Aktuelles zum Milchmarkt

Milchanlieferung auf vergleichsweise hohem Niveau in Etwa stabil; leicht schwächer tendierende Erzeugerpreise; überwiegend festere Produktenpreise. Laut Schnellberichterstattung der ZMB zeigte sich das Milchaufkommen in Deutschland, seit Dezember 2019 bis in etwa Anfang Mai, saisonal bedingt ansteigend; danach verhält sich die Anlieferung auf einem vergleichsweis hohem Niveau in etwa konstant, mit nur leicht schwächeren Rückgängen in der Anlieferung.

Milchpreistabelle und den Gesamtbericht als Pdf-Dokumente am Ende des Artikels 

Die aktuelle Milchanlieferung bewegte sich zuletzt sogar wieder etwas über der Anlieferung aus der Vorwoche. So veröffentlichte die ZMB für die 28. KW 2020 einen Anstieg (im Vergleich zur Vorwoche) um + 0,6 %; und immerhin auch noch eine Mehranlieferung in Höhe von + 0,2 % zur vergleichbaren Vorjahreswoche (aus 2019). Bezogen auf die Milchanlieferung, für den Zeitraum ab Jan. des Jahres, bis einschließlich zum 12.07., verglichen mit der Anlieferung aus dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum, liegt die aktuelle Milchanlieferung unverändert deutlich (zuletzt noch um + 0,9 %) über der aus dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Der Markt für flüssigen Rohstoff bleibt gut versorgt. Über die weitere Entwicklung bestehen dennoch gewisse Unsicherheiten. Einerseits ist es nach wie vor vielerorts außergewöhnlich trocken und in Folge der Verwerfungen am Milchmarkt, durch die Corona-Krise, können sinkende Milchpreise im weiteren Verlauf des Jahres 2020 noch immer nicht ausgeschlossen werden. Durch die Lockerung der Covid19-Restriktionen erhielt die Nachfrage nach flüssigem Rohstoff weitere Impulse. Magermilchkonzentrat und Industrierahm wurde Mitte Juli zu etwas festeren Preisen gehandelt und auch die Spotmilchmarkt-Preise (aus Italien) konnten sich auf dem zuvor erreichten Niveau gut stabilisieren. 

Milch-Frischprodukte gut nachgefragt

Die Nachfrage nach Frischprodukten schwankt etwas in Abhängigkeit von der Witterung; der Absatz wird insgesamt aber als gut eingeschätzt. Förderlich scheint auch zu sein, dass in der diesjährigen Ferienzeit ganz offensichtlich weniger Auslandsreisen stattfinden. 

Zur Erzeugung von Milchprodukten

Die ZMB berichtet (am 17.07.2020), dass zuletzt (in der 28. KW 2020) von den meldenden Molkereien aus Deutschland insbesondere die Produktion von Magermilchpulver (+ 5,3 %) und Käse (+ 0,5 %) wieder etwas ausgeweitet worden sei; dagegen sei die Produktion von Butter eingeschränkt worden (- 0,9 %; jeweils im Vergleich zur Vorwoche). Weiterhin steht viel Rohstoff zur Herstellung von Frischeprodukten zur Verfügung. 

Belebter Butterabsatz

Abgepackte Butter wird zurzeit sehr gut nachgefragt. Die Molkereiabgabepreise haben sich zuletzt auch etwas nach oben bewegt. Die Notierung in Kempten (15.07.2020) wurde zuletzt auf 3,36 bis 3,60 EUR/kg angehoben. Am Blockbutter-Markt dominiert eine ruhige, abwartende Nachfrage. Nach dem Ende der Ferienzeit könnte es aber auch hier zu einer Belebung des Marktes kommen. Aufgrund der wieder festeren Sahnepreise fordern auch die Blockbutter-Anbieter höhere Preise. Die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern gehen aber weit auseinander und der Markt agiert abwartend. An der Börse in Kempten wurden zuletzt, bei kleinem Geschäft, unveränderte Preise  (ab 3,40 bis 3,45 EUR/kg) notiert. In den ersten fünf Monaten von 2020 hat die EU deutlich mehr Butter auf den Weltmarkt exportiert als zeitgleich in den Vorjahren; derzeit ist EU-Ware am internationalen Markt aber weniger wettbewerbsfähig. 

