„Wie gewonnen, so zerronnen…

…so, oder so ähnlich könnte man das Wirtschaftsjahr 2020/21 für viele Sparten der Landwirtschaft treffend umschreiben. Die endgültigen Ergebnisse sind jetzt auch in der Gesamtbroschüre mit Kennzahlen dokumentiert.

Die von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz ausgewerteten Buchführungsabschlüsse des Wirtschaftsjahres 2020/2021 in gut 900 Betrieben der Landwirtschaft und des Weinbaus brachten zum Teil erstaunliche betriebswirtschaftliche Ergebnisse. 2020/21 verzeichneten Ackerbaubetriebe, außer solche mit Schwerpunkt Getreide, ein „kräftiges Minus“. Die Unternehmensergebnisse (Gewinne) in der Milchviehhaltung und in der Gruppe der Verbundbetriebe (Gemischtbetriebe) waren rückläufig. „Totalabsturz vermieden“, so das Motto für schweinehaltende Betriebe im Wirtschaftsjahr 2020/21. Nach dem „besten Jahr“ seit Einführung des EURO konnte ein „Absturz ins Bodenlose“ immerhin verhindert werden. Corona und vor allem der Wegbruch des Exportmarktes China wegen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ließen Preise und Gewinne drastisch fallen. Weinbaubetriebe konnten den Gewinneinbruch 2019/20 wieder komplett wettmachen. Nur diese Gruppe bekam ihre eingesetzten Faktoren Arbeit, Boden und Kapital entlohnt. Der 5-Jahres Durchschnitt wurde in allen Sparten außer der Veredlung immerhin überschritten.

Aktuell sieht es für Acker- und Futterbau aufgrund der Produktpreisentwicklungen wieder besser aus. Trotz deutlich gestiegener Produktionskosten (Dünger, Futter, Diesel, u.s.w.) könnten im laufenden Wirtschaftsjahr 2021/2022 bessere Ergebnisse erzielt werden. Corona und Afrikanische Schweinepest haben den Absatz nach Asien, speziell China, zum Erliegen gebracht. Die Folge: Nach Rekorderlösen 2019/20 verzeichnen Ferkelerzeuger und Schweinemäster das zweite Jahr in Folge historische Tiefstpreise für ihre Ferkel und Mastschweine. Die weinbaulich ausgerichteten Betriebe könnten ihre guten Ergebnisse aus dem Vorjahr halten. Die Prognose für 2021/22 wird spannend!  

Den ausführlichen Bericht des Wirtschaftsjahres 2020/2021, sowie die Gesamtbroschüre mit Kennzahlen finden sie am Ende des Artikels.

Günter Müller / Jan-Hendrik Müller, Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz

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