Aktuelles zum Milchmarkt

Milchanlieferung deutlicher über Vorjahresniveau; der saisonale Rückgang zeigt sich abgebremst; überwiegend stabile Produktenpreise - und insgesamt fester tendierende Erzeugerpreise

Milchpreistabelle und den Gesamtbericht als Pdf-Dokumente am Ende des Artikels 

Milchanlieferung

Seit der 22. KW nimmt die Milchanlieferung in Deutschland saisonal bedingt und fast durchgehend kontinuierlich ab. Das vergleichbare Vorjahresniveau zur 36. KW 2016 wurde zuletzt aber schon wieder um 2,2  %, überschritten. Laut Schnellberichterstattung der ZMB (vom 15.09.2017) erfassten die Molkereien in der 36. KW ‘17 erneut + 0,3 % mehr Milch, als in der Woche zuvor; und der Rückstand zur Milchanlieferung im Vorjahreszeitraum (von Jan. bis einschließlich der laufenden Woche) reduzierte sich weiter,  auf jetzt nur noch - 2,7 % zur vergleichbaren Vorjahresmenge. Im Jahr 2016 reagierten die Milchviehbetriebe (ab ca. der 33. KW 2016) vermehrt auf die deutlich gesunkenen Milchpreise. Damals ging die Produktion dem entsprechend (ab August 2016) deutlicher zurück. Im Vormonat (in der 33. KW, im August 2017) lag die aktuelle Milch-Anlieferungsmenge noch fortgesetzt um 3,1  % unter der Menge des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Die vergleichbare Vorjahreslinie in der täglichen, bzw. in der wöchentlichen Milchanlieferung, ist nunmehr, seit der 33. KW 2017, schon  mehrmals überschritten. Die Mehrheit der Milcherzeuger scheint aktuell bemüht, die vergleichsweise attraktiven Erzeugerpreise auch einzelbetrieblich für sich nutzen zu können; die Zuchtrinderpreise steigen, es werden aktuell weniger Kühe geschlachtet. 

Frischprodukte kontinuierlich nachgefragt

Nach dem Ende der Sommerferien in allen Bundesländern werden die Frischprodukte kontinuierlich und in dem für die Jahreszeit üblichen Umfange nachgefragt. Demgegenüber entwickeln sich die Märkte für den flüssigen Rohstoff auseinander. Bei reger Nachfrage (und begrenzter Verfügbarkeit) tendieren die Preise für Industrierahm weiterhin fester. Magermilchkonzentrat steht dagegen, bei ausreichender Verfügbarkeit, eher unter Preisdruck und die Spotmilchmarkt-Preise halten sich in etwa auf dem zuvor erreichten, absolut hohen Preis-Niveau. 

Zur Erzeugung von Milchprodukten

Die ZMB berichtet (am 15.09.17), dass in der 36. KW 2017 von den meldenden Molkereien aus Deutschland insbesondere die Produktion von Butter (+ 12,6 %), aber auch von Magermilchpulver (+ 40,0 %), wieder merklicher ausgeweitet worden sei; demgegenüber verzeichnete die Käseproduktion nur moderatere Steigerungsraten ( - 3,1 %). 

Stabile Butterpreise

In der ersten Septemberwoche sind lt. AMI die Bestellungen für abgepackte Butter etwas zurückgegangen; eine Normalisierung des Absatzes sei aber zu erwarten. Von der Butter-Börse in Kempten wird am 13.09.17 von einer etwas verbesserten Nachfrage nach abgepackter Butter berichtet; die Preise tendieren stabil, auf dem zuvor erreichten hohem Preis-Niveau. Der Blockbuttermarkt wird weiter abwartend beschrieben; nur im gewissen Umfange sollen Abschlüsse zu stabilen Preisen getätigt worden sein. Insbesondere für längerfristige Abschlüsse im neuen Jahr sollen die Akteure vorsichtig und zurückhaltend agieren; die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern gehen hier weit auseinander. Die Preise für Industrierahm sind in der 37. KW wieder etwas angestiegen. Das Butter-Exportgeschäft nach Drittländern verläuft aktuell vergleichsweise ruhig; zum einen ist das Preisgefüge am Weltmarkt derzeit vergleichsweise uneinheitlich  und auch der starke Euro ist zurzeit nicht exportförderlich; die aktuellen Forderungen lassen sich am Weltmarkt nur schwer umsetzen. 

