Aktuelles zum Milchmarkt

Milchanlieferung anhaltend unter den Erwartungen; überwiegend stabile bis fester tendierende Produktenpreise; insgesamt leicht festere Erzeugerpreise

Milchpreistabelle und den Gesamtbericht als Pdf-Dokumente am Ende des Artikels 

Milchanlieferung

Die Milchanlieferung in Deutschland hat sich seit Anfang Juli, mit durchschnittlich rd. 600.000 t/Woche, in etwa stabilisiert; das vergleichbare Vorjahresniveau blieb fortgesetzt um 2,6 % unterschritten. Laut Schnellberichterstattung der ZMB (vom 21.07.17) erfassten die Molkereien in der 28. KW ‘17 zuletzt wieder - 1,1 % weniger Milch, als in den beiden vorher gehenden Wochen;  und im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lag die aktuelle Milch-Anlieferungsmenge weiter um 3,3  % unter der Menge des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Die aktuell vorherrschenden hochsommerlichen Temperaturen dürften sich fortgesetzt dämpfend auf die aktuellen Milchanlieferungen auswirken. Am Markt für flüssigen Rohstoff ist unverändert eine stabile Situation zu beobachten; die Spotmilchmarkt-Preise halten sich in etwa auf dem zuvor erreichten vergleichsweise hohen Preis-Niveau. Das Kaufinteresse für Industrierahm hat zuletzt etwas zugenommen; die Preise sind leicht gestiegen und auch  Magermilchkonzentrat tendiert im Preis leicht fester. 

Weißes Sortiment; Frischprodukte rege geordert

Trotz der laufenden Sommerferien verläuft die Nachfrage nach Produkten des weißen Sortiments entsprechend rege; die hochsommerlichen Temperaturen sorgen für zusätzliche Impulse. 

Zur Erzeugung von Milchprodukten

Die ZMB berichtet (am 28.07.), dass in der 28. KW 2017 von den meldenden Molkereien aus Deutschland insbesondere die Produktion von Magermilchpulver (+ 5,6 %) und auch Käse (+ 2,3 %) wieder ausgeweitet worden sei. Demgegenüber wurde die zuvor sehr stakt ausgeweitete Butter-Produktion zuletzt wieder um 17,4 % zurückgefahren.

Stabile Butterpreise

Urlaubsbedingt, gegebenenfalls aber auch aufgrund der aktuell vergleichsweise hohen Abverkaufspreise im LEH, verläuft der Absatz von abgepackter Butter etwas ruhiger; dennoch behaupten sich die Butter-Herstellerpreise auf dem hohen Preisniveau der Vorwochen. Die Börse in Kempten stellte zuletzt (am 19.07.)  einen unveränderten Durchschnittspreis für geformte Butter in Höhe von 6,09 EUR/kg und einem für lose Butter in Höhe von 6,20 EUR/kg fest. Ergänzend wird über eine sehr lebhafte Nachfrage nach Mischstreichfetten berichtet. Der Markt geht aktuell davon aus, dass für das vierte Quartal 2017 noch erheblicher Deckungsbedarf an / nach Blockbutter besteht. Von der AMI wird berichtet, dass erfahrungsgemäß die Blockbutter-Nachfrage sich mit dem Ende der Sommerferien beleben wird. Im Übrigen haben sich die Exportmöglichkeiten von Blockbutter in Drittländern zuletzt eher verschlechtert; hohe Inlands-Preise, in Verbindung mit einem starken Eurokurs, gestaltet sich schwierig auf den Abschluss von Neugeschäften. 

Anhaltend fester Schnittkäsemarkt

Der Käsemarkt wird aktuell als anhaltend stabil bis fest beschrieben; die Rohstoffverfügbarkeit der Werke bleibt weiter hinter den Erwartungen zurück und  die Beststände in den Reifelagern verharren unverändert auf niedrigem Niveau. Bei insgesamt guter bis zum Teil auch sehr guter Nachfrage aus dem In- und Ausland konnten sich die Preise für Schnittkäse (Börse Hannover; 19.07.17) zuletzt weiter festigen; und auch die Kemptener-Käsenotierung (für Edamer und VHK, aber auch für Limburger-Käse im Kleinformat) notierte zuletzt (am 19.07.) unverändert im Preis. Die Käse-Exporte nach Drittländern verlaufen weiterhin kontinuierlich.

Von der AMI wird berichtet, dass für Kontraktware, für Lieferungen ab August,  zuletzt zum Teil auch schon höhere Preisforderungen durchgesetzt werden konnten. 

