Dem Markt steht unverändert genügend Rohstoff zur Verfügung. Die Spotmilchmarktpreise gaben zuletzt leicht nach; sie konnten sich zuletzt, auf dem erreichten, vergleichsweise hohen Niveau, nicht mehr ganz behaupten. Zeitgleich tendierten zuletzt auch die Preise für Industrierahm leicht schwächer, aber die Preise für Magermilchkonzentrat konnten sich zuletzt wieder leicht befestigen. 

Frischprodukte nun wieder normal nachgefragt

Nachdem fürs Weihnachtsgeschäft die Produktion und auch die Nachfrage nach fettreichen Produkten aus dem weißen Sortiment gesteigert werden könnte, ist nun,  kurz vor Weihnachten, wieder mehr Ruhe in den Markt eingekehrt. Der Markt bewegt sich auf saisonüblichem Niveau. Es können aber noch immer erhebliche Rohstoffmengen für die Produktion von Produkten aus dem weißen Sortiment gebunden werden. 

Zur Erzeugung von Milchprodukten

Die ZMB berichtet (am 21.12.2018), dass zuletzt (in der 50. KW 2018) von den meldenden Molkereien aus Deutschland insbesondere die Produktion von Butter (+ 3,4 %) wieder ausgeweitet worden sei; demgegenüber sei die Produktion von Käse (- 6,1 %) und auch von Magermilchpulver (- 5,3 %) wieder merklicher eingeschränkt worden. 

Geformte Butter im Preis stabil; Blockbutter befestigt

Am Buttermarkt sind Ende 2018 nun wieder etwas feste Tendenzen zu beobachten. Im Weihnachtsgeschäft wurde abgepackte Butter sehr gut nachgefragt; auf unverändertem, stabilen Preisniveau (Börse Kempten; 19.12.; mit einem Preis, im Durchschnitt, in Höhe von 4,68 EUR/kg). Ergänzend konnte sich kurz vor Weihnachten aber der Preis für Blockbutter nochmals leicht festigen. Von der Börse Kempten wurde zuletzt (am 19.12.) ein durchschnittlicher Preis in Höhe von 4,45 EUR/kg notiert. Die AMI berichtet, dass zuletzt, sowohl für prompte Lieferungen, als auch für Abschlüsse für das erste Quartal 2019, wieder festere Preise erzielt werden konnten. Nur für spätere Termine im Jahr 2019 soll das Einkaufsverhalten weiterhin abwartend sein. Vergleichsweise ruhig verlaufe dagegen aber der Export nach Drittländern. 

Belebte Käsenachfrage

Mit dem Weihnachtsgeschäft hat sich auch die Nachfrage nach Schnittkäse belebt; die Logistik zur Auslieferung sei zum Teil schwierig zu bewältigen. Die Bestände in den Reifelagern sollen auf ein sehr niedriges Niveau gesunken sein. Das verfügbare Angebot reiche insofern nur knapp aus, um den Bedarf zu decken; für zusätzliche Anfragen sei kaum Ware verfügbar. Aufgrund der fehlenden Logistiktage sei über Weihnachten und dem nachfolgendem Jahreswechsel ein vorübergehender Rückgang der Auslieferungen vorhersehbar. Die AMI berichtet, dass die Hersteller für Januar über gut gefüllte Auftragsbücher verfügen; das Auslieferungsgeschäft würde sich somit in der zweiten Januarwoche unmittelbar wieder beleben.

Aktuell tendieren die Preise für Schnittkäse überwiegend stabil; zum Teil auch leicht anziehend (Börse Hannover und auch Kempten, 19.12.18); dennoch sollen für Januar mitunter auch leichte Preiszugeständnisse gemacht worden sein; diese wiederum könnten zu einer Belebung der Exporte in Drittländern beitragen. 

