Fipronil in Eiern - Schindler rät zu mehr Gelassenheit

In Eiern aus Belgien und den Niederlanden ist das Biozid Fipronil nachgewiesen worden. Mindestens zehn Millionen kontaminierte Eier aus den Niederlanden sind nach Deutschland geliefert worden, ein Teil davon ist in den Handel gelangt. Mittlerweile ist Fipronil auch in Eiern aus Niedersachsen nachgewiesen worden.

Auch die rheinland-pfälzischen Verbraucher sind verunsichert, obwohl in Eiern aus Rheinland-Pfalz kein Fipronil nachgewiesen wurde. Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz rät Verbrauchern dazu, sich genau zu informieren, etwa auf der Internetseite des Bundesinstituts für Risikobewertung. Kammerpräsident Ökonomierat Norbert Schindler, MdB, nimmt das Thema sehr erst, warnt aber davor, Hysterie zu schüren: „Ich rate zu etwas mehr Gelassenheit. Nimmt man den bisher höchsten in Belgien gemessenen Fipronilgehalt als Maßstab, könnte ein Erwachsener, der 65 Kilogramm wiegt, pro Tag sieben belastete Eier essen, ehe die akute Referenzdosis erreicht wäre.“ Dass der Discounter Aldi alle Eier aus seinem Sortiment genommen hat, hält Schindler für falsch.

Für die Legehennenbetriebe im Land heißt es, aktiv und offen darüber zu informieren, wie ihre Eierproduktion abläuft. Wenn sie ihre Produkte über regionale Absatzwege vertreiben oder in der Direktvermarktung tätig sind, haben sie den Vorteil, direkt mit den Verbrauchern ins Gespräch kommen zu können, diese aufzuklären und das Vertrauen in den eigenen Betrieb zu stärken.
Sowohl das Rückverfolgungs- als auch das Überwachungssystem in Deutschland  funktionieren gut. Auf dem Ei erkennbar sind neben der Haltungsform und der Länderkennzeichnung die Betriebs- und sogar die Stallnummer.

Der Verbraucher selbst kann entscheiden, welche Eier er kauft und wie viel ihm gute Qualität wert ist. Denn vieles ist über den Preis zu steuern. Landwirtschaftliche Unternehmen stehen unter einem enormen Kostendruck. Muss immer kostengünstiger produziert werden, steigen die Risiken der Produktion. Hier ist ein Umdenken der Verbraucher erforderlich.

Grußwort Präsident

Ökonomierat Norbert Schindler, MdB

Pressekontakt

Nadja Winter
E-Mail: nadja.winter(at)lwk-rlp.de 
Tel.: 0671 793-1177

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