Uneinheitlicher, zumeist aber eher schwächerer Milch- und Molkenpulvermarkt

Am Magermilchpulver-Markt bleibt die Lage weiterhin ruhig. Nur im begrenzten Umfange kommen, wenn überhaupt, Abschlüsse zu Stande. Käufer wie Verkäufer agieren anhaltend zurückhaltend; kaum einer wagt Prognosen zur zukünftigen Marktentwicklung; noch lagern riesige Mengen an MMP in der EU-Intervention.

Bei Anfragen für spätere Lieferungen werden von daher vergleichsweise niedrige Preise geboten. Für längerfristige Abschlüsse, zu niedrigen Konditionen, sind die Werke jedoch (noch) nicht zu haben. Noch weiß keiner, wie sich die  Angebotssituation in Deutschland / Europa weiter entwickeln wird; welche Milchmengen von den Erzeuger tatsächlich noch angeliefert werden. Auch vom Weltmarkt kommen aktuell wenig marktfördernde Impulse. Zuletzt hat sich der Dollarkurs weiter zu Ungunsten der EU-Exporteure entwickelt. Die Preise für Magermilchpulver in Lebensmittel- und in Futtermittelqualität (Börse Kempten, 19.07.) bewegen sich fortgesetzt auf schwächerem Niveau und haben zuletzt sogar nochmals leicht nachgegeben.

Der Vollmilchpulver-Markt wird aktuell als ruhig beschrieben. Für Exporte gehen hier und da Anfragen ein; die Gebote sollen jedoch preislich wenig attraktiv sein. Zuletzt notierte die Börse in Kempten einen durchschnittlichen Preisrückgang für Vollmilchpulver um 25 EUR/t im Vergleich zur Vorwoche.  Aufgrund der ansonsten hohen Fettverwertung wird Vollmilchpulver zurzeit überwiegend nur auftragsbezogen produziert.

Am Molkenpulver-Markt ist aktuell, bei etwas schwächeren Erlösen für Molkenderivate, ein ausreichendes Angebot zu beobachten. Die Preise für Lebensmittel- und auch Futtermittelware haben in den vergangenen Tagen (bzw. auch Wochen) weiter nachgegeben. 

Global Dairy Trade Tender: Nach zwei vorhergehenden leicht schwächeren Terminen zuletzt wieder leicht im Plus

Beim letzten Global Dairy Trade Tender (am 18.07.2017) wurde, im Schnitt über alle Produkte und Zeiträume, zuletzt wieder ein leichter Preisanstieg ermittelt (im Mittel mit + 0,2 %). Die Preisentwicklungen bei den einzelnen Produkten waren aber sehr unterschiedlich und teilweise auch gegenläufig. Bei Vollmilchpulver, dem auf der Plattform in den umfangreichsten Mengen gehandelten Produkt, konnten sich die Preise im Schnitt wieder um + 0,3 % im Vergleich zum Vortermin leicht festigen; deutlichere Preisrücknahmen gab’s hingegen bei Magermilchpulver (- 3,2 %), bei Laktose (- 1,8 %) und geringere Preisrückgänge auch bei Butteröl (- 0,2 %). Dagegen gab’s Preisverbesserungen vor allem bei Butter (+ 3,4 %), bei Casein (+ 2,4 %) und auch bei Käse (+ 1,6 %). Die gehandelten Mengen (26.688 t) waren zuletzt, im Vergleich zum vorher gehenden Termin (am 04. Juni; mit 28.574 t), wieder leicht rückläufig (um ca. 2.000 t). 

