Aktuelles zum Milchmarkt

Milchanlieferung auf hohem Niveau stabil und nicht weiter ansteigend. In der Folge überwiegend stabile Erzeugerpreise, Produktenpreise jedoch zum Teil leicht schwächer. Laut Schnellberichterstattung der ZMB ist das Milchaufkommen in Deutschland seit Dezember 2019 saisonal bedingt ansteigend; zuletzt aber nur noch verhalten. Die aktuelle Anlieferung bewegt sich in etwa stabil auf dem Niveau der Vorwochen.

Milchpreistabelle und den Gesamtbericht als Pdf-Dokumente am Ende des Artikels 

In der 20. KW 2020 erreichte die Milchanlieferung wiederholt in etwa das Niveau der Vorwochen (nun aber - 0,2 % zur Vorwoche), aber immerhin noch 0,4 % mehr, als in der vergleichbaren Vorjahreswoche. Bezogen auf die Milchanlieferung, für den Zeitraum ab Jan. des Jahres bis einschließlich zum 17.05., verglichen mit der Anlieferung aus dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum, liegt die aktuelle Milchanlieferung unverändert deutlich (zuletzt aber nur noch um + 0,9 %) über der aus dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Markt für flüssigen Rohstoff bleibt vorerst gut versorgt. Über die weitere Entwicklung bestehen Unsicherheiten; zum einen ist es schon jetzt wieder außergewöhnlich trocken und in Folge der Verwerfungen am Milchmarkt, in Folge der Corona-Krise, können sinkende Milchpreise im weiteren Verlauf des Jahres 2020 nicht ausgeschlossen werden. Durch die Lockerung der Covid19-Restriktionen erhielt die Nachfrage nach flüssigem Rohstoff neue Impulse. Sowohl für Industrierahm wie auch für Magermilchkonzentrat entwickeln sich die Preise weiterhin fester; und auch die Spotmilchmarkt-Preise konnten sich zuletzt wieder leicht festigen. 

Zur Erzeugung von Milchprodukten

Die ZMB berichtet (am 22.05.2020), dass zuletzt (in der 20. KW 2020) von den meldenden Molkereien aus Deutschland insbesondere die Produktion von Butter (+ 2,8 %) wieder etwas merklicher ausgeweitet worden sei; die Produktion von Käse blieb weitestgehend stabil (+ 0,1 %), merklicher eingeschränkt wurde demgegenüber aber die Produktion von Magermilchpulver (- 7,00 %; jeweils im Vergleich zur Vorwoche). Es wird viel Rohstoff zur Herstellung von Frischeprodukten benötigt. 

Gute Nachfrage nach Frischprodukten

Die Nachfrage nach Frischprodukten wird weiterhin als gut beschrieben. Sie bewegt sich anhaltend auf hohem Niveau. Das Niveau der ersten Wochen, zu Beginn des „Lockdowns“, wird jedoch nicht erreicht. Von der AMI wird berichtet, dass aus dem Food-Service inzwischen wieder umfangreichere Bestellungen eingehen. Die wärmere Witterung könnte der Nachfrage nach Frischmilch-Produkten weitere Impulse verleihen. 

Sehr gute Butternachfrage

Die Börse in Kempten berichtet am 20.05.2020 von einer sehr guten Butternachfrage, sowohl für abgepackte, als auch für lose Blockbutter. Abgepackte Butter wurde dabei zuletzt unverändert notiert; lose Butter konnte dagegen im Preis im Mittel um 0,15 EUR/kg auf 2,95 EUR/kg zulegen; auch bedingt dadurch, dass die Sahnepreise zurzeit eine feste Entwicklung aufweisen. Mit der weiteren Lockerung der Covid19- Beschränkungen nimmt nun auch die Nachfrage nach Spezialabpackungen für Gastronomie und Hotels wieder zu. Zur Privaten Lagerhaltung wurden bis zum 17. Mai EU-weit 24.332 t Butter angemeldet, was 8.989 t mehr waren als in der Vorwoche. 