Magermilchpulver vor Weihnachten rege nachgefragt

Trotz zeitgleich hoher Verkäufe vom Magermilchpulver aus Beständen der  EU-Intervention (verkauft wurden zuletzt, mit der Ausschreibung vom 11.12.2018, immerhin 60.537 t MMP; zu Preisen zwischen 123,50 bis 153,50 EUR/ 100 kg), bestand auch vor Weihnachten noch immer eine rege Nachfrage nach Voll- und auch Magermilchpulver aus aktueller Produktion. Die AMI berichtet, dass die Werke auch für die kommenden Monate schon über eine gute Auftragslage zum Verkauf von Magermilchpulver verfügen; die Verfügbarkeit von frischer Ware sei damit begrenzt. Zurzeit würden sowohl Anfragen für Binnenmarkt- als auch für Exportgeschäfte bei den Herstellern eingehen. Kontinuierlich kämen dabei neue Kontrakte, auch mit leicht steigender Preistendenz, zum Abschluss. Aufgrund der jüngsten Preisaufschläge (Börse Kempten, 19.12.18) habe sich zuletzt aber die Wettbewerbsfähigkeit von Ware aus der EU gegenüber dem Weltmarkt leicht verschlechtert.

(Ergänzende Anmerkung: Für die kommenden EU-Ausschreibungen von Magermilchpulver aus Beständen der EU verbleiben aktuell noch rund 102.000 t. Die Bestände in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Polen sind schon komplett ausverkauft).

Am Vollmilchpulvermarkt bieten sich ebenfalls Verkaufsmöglichkeiten, wenngleich  die Käufer am Binnenmarkt schon frühzeitig damit begonnen haben sollen, sich auch schon für das neue Jahr einzudecken. Die Konkurrenzfähigkeit am Weltmarkt bleibt unverändert eingeschränkt; nur hier und da kommen dennoch einzelne Exportaufträge zu Stande. Zuletzt tendierten die Preise für Vollmilchpulver erneut fester; sie werden aber weiterhin als uneinheitlich eingeschätzt.

Molkenpulver in Futtermittelqualität wurde zuletzt (Kempten, 19.12.) ruhig  und zu festen Preisen gehandelt; Ware in LMQ wurde zuletzt etwas schwächer und, je nach Qualität, auch eher etwas uneinheitlich im Preis notiert. 

Global Dairy Trade Tender: Preise beim letzten Termin 2018 leicht befestigt

Auch beim letzten Handelstermin des Global Dairy Trade Tender in 2018  (am 18.12.2018) war erneut ein leichter Preisanstieg zu beobachten. Im Schnitt stiegen die Preise leicht um 1,7 %, über alle Produkte und Zeiträume. Die Preise legten für alle gehandelten Produkte mit Ausnahme von Labkasein zu. Buttermilchpulver wurde nicht angeboten. Die gehandelten Mengen waren mit 36.181 t geringfügig (um 0,7 %) niedriger als beim Termin zuvor (am 04.12.2018). Die Preise für Vollmilchpulver erhöhten sich zuletzt geringfügig (um 0,3 %). Innerhalb der Produktgruppe VMP  erzielte insbesondere der Mai-Kontrakt 2019 den höchsten Preis; er stieg am deutlichsten, um 1,2 %. Auch bei Magermilchpulver fiel der Preisanstieg (über alle Termine mit 3,4 %) deutlicher aus. Dagegen wurde Labkasein preisgünstiger als zuvor zugeschlagen (-  2,1 %). Die Preise für Laktose, die nur für Februar gehandelt wurde, legten um 1,6 % zu. Bei Cheddar war ein Preisanstieg von 2,2 % zu beobachten, wobei der Preis für Januar nachgab und für die folgenden Kontrakte zulegte. Die größten Preis-Aufschläge wurden zuletzt für Butter und Butteröl erzielt (+ 4,9 % bzw. + 4,0 %). 

Kieler-Rohstoffwert: Auch im November 2018 erneut schwächer  

Für November 2018 ermittelte das "ife-Institut, Kiel" für den "Kieler-Rohstoffwert Milch" (für Milch mit 4% Fett, ab Hof des Erzeugers, o. MwSt.) einen  erneut  schwächer tendierenden Rohstoff-Wert, nun in Höhe von aktuell nur noch 29,7 ct/kg Milch (- 1,70 ct/kg M.; bzw. - 5,4 % zum Okt.-Wert 2018, in Höhe von 31,4 ct/kg Milch).

