Aktuelles zum Milchmarkt

Milchanlieferung noch unter Vorjahresniveau; überwiegend stabile bis fester tendierende Produktenpreise; Erzeugerpreise zumeist leicht fester

Milchpreistabelle und den Gesamtbericht als Pdf-Dokumente am Ende des Artikels 

Milchanlieferung zuletzt über den Erwartungen

Der saisonale Anstieg der Milchanlieferung in Deutschland setzte sich ungewöhnlich, wenn auch mit kleineren Unterbrechungen, bis in den Juni hinein fort. Die Anlieferungsspitze scheint nun aber erreicht zu sein. Laut Schnellberichterstattung der ZMB (vom 16.06.17) erfassten die Molkereien in der 23. KW ‘17 im Schnitt zuletzt wieder etwas mehr Milch (+ 0,3 %) als in der Woche zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr lagen die aktuellen Anlieferungen dennoch weiter (um - 1,3 %) unter dem Niveau von 2016; und beim Vergleich zum Vorjahreszeitraum liegt die aktuelle Milch-Anlieferungsmenge ebenso (um  - 3,6  %) unter der Menge des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Die aktuell vorherrschenden hochsommerlichen Temperaturen dürften sich nun aber fortgesetzt dämpfend auf die aktuellen Milchanlieferungen auswirken. 

Gute Nachfrage im weißen Sortiment

Bei hochsommerlichen Temperaturen haben die Produkte des weißen Sortiments Hochkonjunktur; die Sahnenachfrage wird zudem durch die noch immer im Gang befindliche Erdbeerernte stimuliert. Die Nachfrage nach Industrierahm übersteigt fortgesetzt das verfügbare Angebot; die Preise konnten sich zuletzt weiter festigen; und, bei ausreichender Verfügbarkeit, wird auch Magermilchkonzentrat zu stabilen Preisen gehandelt. 

Zur Erzeugung von Milchprodukten

Die ZMB berichtet (am 16.06.), dass in der 23. KW 2017 von den meldenden Molkereien aus Deutschland insbesondere die Produktion von Magermilchpulver (+ 3,7 %), von Käse (+ 3,9 %) und auch von Butter (+1,2 %) weiter ausgeweitet worden sei. Dieser Trend spiegelt sich in etwa auch in der Entwicklung der aktuellen Produktenpreise wider. 

Buttermarkt fortgesetzt fester

Am Buttermarkt setzen sich die anziehenden Preistendenzen weiter fort. In der dritten Juniwoche konnten sich die Preise für Industrierahm und Blockbutter erneut kräftig befestigen. Die bisherige historische Höchstmarke konnten dabei deutlich überschritten werden. An der Börse in Kempten wurden am 21.06.2016 die Notierungen für Blockbutter um ca. 0,30 EUR/kg auf nun 5,80 bis 6,20 EUR/kg angehoben; die 6 EURO-Marke ist damit im Mittel erstmalig wieder erreicht. Das Blockbutter-Angebot bleibt weiterhin gering; gleichzeitig besteht eine rege Nachfrage. Aufgrund der zurzeit eher niedrigeren Inhaltsstoffe in der Anlieferungsmilch geht die Verfügbarkeit von Milchfett insgesamt zurück; zugleich besteht ein erhöhter Bedarf für die Herstellung von Frischprodukten und Käse; und  die Käufer/Verarbeiter streben nach Versorgungssicherheit und versuchen, ihren Bedarf an Blockbutter auch für die nächste Zeit abzudecken.

Am Markt für abgepackte Butter wird dagegen laut AMI derzeit über ruhigere Bestellungen aus dem Bereich des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) berichtet. Die Verbraucher scheinen auf die höheren Verbraucherpreise, die seit Anfang Juni zum Tragen kommen, mit einer gewissen Kaufzurückhaltung zu reagieren. Für den kommenden Monat zeichnet sich aber eine weitere Preisbefestigung für abgepackte Butter ab. Zuletzt sind die Erlöse für abgepackte Butter, mit nur 5,10 EUR/kg im Durchschnitt (Börse Kempten, 21.06.), im Vergleich zu denen für Blockbutter, zu unbefriedigend für die Hersteller. 

Unverändert fester Käsemarkt

Der Schnittkäsemarkt ist unverändert von sehr festen Tendenzen geprägt. Von den Börsen in Hannover und Kempten (21.06.) wird die Nachfrage als fortgesetzt lebhaft, bzw. gut bis sehr gut beschrieben; zugleich bleibt das Angebot begrenzt. Zum einen ist die Erzeugung durch die vorhandenen Kapazitäten und zum anderen aber auch durch die nicht zu umfangreich zur Verfügung stehende  Rohstoffmenge begrenzt. Auch die Bestände in den Reifelagern sollen sich nach Angaben der AMI weiterhin auf einem für die Jahreszeit eher niedrigen Niveau befinden. Die Käsereien sollen desweiteren auch schon zum Teil längerfristig ausverkauft sein. Zusätzliche Nachfragen könnten von daher eher nicht befriedigt werden. Im Vergleich zu den Vormonaten konnten sich die Schnittkäse-Preise im Juni weiter festigen; dem Vernehmen nach sollen auch schon für Lieferungen ab Juli weitere Preiserhöhungen gefordert und auch umgesetzt worden sein. 