Belebte Käse-Nachfrage; mit uneinheitlichen Preisen

Am Schnittkäse-Markt wird von einer Belebung der Nachfrage berichtet (Kempten, 20.05.) Die Bestellungen aus dem Lebensmitteleinzelhandel sollen sich stabil auf dem Niveau der letzten Wochen bewegen; jedoch sei im Food-Service ein höherer Bedarf festzustellen. Mit der zunehmenden Öffnung von Gastronomie und Hotelgewerbe steige der Bedarf dort an; zumal dort auch keine Vorräte mehr vorhanden seien. Die normalerweise für diesem Bereich üblichen Absatzmengen werden aber weiter spürbar unterschritten. Der Export gen Südeuropa verlaufe unverändert eher schleppend; der noch fehlende Tourismus schränke die Nachfrage weiterhin ein. Demgegenüber verlaufen die Exporte in Drittländern kontinuierlich und auf stabilem Niveau. Mit dem steigenden Bedarf wird die Herstellung von Käse in Deutschland etwas ausgeweitet. In den Reifelagern befinden sich die Bestände nur auf normalem Niveau. Die Preise für Schnittkäse sind insgesamt aber sehr uneinheitlich. Die Tagespreise für Blockware tendierten in der Spitze zuletzt etwas schwächer; demgegenüber konnten sich die Brotwarenpreise geringfügig im Mittel festigen. 

Festere Preise für alle Milchpulver-Arten

Magermilchpulver wurde zuletzt anhaltend rege nachgefragt. Kaufinteresse bestehe sowohl für kurzfristige wie auch für längerfristige Termine. Von Seiten der Käufer bestehe Interesse, sich langfristig Ware auf gegenwärtigem Preisniveau zu sichern. Die Verkaufsbereitschaft der Werke sei jedoch auf diesem Niveau eher begrenzt. Bestehende Kontrakte werden kontinuierlich abgerufen. Zur Privaten Lagerhaltung wurden bis zum 17. Mai EU-weit 3.377 t Magermilchpulver angemeldet, davon 1.275 t in Deutschland und 1.825 t in Portugal. Das Kaufinteresse aus Drittländern hat zuletzt etwas nachgelassen. Die Ursachen hier könnte aus dem höheren Preisniveau und der zurzeit starken Konkurrenz durch Ware aus der USA resultieren. Die Preise, sowohl für Lebensmittel- wie auch für Futtermittelware, tendieren fester (Kempten, 20.05.20).

Der Vollmilchpulvermarkt bewegt sich unverändert stabil; aber in ruhigen Bahnen. Die festeren Preise für Fett und Eiweiß führen auch zu höheren Preisforderungen. Die höheren Preise lassen sich offensichtlich auch bedingt in Deutschland realisieren (Kempten; 20.05.; die Vollmilchpulverpreise zogen im Mittel um 10 EUR/t an). Demgegenüber ist die EU-Ware am Weltmarkt, aufgrund des Preises, nicht konkurrenzfähig.

Aufgrund der eher begrenzteren Verfügbarkeit tendieren die Molkenpulverpreise zuletzt stabil bis mitunter auch merklich fester. Lebensmittelware konnte sich zuletzt im Preis um 10 /EUR t, auf 885 EUR/t festigen (Kempten, 20.05.2020); bei der Futtermittelware war zuletzt sogar ein Preisanstieg von 45 EUR/t von der Börse in Kempten notiert worden. 

Global Dairy Trade Tender: Preise im Mittel zuletzt wieder etwas fester

Beim letzten Global Dairy Trade Tender (am 19.05.2020) stiegen die Preise im Mittel über alle Produkte und Kontrakte um 1,0 %. Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie in China hatten die Preise, seit Anfang Februar, bis in dem Mai hinein, zunächst spürbar nachgegeben. Im Mai begannen sich dann die Preise auf niedrigerem Niveau zu stabilisieren. Beim letzten Handelstermin (am 19.05.)  wurden nun wieder festere Preise insbesondere für Magermilchpulver (+ 6,7 %), Laktose (+ 15,6 %) und auch Butteröl (+ 2,7 %) ermittelt. Gleichzeitig tendierten die Preise für Vollmilchpulver (- 0,5 %), Labkasein (- 1,9 %), Cheddar (- 6,0 %) und auch Butter (- 1,9 %) zum Teil erneut / wieder merklich schwächer (Buttermilchpulver wurde nicht angeboten; Molkenpulver wurde nicht gehandelt). Mit 16.787 t war die auf der Plattform gehandelte Menge um 2,1 % umfangreicher als beim Termin am 05.05.2020. 

