Als Tierhalter jetzt in Haltungsstufe 3 oder 4 investieren?!

Der Lebensmitteleinzelhandel ist bestrebt, einen immer größeren Teil seiner Fleisch- und Milchprodukte aus der Haltungsstufe 3 oder höher anzubieten. Lohnt sich die Umstellung für Landwirte um jeden Preis?

Immer mehr Lieferanten der beiden Molkereien, die in Rheinland-Pfalz den Großteil der Milch aufnehmen, lassen sich nach „QM++“ zertifizieren. Damit entspricht die Haltung der „Haltungsform 3 - Frischluftstall“ und für Milch sowie Schlachtkühe kann (ggf. !) ein Preiszuschlag generiert werden.

Auch im Bereich (Frisch-) Fleisch sind die Lebensmitteleinzelhändler bestrebt, ihr (Eigenmarken-) Sortiment auf absehbare Zeit komplett auf Haltungsstufe 3 oder höher umzustellen. Auf Schlachtunternehmen und Landwirte wird durch diese Ankündigungen ein gewisser Druck ausgeübt. Chancen und Risiken sind dabei für die verschiedenen Tierarten unterschiedlich zu betrachten.

Bevor Sie als Betriebsleiter/in „Geld in die Hand nehmen“, um Ihre Tierhaltung auf eine höhere Haltungsform anzupassen, sollten folgende Fragen beantwortet sein:

  1. Wie hoch wäre die Investitionssumme in meinem Betrieb und welche laufenden Mehrkosten sind zu erwarten?
  2. Über welche Vermarktungswege können die Tiere der entsprechenden Haltungsstufe abgesetzt werden? Welches Label kommt infrage?
  3. Gibt es Preiszuschläge oder Mindestpreise vom Vermarkter und wenn ja, wie hoch sind diese?
  4. Sind die Zuschläge langfristig vorgesehen, sodass eine gewisse Planungssicherheit besteht und der potenzielle Mehrerlös eine (größere) Investition rechtfertigt?
  5. Wie sieht es mit einer Abnahmegarantie aus?

Die Umstellung auf die „Haltungsform“ sollte sich im Gesamtkonzept des Betriebs wirtschaftlich darstellen lassen. 

Unser Beratungsteam Betriebswirtschaft >>> steht Ihnen hier kompetent zur Seite, um individuelle und tragfähige Kalkulationen für Ihre Betriebsentwicklung zu erstellen.

Nähere Infos zu den „Haltungsformen“ unter:www.haltungsform.de