Ausgeglichener Schnittkäsemarkt

Der Schnittkäse-Markt präsentiert sich weiterhin ausgeglichen und stabil. Die verfügbaren Mengen sollen dem aktuellen Bedarf entsprechen; zusätzliche Nachfrage können nur bedingt befriedigt werden. Mit dem Ferienende zeigt sich die Inlandsnachfrage belebter, dafür werden die Exporte nach Südeuropa saisonal bedingt ruhiger. Bei starkem Euro verläuft das Drittlandsgeschäft verläuft anhaltend ruhiger als im ersten Halbjahr 2017. Die Preise für Schnittkäse haben sich auf einem höheren Niveau eingependelt und bewegen sich auch Mitte Sept. 2017 weiter stabil,  in den Bandbreiten der Vorwochen. 

Pulvermarkt fortgesetzt mit schwächeren Tendenzen

Der Milchpulver-Markt zeigt sich weiter ruhig und bislang ist auch keine Absatzbelebung zu beobachten. Selbst in Deutschland wurde Anfang September wieder Magermilch-Pulver für die Intervention angemeldet. Die Preise, sowohl für Ware in Lebensmittel-Qualität, als auch für Ware in Futtermittelqualität, gingen zuletzt (Börse Kempten, 13.09.17) weiter zurück (im Mittel um ca. 40 EUR/t).  

Auch Vollmilchpulver wird nur ruhig nachgefragt. Aufgrund des starken Euros bestehen auch hier kaum Exportmöglichkeiten; die Preise tendierten dennoch zuletzt immerhin  unverändert. Molkenpulver wird zurzeit als ausreichend verfügbar beschrieben; die Preise tendieren uneinheitlich bis schwächer. Die Käufer sollen auch hier weiter abwartend agieren und auch hier bleibt das Drittlands-Exportgeschäft unverändert schwierig. Flüssige Molke steht zeitgleich ausreichend zur Verfügung. 

Global Dairy Trade Tender: Nach einer leichten Preisschwäche zuletzt wieder etwas fester

Beim letzten Global Dairy Trade Tender (am 05.09.2017) tendierten die Preise im Mittel, über alle Produkte und Zeiträume, im Vergleich zur Vorauktion (am 15.08.2017)  insgesamt wieder leicht fester (im Mittel um + 0,3 %).

Insbesondere Lactose (+ 5,1 %), aber auch Butter (+ 3,8 %), Butteröl (+ 3,6 %), Cheddar/Käse (+ 2,5 %) und Labkasein (+ 1,2 %) konnten sich im Preis leicht festigen; dagegen notierte insbesondere Buttermilchpulver (- 10,1 %), aber auch Vollmilch- (- 1,6 %) und auch Magermilchpulver (- 1,2 %) wieder leicht schwächer.

Die gehandelten Mengen lagen, mit 33.501 t, um immerhin 1.241 t über der Menge des Termins am 15.08.2017. 

EU - Spotmilchmarktpreise; wiederholt fest; auf sehr hohem Niveau

Lange dümpelten die EU-Spotmilchmarktpreise auf schwachem, zum Teil auch auf extrem schwachem Preisniveau vor sich hin. Ab ca. Juni 2016 - bis in den November 2016 hinein - ging es dann kontinuierlich bergauf mit den Spotmilchmarkt-Preisen. Zumindest wurden bis in den November 2016 hinein mehrfach absolute Spitzennotierungen erzielt. Ab Dez. 2016 setzte dann eine Kehrtwende mit zunehmend schwächer tendierenden Spotmilchmarkt-Preisen ein, die sich bis ca. Ende April 2017 fortsetzte. Ab Mai 2017 setzte dann wieder ein Preisaufschwung ein; die Spotmilchmarktpreise tendieren seitdem stetig fester und zuletzt in etwa stabil, auf sehr hohem Niveau. Offiziell stellte die EU-Kom. (zuletzt am 11.09.2017) fest, dass der niederländische Spotmilchpreis (EU PRI.EU.Spot; Quelle: BoerenBusiness.nl; nach DCA-Markt-Info; bei 4,4 % Fett, frei Rampe Molkerei), nach einem Preis in Höhe von 13,0 ct/kg Milch (am 27.12.15), von 17,0 (u. a. am 24.4.16), von 19,5 (am 22.05.), von 28,5 (u. a. am 15.08.), von 37,5 (am 11.09.), von 40,0 (am 02.10.), von 42,0 (u. a. am 23.10.), von 41,5 (am 06.11.), von  42,0 (am 13.11.16), von 41,00 (am 21.11.), von 35,0 (am 11.12.16), von 33,0 (am 08.01.17), von 30,5 (am 29.01.), von 34,0 (am 26.02.), von 33,0 (am 05.03.), von 31,0 (u.a. am 30.04.), von 32,0 (am 07.05.), von 36,0 (am 21.05.), von 38,5 (am 28.05.), von 37,0 (am 11.06.), von 38,0 (am 18.06.), von 40,0 (am 25.06.) und 39,0 (am 09.07.), von 38,0 (am 16.07.) von 40,7 (am 30.07.), von 43,5 (am 13.08.) über 44,5 (am 27.08. und auch am 03.09.)  nun wieder auf einen Wert in Höhe von 43,5 ct/kg Milch (am 10.09.) leicht zurückgefallen ist.   