Kieler-Rohstoffwert: Für April 2020 merklich schwächer

Für April 2020 ermittelte das "ife-Institut, Kiel" für den "Kieler-Rohstoffwert Milch" (für Milch mit 4% Fett, ab Hof des Erzeugers, o. MwSt.) zuletzt einen merklich schwächer tendierenden Rohstoff-Wert-Milch, nun in Höhe von nur noch 27,0 ct/kg Milch (- 5,10 ct/kg M.; bzw. – 15,9 % zum März-Wert 2020, in Höhe zuvor noch 32,1 ct/kg Milch).

Der aktuelle April- Rohstoffwert-Milch liegt damit nun um – 3,60 ct/kg Milch (bzw. um – 11,8 %) unter dem ife-Rohstoffwert für April- Milch 2019. Damals wies das ife-Institut einen Rohstoffwert Milch (bei 4 % Fett) in Höhe von nur (noch) 30,6 ct/kg Milch aus. Die neuerliche Preisabsenkung des Kieler - Rohstoffwertes für den Monat April 2020 erklärt sich vor allem aus den zuletzt fortgesetzt schwächer tendierenden Preisen, vor allem für Butter.

Der Kieler-Rohstoffwert berücksichtigt nur die aktuellen Verwertungserlöse für Butter und Magermilchpulver; unberücksichtigt bleiben dabei die langfristigen Kontraktpreise. Der Rohstoffwert gibt also nicht den Auszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an; er gilt aber als wichtiger Indikator für die Milchmarkt-Preisentwicklung in Deutschland und Europa. 

EU - Spotmilchmarktpreise: Unverändert schwach

Offiziell stellte die EU-Kom. (zuletzt am 19.05.2020) fest, dass der

italienische Spotmilchmarktpreis (bei 3,6 % Fett, frei Molkerei; Quelle: Clal.it), von ehemals von 42,3 (am 13.01. und auch am  22.02.2019), von 40,0 (am 31.03.), von 38,3 (am 08.05.), von 41,0 (am 09.06.), von 45,0 (am 30.06.), von 46,3 (am 14.07.), von 45,8 (am 21.07.), von 45,0 (am 01.09.), von 45,5 (am 08.09.) von 46,0 (am 15. u. a. am 22.09.), von 45,8 (am 29.09.), von 45,0 (am 06.10. u. a. am 20.10.), von 44,8 (am 27.10. u. a. am 31.10.), von 44,3 (am 03.11.), von 44,0 (am 10.11.), von 43,8 (am 17.11.), von 44,0 (am 24.11. und am 01.12.)), von 43,4 (am 08.12.), von 43,0 (am 15.12.), von 40,3 (am 29.12.19), von 39,3 (am 12.01.20), von 40,0 (am 19. und am 26.01.), von 39,5 (am 02.02.), von 38,8 (am 09.02.), von 37,8 (am 16.02.), von 37,5 (am 23.02.) von 36,1 (am 01.03.), von 35,3 (am 08.03.), von 30,3 (am 28.3.), von 30,8 (am 05.04.), von 30,5 (am 12. und 19.4.), von 28,8 (am 03.05.), von 30,0 (am 10.05.) zuletzt auf einen Preis von nun wieder 31,8 ct/kg Milch (am 17.05.) angestiegen ist. Für die Niederlande werden von der EU -Kommission seit Mitte März 2019 keine neueren Preise genannt. 

Zur Entwicklung der regionalen Molkerei-Auszahlungspreise

Den allgemeinen Tendenzen an den Märkten für Milchprodukte folgend leisteten die in Hessen, RLP und dem Saarland erfassenden Molkereien für  „April-Milch 2020", nun mit Berücksichtigung der jeweiligen VLOG-Zuschläge der Molkereien, mehrheitlich unverändert tendierende Milch-Auszahlungspreise. 

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der regional erfassenden Molkereien sind der beigefügten pdf-Datei zu entnehmen.

Den gesamten Artikel und Exkurse entnehmen Sie bitte dem Dokument im Anhang

f.d.R.   Reimund Möcklinghoff; Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ref. 25

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