Schnittkäse: Gute Nachfrage und festere Preise

Der Schnittkäsemarkt präsentiert sich aktuell stabil. Die AMI berichtet, dass sich die Nachfrage aus dem Lebensmitteleinzelhandel normalisiert habe; und auch in Richtung Industrie, Großverbraucher und in den Export, gen Südeuropa oder auch in Drittländer, könne kontinuierlich Käse abgesetzt werden. Angebot und Nachfrage stehen sich insgesamt ausgeglichen gegenüber; die Bestände in den Reifelagern tendieren stabil. Seit Anfang Juli konnten insofern am Markt festere Preise für Schnittkäse realisiert werden (Börse Hannover; 15.07.: (+ 10 ct/kg im Vgl. zur Vorwoche). Auch für den kommenden Monat konnten dem Vernehmen nach schon  weitere Preisanhebungen durchgesetzt werden. 

Pulvermarkt ferienbedingt ruhig

Der Markt für Milch-, Magermilch- und auch Molkenpulver ist von der Ferienzeit geprägt und dementsprechend ruhig. Überwiegend werden nur bestehende Aufträge abgewickelt. Das bei den Herstellern verfügbare Magermilch-Pulverangebot ist gering; die Mengen wurden zumeist schon im Vorfeld verkauft. Am Markt sind zurzeit eher Händler als Anbieter aktiv. Die Nachfrage nach MMP kommt aktuell überwiegend aus dem europäischen Binnenmarkt. Am Weltmarkt besteht hingegen, so berichtet die AMI, eher Kaufzurückhaltung; außerdem hat sich zuletzt auch der Dollarkurs für EU-Exporteure ungünstig entwickelt. Für das vierte Quartal werden aktuell Verhandlungen innerhalb des EU-Marktes geführt. Es kommen aber nur wenige Neuabschlüsse zu Stande; die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern differieren zu stark. Die Tagespreise für MMP in Lebensmittel-Qualität (LMQ) gaben zuletzt um 25 EUR/t nach (im Vgl. zur Vorwoche; Kempten; 15.07.). Demgegenüber notierten die Preise für MMP in Futtermittel-Qualität (FMQ) und auch die Preise für Vollmilchpulver stabil, auf dem Niveau der letzten 2 Vorwochen.

Am Molkenpulver-Markt hat das Angebot an Futtermittelware leicht zugenommen. Bei zurückhaltender Nachfrage aus der Kälbermast gaben die Preise zuletzt etwas nach (Kempten; 15.07.); dagegen wurde Molkenpulver in LMQ zuletzt etwas belebter nachgefragt; auf  stabilem Preisniveau. 

Global Diry Trade Tender (GDT): Zuletzt merklich fester!

Beim letzten GDT (am 07.07.2020) stiegen die Preise im Mittel über alle Produkte und Kontrakte um + 8,3 % merklich an. Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie in China hatten die Preise, seit Anfang Februar, bis in dem Mai hinein, zunächst spürbar nachgegeben. Im Mai begannen sich dann die Preise auf niedrigerem Niveau zu stabilisieren und ab dem 19.05. geht es nun, nun sogar zum 4. Mal in Folge, wieder aufwärts. Festere Preise wurden zuletzt insbesondere für Vollmilchpulver (+ 14,0 %), für Buttermilch-Pulver (+ 3,8 %) und auch für Magermilchpulver (+ 3,5 %) notiert; aber auch Käse (+ 3,3 %), Butter (+ 3,0 %) und Laktose (+ 1,9 %) notierten fester; nur  Butteröl (- 0,2 %) gab im Mittel zuletzt leicht nach (Molkenpulver wurde nicht angeboten). Mit 25.688 t war die zuletzt auf der Plattform gehandelte Menge  auch wieder merklich ansteigend (um + 20,0 %; zum Vortermin am 16.06.2020). 