EU - Spotmilchmarktpreise; wiederholt fest; auf vergleichsweise hohem Niveau

Lange dümpelten die EU-Spotmilchmarktpreise auf schwachem, zum Teil auch auf extrem schwachem Preisniveau vor sich hin. Dann ging es, ab ca. Juni 2016 bis in den November 2016 hinein, kontinuierlich bergauf mit den Spotmilchmarkt-Preisen. Zumindest wurden im Herbst 2016 (bis in den November 2016) hinein, mehrfach sogar absolute Spitzennotierungen erzielt. Ab Dez. 2016 setzte dann eine Trendwende mit zunehmend schwächer tendierenden Spotmilchmarkt-Preisen ein, die sich bis ca. Ende April 2017 fortsetzte. Seit Mai 2017 geht es nun offensichtlich wieder kontinuierlich bergauf mit den Spotmilchmarktpreisen. Offiziell stellte die EU-Kom. (zuletzt am 17.07.2017) fest, dass der niederländische Spotmilchpreis (EU PRI.EU.Spot; Quelle: BoerenBusiness.nl; nach DCA-Markt-Info; bei 4,4 % Fett, frei Rampe Molkerei), nach einem Preis in Höhe von 13,0 ct/kg Milch (am 27.12.15), von 17,0 (u. a. am 24.4.16), von 19,5 (am 22.05.), von 28,5 (u. a. am 15.08.), von 37,5 (am 11.09.), von 40,0 (am 02.10.), von 42,0 (u.a. am 23.10.), von 41,5 (am 06.11.), von  42,0 (am 13.11.), von 41,00 (am 21.11.), von 35,0 (am 11.12.16), von 33,0 (am 08.01.17), von 30,5 (am 29.01.), von 34,0 (am 26.02.), von 33,0 (am 05.03.), von 31,0 (u.a. am 30.04.), von 32,0 (am 07.05.), von 36,0 (am 21.05.), von 38,5 (am 28.05.), von 37,0 (am 11.06.), von 38,0 (am 18.06.), über 40,0 (am 25.06.) und 39,0 (am 09.07.) nun wieder auf einen Wert in Höhe von 38,0 ct/kg Milch (am 16.07.) leicht abgefallen ist.   

Zeitgleich wurde für den italienischen Spotmilchmarktpreis (bei 3,6 % Fett, frei Molkerei; Quelle: Clal.it), eine Preisbewegung, von ehemals 32,0 ct/kg (am 27.12.15),  von 30,8 (am 31.01.16), von 24,3 (am 27.03.), von 22,0 (am 01.05.), von 26,0 (am 05.06.), von 30,50 (am 03.07.), von 34,00 (am 31.07.), von 35,00 (am u. a. am 18.09.), von 39,0 (am 02.10.), von 40,5 (am 16.10.), von 42,3 (u.a. am 06.11.), von 43,8 (am 04.12.), von 39,8 (am 01.01.), von 37,8 (am 15.01.), von 38,3 (u.a. am 19.02.), von 37,5 (am 12.03.), von 35,5 (am 26.03.), von 33,8 (u. a. am 30.04.), von 35,8 (am 21.05.), von 37,5 (am 28.05.), von 40,5 (am 04.06.), von 42,0 (am 25.06.), von 43,3 (am 09.07.) zuletzt (am 16.07.) ein stabiler Preis in Höhe von unverändert  43,3 ct/kg Milch genannt. 

Kieler-Rohstoffwert Milch: Mit 38,3 ct/kg Milch (für Juni 2017), nach zuvor schon festen 33,2 ct/kg Milch (für Mai 2017), erneut deutlich im Plus

Für Juni 2017 ermittelte das "ife-Institut, Kiel" für den "Kieler-Rohstoffwert Milch" (für Milch mit 4% Fett, ab Hof des Erzeugers, o. MwSt.) einen Wert in Höhe von schon lange nicht mehr erreichten 38,3 ct/kg Milch (+ 5,1 ct/kg; bzw. + 15,4 % zum Mai-Wert, in Höhe von 33,2 ct/kg Milch). Der aktuelle Juni-Rohstoffwert Milch liegt damit nun um + 16,2 ct/kg Milch (bzw. um + 73,3 %) über dem ife-Rohstoffwert für Juni-Milch 2016. Damals wies das ife-Institut noch einen Rohstoffwert Milch (bei 4 % Fett) in Höhe von (nur) 22,1 ct/kg Milch aus. Der Anstieg des Kieler Wertes für den Monat Juni ist durch eine deutliche Erhöhung der mittleren Preise für Butter und eine etwas geringere Erhöhung bei Magermilchpulver zu erklären. Die Butterpreise erhöhten sich im Mittel um + 16,9 %,  auf nun 548,1 EUR/100 kg; und die mittleren Preise für Magermilchpulver stiegen zuletzt um + 7,2 %; auf nun 194,0 EUR/100 kg ab. Der Kieler Rohstoffwert berücksichtigt nur die aktuellen Verwertungserlöse für Butter und Magermilchpulver; unberücksichtigt bleiben dabei die langfristigen Kontraktpreise. 

Zur Entwicklung der regionalen Molkerei-Auszahlungspreise

Den allgemeinen Tendenzen an den Märkten für Milchprodukte folgend leisteten die in Hessen, RLP und dem Saarland erfassenden Molkereien für "Juni-Milch 2017" mehrheitlich unveränderte bis leicht fester tendierende Milch-Auszahlungspreise. 

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der regional erfassenden Molkereien sind der beigefügten pdf-Datei zu entnehmen.

Den gesamten Artikel und Exkurse entnehmen Sie bitte dem Dokument im Anhang

f.d.R.   Reimund Möcklinghoff; Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ref. 25

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