Zeitgleich wurde für den italienischen Spotmilchmarktpreis (bei 3,6 % Fett, frei Molkerei; Quelle: Clal.it), eine Preisbewegung, von ehemals 32,0 ct/kg (am 27.12.15),  von 30,8 (am 31.01.16), von 24,3 (am 27.03.), von 22,0 (am 01.05.), von 26,0 (am 05.06.), von 30,50 (am 03.07.), von 34,00 (am 31.07.), von 35,00 (am u. a. am 18.09.), von 39,0 (am 02.10.), von 40,5 (am 16.10.), von 42,3 (u.a. am 06.11.), von 43,8 (am 04.12.), von 39,8 (am 01.01.), von 37,8 (am 15.01.), von 38,3 (u.a. am 19.02.), von 37,5 (am 12.03.), von 35,5 (am 26.03.), von 33,8 (u. a. am 30.04.), von 35,8 (am 21.05.), von 37,5 (am 28.05.), von 40,5 (am 04.06.), von 42,0 (am 25.06.), von 43,3 (am 09.07.), von 43,3 (am 16.07.), von 43,0 (am 30.06.), von 43,3 (am 06.08.) ein stabiler Preis in Höhe von 44,8 ct/kg Milch (am 27.08., am 03. und 10.09.) genannt. 

Kieler-Rohstoffwert Milch: Mit 40,8 ct/kg Milch (für August 2017), nach zuvor schon festen 40,0 ct/kg Milch (für Juli 2017), erneut im Plus

Für August 2017 ermittelte das "ife-Institut, Kiel" für den "Kieler-Rohstoffwert Milch" (für Milch mit 4% Fett, ab Hof des Erzeugers, o. MwSt.) einen Wert in Höhe von schon lange nicht mehr erreichten 40,8 ct/kg Milch (+ 0,8 ct/kg; bzw. + 4,5 % zum Juli-Wert, in Höhe von 40,0 ct/kg Milch). Der aktuelle August-Rohstoffwert Milch liegt damit nun um + 13,3 ct/kg Milch (bzw. um + 48,4 %) über dem ife-Rohstoffwert für August-Milch 2016. Damals wies das ife-Institut noch einen Rohstoffwert Milch (bei 4 % Fett) in Höhe von (nur) 27,5 ct/kg Milch aus. Der Anstieg des Kieler Wertes für den Monat August ist durch die weitere Erhöhung der mittleren Preise für Butter und eine geringe Reduzierung der Magermilchpulver-Preise zu erklären. Der Kieler Rohstoffwert berücksichtigt nur die aktuellen Verwertungserlöse für Butter und Magermilchpulver; unberücksichtigt bleiben dabei die langfristigen Kontraktpreise. 

Zur Entwicklung der regionalen Molkerei-Auszahlungspreise

Den allgemeinen Tendenzen an den Märkten für Milchprodukte folgend leisteten die in Hessen, RLP und dem Saarland erfassenden Molkereien für "August-Milch 2017" mehrheitlich fester tendierende Milch-Auszahlungspreise; lediglich Hochwald verharrte im Auszahlungspreis auf dem Preis-Niveau des Vormonates. 

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der regional erfassenden Molkereien sind der beigefügten pdf-Datei zu entnehmen.

Den gesamten Artikel und Exkurse entnehmen Sie bitte dem Dokument im Anhang

f.d.R.   Reimund Möcklinghoff; Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ref. 25

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