Kieler-Rohstoffwert: Mit nun wieder 28,8 ct/kg Milch spürbar fester

Für Juni 2020 ermittelte das "ife-Institut, Kiel" für den "Kieler-Rohstoffwert Milch" (für Milch mit 4% Fett, ab Hof des Erzeugers, o. MwSt.) zuletzt wieder einen  merklich fester tendierenden Rohstoff-Wert-Milch, nun wieder in Höhe von 28,8 ct/kg Milch (+ 3,00 ct/kg M.; bzw. + 11,6 % zum Mai-Wert 2020; in Höhe von zuvor nur noch 25,8 ct/kg Milch).

Der aktuelle Juni-Rohstoffwert-Milch liegt damit nun um - 2,2 ct/kg Milch (bzw. um - 7,1 %) unter dem ife-Rohstoffwert für Juni-Milch 2019. Damals wies das ife-Institut einen Rohstoffwert Milch (bei 4 % Fett) in Höhe von noch 31,0 ct/kg Milch aus. Der neuerliche Preisanstieg des Kieler-Rohstoffwertes für den Monat Juni 2020 erklärt sich vor allem aus den zuletzt wieder fester tendierenden Preisen, vor allem für Butter, aber auch für Magermilch-Pulver.

Der Kieler-Rohstoffwert berücksichtigt nur die aktuellen Verwertungserlöse für Butter und Magermilchpulver; unberücksichtigt bleiben dabei die langfristigen Kontraktpreise. Der Rohstoffwert gibt also nicht den Auszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an; er gilt aber als wichtiger Indikator für die Milchmarkt-Preisentwicklung in Deutschland und Europa. 

EU - Spotmilchmarktpreise: Seit Juni in etwa konstant; um 35,5 ct/kg Milch

Offiziell stellte die EU-Kom. (zuletzt am 12.07.2020) fest, dass der

italienische Spotmilchmarktpreis (bei 3,6 % Fett, frei Molkerei; Quelle: Clal.it), von ehemals von 42,3 (am 13.01. und auch am  22.02.2019), von 40,0 (am 31.03.), von 38,3 (am 08.05.), von 41,0 (am 09.06.), von 45,0 (am 30.06.), von 46,3 (am 14.07.), von 45,8 (am 21.07.), von 45,0 (am 01.09.), von 45,5 (am 08.09.) von 46,0 (am 15. u. a. am 22.09.), von 45,8 (am 29.09.), von 45,0 (am 06.10. u. a. am 20.10.), von 44,8 (am 27.10. u. a. am 31.10.), von 44,3 (am 03.11.), von 44,0 (am 10.11.), von 43,8 (am 17.11.), von 44,0 (am 24.11. und am 01.12.)), von 43,4 (am 08.12.), von 43,0 (am 15.12.), von 40,3 (am 29.12.19), von 39,3 (am 12.01.20), von 40,0 (am 19. und am 26.01.), von 39,5 (am 02.02.), von 38,8 (am 09.02.), von 37,8 (am 16.02.), von 37,5 (am 23.02.) von 36,1 (am 01.03.), von 35,3 (am 08.03.), von 30,3 (am 28.3.), von 30,8 (am 05.04.), von 30,5 (am 12. und 19.4.), von 28,8 (am 03.05.), von 30,0 (am 10.05.), von 31,8 (am 17.5.), von 34,0 (am 24.5.), von 34,5 (am 31.05.), von 35,5 (am 07.06.), von 36,0 (am 14.06.),  von 34,8 (am 28.06.), von 35,0 (am 21.06.)  zuletzt nun wieder auf einen Preis in Höhe von 35,5 ct/kg Milch (am 05.07. und auch am 12.07.) angestiegen ist. Für die Niederlande werden von der EU -Kommission seit Mitte März 2019 keine neueren Preise genannt. 

Zur Entwicklung der regionalen Molkerei-Auszahlungspreise

Den allgemeinen Tendenzen an den Märkten für Milchprodukte folgend leisteten die in Hessen, RLP und dem Saarland erfassenden Molkereien für  „Juni-Milch 2020", nun mit Berücksichtigung der jeweiligen VLOG-Zuschläge der Molkereien, mehrheitlich unveränderte, bis leicht schwächer tendierende Milch-Auszahlungspreise. 

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der regional erfassenden Molkereien sind der beigefügten pdf-Datei zu entnehmen.

Den gesamten Artikel und Exkurse entnehmen Sie bitte dem Dokument im Anhang

f.d.R.   Reimund Möcklinghoff; Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ref. 25

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