Aktuelles zum Milchmarkt

Milchanlieferung auf Vorjahresniveau - überwiegend stabile Produktenpreise - Erzeugerpreise zumeist unverändert

Milchpreistabelle und den Gesamtbericht als Pdf-Dokumente am Ende des Artikels 

Milchanlieferung

Der saisonale Anstieg der Milchanlieferung in Deutschland setzte sich auch mit Beginn des Monates April weiter fort. Laut Schnellberichterstattung der ZMB (vom 13.04.2017) erfassten die Molkereien in der 14. KW ‘17 im Schnitt genau so viel Milch wie in der Vorwoche (+/- 0 %). Im Vergleich zum Vorjahr lagen die aktuellen Milch-Anlieferungsmengen nun aber wieder um - 3,6  % unter der entsprechenden Linie des Vorjahres. Die Märkte um den Rohstoff Milch haben sich weiter beruhigt. Nichts desto trotz zeigen sich dennoch die Preise für Industrierahm nach den Ostertagen wieder fester; Magermilchkonzentrat notiert dagegen schwach und auch am Spotmarkt für Rohmilch gaben die Preise zuletzt erneut nach. Die Notierungen aus den Niederlanden und auch aus Italien notierten zuletzt (in den NL: am 16.4., mit 31,0 ct/kg M.; und in Italien; am 16.04.2017; mit 33,8 ct/kg Milch). 

Zur Erzeugung von Milchprodukten

Die ZMB berichtet (am 13.04.), dass in der 14. KW 2017 von den meldenden Molkereien aus Deutschland insbesondere die Produktion von Käse (+ 5,8 %) weiter ausgeweitet worden sei; zurückgefahren wurde demgegenüber aber die Produktion von Magermilchpulver ( - 9,4 %) und auch von Butter (- 1,3 %). Dieser Trend spiegelt sich in etwa auch in der Entwicklung der aktuellen Produktenpreise wider; vor allem der Markt für Käse zeigt stabilere Preis-Tendenzen auf. 

Absatz von Frischprodukte verläuft im normalen Rahmen

Nach den Ostertagen verläuft die Nachfrage nach Produkten aus dem weißen Sortiment wieder in normalen Bahnen; witterungsbedingte Absatzimpulse sind durch den erneuten Kälteeinbruch noch nicht auszumachen.

Buttermarkt anhaltend fest

Die amtliche Börse in Kempten  (19.04.) berichtet von einer guten (bei loser Butter) bzw. auch von einer sehr guten Nachfrage nach geformter Butter. Für beide Arten tendieren die Preise, bei sofortiger Lieferung, auf bisherigem Niveau stabil. Speziell bei loser Ware sollen aber, einer Meldung der AMI entsprechend, zuletzt auch Abschlüsse für das zweite Halbjahr und dann auch mit gewissen Preisaufschlägen im Vergleich zur aktuellen Notierung, bei prompter Lieferung, zu Stande gekommen sein. Auffällig bleibt aktuell insbesondere aber auch die vergleichsweise große Preisdifferenz zwischen geformter (im Durchschnitt 3,98 EUR/kg) und loser Ware (im Durchschnitt 4,43 EUR/kg), bei jeweils prompter Lieferung. Nach den Feiertagen sollen sich auch die  Preise für Industrierahm, nach einer vorhergehenden Preisschwäche, wieder befestigt haben. Positiv zu werten ist auch, dass die Butter-Bestände aus der Privaten Lagerhaltung 2016 in Deutschland inzwischen weitestgehend abgebaut sind. Laut einer Meldung der BLE waren bis zum 16.04.2017 nur  noch 66 t unter Vertrag - nachdem in der Vorwoche immerhin 158 t abgemeldet wurden. 

