Berufliche Handlungskompetenz als Leitbild

02.12.2009 Neue Methoden in der Aus- und Fortbildung erfordern von den ehrenamtlichen Prüfern und Prüferinnen eine flexible Anpassung an die sich wandelnden Prüfungssituatio­nen. Mit dem Leitbild der Handlungsorientierung in der beruflichen Aus- und Fortbildung sind verschiedene Anforderungen an die Prüfer verbunden, deren Aufgabe es ist festzustellen, ob Absolventen über die in der Prüfungsordnung geforderten theoretischen und praktischen Kenntnisse verfügen. Gleichzeitig stellt die Abnahme und Bewertung von Prüfungen einen wesentlichen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Berufsbildung dar.

Mit einem Schulungsprogramm "Handlungsorientierte Prüfungen" wurden jetzt die ersten Sachverständigen der Prüfungsausschüsse Winzer/Winzerin zur Abnahme von Abschluss­prüfungen geschult. Zunächst vermittelte die Referentin Helma Ostermayer die theoreti­schen Inhalte zur beruflichen Handlungskompetenz als Leitbild der Berufsbildung und ihre Über­prüfbarkeit. Zu diesem Fachgebiet gehören die Kriterien handlungsorientierter prakti­scher Prüfungen, die Beurteilung und Bewertung handlungsorientierter Prüfungsleistungen sowie die typischen Beurteilungsfehler in der Prüfung. Abgerundet wurde der erste Schu­lungsab­schnitt mit der Thematik pädagogische Aspekte im Umgang mit Prüflingen und Prü­fungssitu­ationen.

 

Zur Vertiefung der geschulten theoretischen Inhalte wurde im zweiten Abschnitt in zwei Aus­bildungsbetrieben versucht, diese praktisch umzusetzen. Hierzu hatten die Ausbildungsbe­rater der Landwirtschaftskammer gemeinsam mit der Referentin Auszubildende im dritten Ausbildungsjahr eingeladen, die unter Prüfungsbedingungen eine kellerwirtschaftliche Auf­gabe bewältigen mussten - eine große Herausforderung für die Auszubildenden, da sie nicht wie in einer normalen Prüfung zwei, sondern zehn Sachverständigen gleichzeitig gegenüber stehen mussten.

 

In einer abschließenden Diskussionsrunde wurde die Prüfungssituation analysiert und dabei herausgearbeitet, wie künftige Prüfungen für alle Beteiligten gerecht und nachvollziehbar gestaltet werden können. Die Teilnehmer der ersten beiden Schulungstage begrüßten eine Fortführung. Weitere Schulungen werden im Januar 2010 für die Ausschüsse im Beruf Landwirt und im Beruf Winzer (Mosel) unter der fachkundigen Leitung von Helma Oster­mayer durchgeführt.

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