Der aktuelle November- Rohstoffwert-Milch liegt damit, mit - 3,20 ct/kg Milch (bzw. um - 9,7 %) unter dem ife-Rohstoffwert für Nov.- Milch 2017. Damals wies das ife-Institut noch einen Rohstoffwert Milch (bei 4 % Fett) in Höhe von (noch) 32,9 ct/kg Milch aus. Der neuerliche Preisrückgang des Kieler - Rohstoffwertes für den Monat November 2018 erklärt sich vor allem aus den auch in November 2018 erfolgten deutlicheren Preisanschlägen für abgepackte Butter. Der Kieler-Rohstoffwert berücksichtigt nur die aktuellen Verwertungserlöse für Butter und Magermilchpulver; unberücksichtigt bleiben dabei die langfristigen Kontraktpreise. Der Rohstoffwert gibt also nicht den Auszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an; er gilt aber als wichtiger Indikator für die Milchmarkt-Preisentwicklung in Deutschland und Europa. 

EU - Spotmilchmarktpreise:

Nach stabiler Phase zuletzt wieder leicht schwächer

Offiziell stellte die EU-Kom. (zuletzt am 21.12.2018) fest, dass der niederländische Spotmilchpreis (EU PRI.EU.Spot; Quelle: BoerenBusiness.nl; nach DCA-Markt-Info; bei 4,4 % Fett, frei Rampe Molkerei), nach einem Preis in Höhe von 43,5 (am 10.09.2017), von 30,0 (am 03.12.), von 20,0 (am 31.12.), von 25,5 (am 18.02), von 28,8 (am 08.04.), von 36,8 (am 10.06.), von 37,3 (am 21.06.), von 35,5 (am 05.08.), von 37,8 (am 12.08.), von 39,0 (am 26.08.), von 37,5 (am 02.09.), von 36,5 (am 16.09.), von 37,5 (am 07.10.), von 35,5 (am 14.10., am 21.10., am 04.11., am 11.11.), von 36,5 (am 18.11., am 25.11. und auch am 09.12.), nun wieder auf einen Wert in Höhe von 33,0 ct/kg Milch (am 21.12.18) leicht abgefallen ist.  

Zeitgleich wurde für den italienischen Spotmilchmarktpreis (bei 3,6 % Fett, frei Molkerei; Quelle: Clal.it), eine Preisbewegung, von ehemals 43,8 (am 01.10.2017), von 40,3 (am 15.12.), von 34,0 (am 31.12.17), von 30,5 (am 11.02.), von 29,8 (am 01.04.), 30,8 (am 15.04.), von 30,3 (am 22.04.), von 33,0 (am 20.05.), von 38,5 (am 10.06.), von 39,5 (am 21. und am 24.06.), von 38,0 (am 15.07.), von 38,5 (am 29.07.), von 39,5 (am 05.08.), von 41,0 (am 26.08.), von 40,8 (am 02.09.), von 40,0 (am 16.09.), von 41,8 (am 30.09.), von 42,0 (am 07.10.), von 43,0 (am 14.10.), von 44,0 (am 04.11.), von 45,0 (am 11.11.), von 45,8 (am 18.11.), von 46,00 (am 25.11.), von 45,8 (am 09.12.) zuletzt auch ein Preis in Höhe von nur noch 44,8 ct/kg Milch (am 21.12.2018; - 1,00 ct/kg Milch) genannt. 

Zur Entwicklung der regionalen Molkerei-Auszahlungspreise

Den allgemeinen Tendenzen an den Märkten für Milchprodukte folgend leisteten die in Hessen, RLP und dem Saarland erfassenden Molkereien für "November-Milch 2018" mehrheitlich unveränderte, zum Teil aber auch leicht anziehende Milch-Auszahlungspreise. 

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der regional erfassenden Molkereien sind der beigefügten pdf-Datei zu entnehmen.

Den gesamten Artikel und Exkurse entnehmen Sie bitte dem Dokument im Anhang

f.d.R.   Reimund Möcklinghoff; Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ref. 25

Weitere Markinfos aus Rheinland-Pfalz >>>

Kammerpräsident

© DBT/Simone M. Neumann

Ökonomierat Norbert Schindler

Pressekontakt

Nadja Winter
E-Mail: nadja.winter(at)lwk-rlp.de 
Tel.: 0671 793-1177

Newsletter

Hier können Sie sich für unserem Newsletter registrieren >>>