Milchpulver ruhig nachgefragt

Die Nachfrage am Magermilchpulvermarkt ist unverändert ruhig; es werden kaum Geschäfte getätigt. Insbesondere trifft dies auch für den Export zu, denn am Weltmarkt gestalten sich die Geschäfte, bei den aktuellen Preisen und dem vergleichsweise starken Eurokurs, schwieriger. Hinzu kommt, dass die USA selbst zu sehr konkurrenzfähigen Preisen am Markt aktiv ist. Die Beruhigungen am Markt werden zum Teil auch auf den bis zum 24.06. noch andauernden Ramadan zurückgeführt. Dennoch: Von Seiten der Werke scheint überwiegend kein Verkaufsdruck zu bestehen; nur vereinzelt soll es zu günstigen Offerten am Markt kommen, so berichtet die AMI. Vorrangig werden bestehende Kontrakte abgewickelt und es werden Gespräche über Lieferungen ab dem dritten Quartal geführt; zum Teil sollen auch schon neue Kontrakte zu Stande gekommen sein. Die aktuellen Preise für Lebensmittelware bewegen sich, mit durchschnittlich 2.025 EUR/t, auf dem Niveau der Vorwoche. Auch MMP in FMQ tendiert im Preis unverändert (Börse Kempten, 21.06.17).

Der Vollmilchpulvermarkt wird ebenfalls als ruhig beschrieben. EU-Ware ist am Weltmarkt kaum konkurrenzfähig; wenn Abschlüsse zu Stande kommen, dann in erster Linie nur auf Ebene des EU-Binnenmarktes. Angesichts der steigenden Preise am Milchfettmarkt werden von den Verkäufern höhere Preise eingefordert. Die Preise für VMP zogen zuletzt, im Mittel um 50 EUR/t im Vergleich zur Vorwoche, leicht an. Molkenpulver in Lebensmittelqualität (LMQ) wird ruhig; überwiegend auf dem Preisniveau der Vorwochen gehandelt; die Preise für Ware in FMQ haben zuletzt aber weiter nachgegeben (Börse Kempten, 21.06.2017). 

Global Dairy Trade Tender: Nach sechs anziehenden Terminen in Folge zuletzt  wieder leicht schwächere; aber auch uneinheitliche Preise

Beim Global Dairy Trade Tender am 20.06.2017 wurde im Schnitt über alle Produkte und Zeiträume zuletzt ein leichter Preisabfall ermittelt (im Mittel mit - 0,8 %). Die Preisentwicklungen bei den einzelnen Produkten waren aber sehr unterschiedlich und teilweise auch gegenläufig. Bei Vollmilchpulver, dem auf der Plattform in den umfangreichsten Mengen gehandelten Produkt, sanken die Preise im Schnitt um - 3,3 %, vor allem mussten aber Laktose (- 11,1%), Kasein (- 8,0%) und auch Käse (-3,8%) deutlichere Preisrücknahmen hinnehmen. Dagegen gab’s Preisverbesserungen bei Butteröl (+ 4,4%),  bei Butter (+ 2,9%) und auch bei Magermilch-Pulver (+ 1,4%).

Die gehandelten Mengen (21.214 t) waren, im Vergleich zum vorher gehenden Termin (am 06. Juni), mit 22.004 t, zuletzt wieder etwas rückläufig. 