Käsemarkt: Niedrige Bestände; festere Preistendenzen  

Um die Osterfeiertage war der Schnittkäsemarkt von einer sehr guten Nachfrage gekennzeichnet. So sollen laut einer Meldung der AMI in der Karwoche umfangreiche Mengen vom Lebensmitteleinzelhandel geordert und auch ausgeliefert worden sein. Die Bestände in den Reifelagern seien weiter geschrumpft; sie liegen damit unverändert auf einem eher niedrigen Niveau. Für die kommenden Wochen wird eine saisonal ansteigende Nachfrage nach Mozzarella und ähnlichen Produkten erwartet; das dürfte sich auch dämpfend auf die Schnittkäseproduktion auswirken. Das Käse-Exportgeschäft nach Drittländern wird weiterhin als sehr gut beschrieben; speziell aus den südeuropäischen Ländern nimmt das Kaufinteresse saisonal zu. An den Börsen in Kempten und Hannover (jeweils 19.04.) tendierten die Preise für Gouda und Edamer, aber auch für Emmentaler, VHK und Limburger, bei guter bis zum Teil auch sehr guter Nachfrage, auf dem Niveau der Vorwochen. Die Börsen beschreiben aber durchaus festere Preistendenzen. Für den kommenden Monat Mai werden dem Vernehmen nach aber auch schon höhere Preise eingefordert; die Forderungen sollen zum Teil auch schon realisiert worden sein. 

Ruhige Pulvermärkte

Die Lage an den Pulvermärkten wird aktuell als ruhig beschrieben; es sind insgesamt nur geringe Aktivitäten vorhanden. Die aktuellen Preise (Börse Kempten; 19.04.) bewegen sich daher fortgesetzt stabil, auf den vor ein paar Wochen abgesenktem Preisniveau. Die Werke sollen vor allem bestehende Kontrakte abwickeln. Hier und da sollen (lt. AMI) vor allem aber auch bei Magermichpulver neue Abschlüsse zu Stande gekommen sein. Die Käufer scheinen sich zum Teil aber auch schon längerfristig mit Ware eingedeckt zu haben, so dass jetzt zum Teil nur noch spätere Termine nachgefragt werden. Möglichkeiten, neue Exportgeschäfte mit MMP  abschließen zu können, bestehen nur bedingt; die Konkurrenz auf dem Weltmarkt ist zu groß. Dem Vernehmen nach wird daher weiter vorrangig für die Intervention von MMP produziert. Allein in der 15. KW (bis zum 16.04.2017) wurden EU-weit weitere 1.468 t Magermilchpulver in die Intervention geliefert. Das Volumen setzte sich dabei zusammen mit Ware aus Deutschland (576 t), Litauen (540 t) und den Niederlanden (352 t). Damit ist nun erstmals (in 2017) auch Ware aus den Niederlanden mit in die Intervention geliefert worden. Allein, bezogen auf das Jahr 2017, wurden EU-weit schon 2.669 t Magermilchpulver, davon 1.019 t aus Litauen, 826 t aus Deutschland, 472 t aus Polen und 352 t aus den Niederlanden, in die Intervention geliefert.

Die Nachfrage nach Vollmilchpulver, bei kurzfristiger Lieferung, gestaltet offensichtlich etwas lebhafter (im Vgl. zum MMP-Markt). Vorrangig soll hier aber auch nur aus dem Binnenmarkt nachgefragt worden sein; dennoch, im gewissen Rahmen, bestehen aber auch Vollmilchpulver-Export-Möglichkeiten.

Für Molkenpulver, in Futter- wie auch in Lebensmittelqualität, werden, bei ruhiger Marktlage, ebenfalls unveränderte Preise erzielt. 

Zur Entwicklung der regionalen Molkerei-Auszahlungspreise

Den allgemeinen Tendenzen an den Märkten für Milchprodukte folgend leisteten die in Hessen, RLP und dem Saarland erfassenden Molkereien für "März-Milch 2017" mehrheitlich eher unverändert tendierende Milch-Auszahlungspreise.

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der regional erfassenden Molkereien sind der beigefügten pdf-Datei zu entnehmen.

Den gesamten Artikel und Exkurse entnehmen Sie bitte dem Dokument im Anhang

f.d.R.    .   Reimund Möcklinghoff; Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ref. 25

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