EU - Spotmilchmarktpreise; zuletzt wiederholt ansteigend und fest

Lange dümpelten die EU-Spotmilchmarktpreise auf schwachem, zum Teil auch auf extrem schwachem Preisniveau vor sich hin. Dann ging es, ab ca. Juni 2016 bis zuletzt in den November 2016 hinein kontinuierlich bergauf mit den Spotmilchmarkt-Preisen. Zumindest wurden im Herbst 2016, bis in den November hinein, mehrfach sogar absolute Spitzennotierungen erzielt. Ab Dez. 2016 setzte dann eine Trendwende mit zunehmend schwächer tendierenden Spotmilchmarkt-Preisen ein, die sich zuletzt bis ca. Ende April 2017  fortsetzte. Seit Mai 2017 geht es nun offensichtlich wieder kontinuierlich bergauf mit den Spotmilchmarktpreisen. Offiziell stellte die EU-Kom. (zuletzt am 12.06.2017) fest, dass der niederländische Spotmilchpreis (EU PRI.EU.Spot; Quelle: BoerenBusiness.nl; nach DCA-Markt-Info; bei 4,4 % Fett, frei Rampe Molkerei), nach einem Preis in Höhe von 13,0 ct/kg Milch (am 27.12.15), von 17,0 (u. a. am 24.4.), von 19,5 (am 22.05.), von 28,5 (u. a. am 15.08.), von 37,5 (am 11.09.), von 40,0 (am 02.10.), von 42,0 (u.a. am 23.10.), von 41,5 (am 06.11.), von  42,0 (am 13.11.), von 41,00 (am 21.11.), von 35,0 (am 11.12.), von 33,0 (am 08.01.2017), von 30,5 (am 29.01.), von 34,0 (am 26.02.), von 33,0 (am 05.03.), von 31,0 (u.a. am 30.04.), von 32,0 (am 07.05.), von 36,0 (am 21.05.), von 38,5 (am 28.05.), von 37,0 (am 11.06.) nun wieder auf einen Wert in Höhe von 38,0 ct/kg (am 18.06.) angestiegen ist.   

Zeitgleich wurde für den italienischen Spotmilchmarktpreis (bei 3,6 % Fett, frei Molkerei; Quelle: Clal.it), eine Preisbewegung, von ehemals 32,0 ct/kg (am 27.12.15),  von 30,8 (am 31.01.16), von 24,3 (am 27.03.), von 22,0 (am 01.05.), von 26,0 (am 05.06.), von 30,50 (am 03.07.), von 34,00 (am 31.07.), von 35,00 (am u. a. am 18.09.), von 39,0 (am 02.10.), von 40,5 (am 16.10.), von 42,3 (u.a. am 06.11.), von 43,8 (am 04.12.), von 39,8 (am 01.01.), von 37,8 (am 15.01.), von 38,3 (u.a. am 19.02.), von 37,5 (am 12.03.), von 35,5 (am 26.03.), von 33,8 (u. a. am 30.04.), von 35,8 (am 21.05.), von 37,5 (am 28.05.) zuletzt wieder, über 40,5 (am 04.06.) ein stabiler Preis in Höhe von jetzt  41,3 ct/kg Milch (am 11. und auch 18.06.17) genannt. 

Kieler-Rohstoffwert Milch: Mit 33,2 ct/kg Milch (für Mai 2017), nach schwachen 29,8 ct/kg Milch (für April 2017), zuletzt deutlich im Plus

Für Mai 2017 ermittelte das "ife-Institut, Kiel" für den "Kieler-Rohstoffwert Milch" (für Milch mit 4% Fett, ab Hof des Erzeugers, o. MwSt.) einen Wert in Höhe von jetzt wieder 33,2 ct/kg Milch (+ 3,4 ct/kg; bzw. + 11,4 % zum April-Wert, in Höhe von 29,8 ct/kg Milch). Der aktuelle Mai-Rohstoffwert Milch liegt damit nun wieder um + 12,9 ct/kg Milch (bzw. um + 63,5 %) über dem ife-Rohstoffwert für Mai-Milch 2016. Damals wies das ife-Institut noch einen Rohstoffwert Milch (bei 4 % Fett) in Höhe von (nur) 20,3 ct/kg Milch aus. Der Anstieg des Kieler Wertes für den Monat Mai ist durch eine deutliche Erhöhung der mittleren Preise für Butter und eine etwas geringere Erhöhung bei Magermilchpulver zu erklären. Die Butterpreise erhöhten sich im Mittel um + 11,8 %,  auf nun 469,0 EUR/100 kg; und die mittleren Preise für Magermilchpulver stiegen zuletzt um + 6,9 %; auf nun 180,9 EUR/100 kg ab. Der Kieler Rohstoffwert berücksichtigt nur die aktuellen Verwertungserlöse für Butter und Magermilchpulver; unberücksichtigt bleiben dabei die langfristigen Kontraktpreise.

Zur Entwicklung der regionalen Molkerei-Auszahlungspreise

Den allgemeinen Tendenzen an den Märkten für Milchprodukte folgend leisteten die in Hessen, RLP und dem Saarland erfassenden Molkereien für "Mai-Milch 2017" mehrheitlich leicht fester tendierende Milch-Auszahlungspreise. Lediglich ArlaFoods nahm auch den Mai-Milch-Grundpreis um ca. - 1,02 ct/kg Milch im Vergleich zum Vormonat zurück.

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der regional erfassenden Molkereien sind der beigefügten pdf-Datei zu entnehmen.

Den gesamten Artikel und Exkurse entnehmen Sie bitte dem Dokument im Anhang

f.d.R.   Reimund Möcklinghoff; Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ref. 25

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